20 Jahre www: Das Internet feiert Geburtstag

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20 Jahre www: Das Internet feiert Geburtstag

Kaum eine andere Technik hat den Alltag in zwei Jahrzehnten so drastisch verändert wie das Web: Der Zugang zu HTML-Dokumenten über Datenleitungen wurde am 30. April 1993 für die öffentliche Nutzung freigeschaltet.

Zur Geburtsstunde waren nur wenige aktiv mit dabei. Heute aber ist das World Wide Web (www) für Millionen Menschen in aller Welt die zentrale Informations- und Kommunikationsplattform. Die Technik für den Zugang wurde am 30. April 1993 zur öffentlichen Nutzung freigegeben. Zwei Jahrzehnte später umfasst das Web mindestens 14 Milliarden Webseiten.
Die Technik zur Vernetzung von Dokumenten und für ihre Übertragung in Form von einzelnen Datenpaketen ist schon etwas älter. Beide Standards, HTML und HTTP, waren die Basis für die Geburt des Webs am Europäischen Kernforschungszentrum (CERN) bei Genf. Dem Forscher Tim Berners-Lee ging es damals darum, mehr Übersicht im Informationschaos des Zentrums zu schaffen. Am 13. März 1989 legte er sein Thesenpapier „Informationsmanagement: Ein Vorschlag“ vor. Zum Weihnachtsfest 1990 legte der Brite an mit info.cern.ch den ersten Webs-Server der Welt an.

Die wichtigsten Fragen zu den neuen Internet-Endungen

  • Worum geht es bei den neuen Top Level Domains (TLD)?

    Mit neuen Top Level Domains (TLD) wird der Namensraum im Internet ausgeweitet. Neben den Länderkürzeln (wie .de) und 21 generischen Top Level Domains (wie .org, .net, .com) wird es hunderte neuer Adress-Endungen geben. Die zuständige Behörde Icann hat jahrelang über die Ausweitung beraten.

  • Welche Adress-Endungen kann man erwarten?

    Folgende Dax-Unternehmen haben sich beworben: Bayerische Motorenwerke AG mit .bmw oder .mini, Linde AG mit .linde, MAN SE mit .man, Merck KGaA mit .merck, RWE AG mit .rwe, SAP AG mit .sap, Deutsche
    Post AG mit .deutschepost oder .trust und Volkswagen mit .volkswagen und .audi

    Internationale Bewerber sind unter anderem: Amazon, AOL, Apple, Calvin Klein, Canon, Cartier, Chrysler, Cisco, Dell, Deloitte, Fiat, Google, Honda, Intel, Microsoft, Mitsubishi, Ricoh, Samsung, Sanofi, SAS, Seat, Sony, Suzuki, Symantec, Toshiba, Verisign, Yahoo, Zara

    Dazu gibt es geografische Top Level Domains wie Afrika (.africa), Amsterdam, Bayern, Berlin, Hamburg, Kapstadt (.capetown), NRW, Paris, Sydney, Stockholm, Tokio (.tokyo), Zürich (.zuerich).


    Von den deutschen Bundesländern sind Bayern mit .bayern, Berlin mit .berlin, Hamburg mit .hamburg, Nordrhein-Westfalen mit .nrw und das Saarland mit .saarland vertreten. Als einzige deutsche Stadt neben Berlin tritt Köln an, gleich sowohl mit .koeln, als auch mit .cologne.

  • Ab wann gibt es die neuen Domains?

    Das Bewerbungsverfahren begann am 12. Januar 2012. Bis Ende des Jahres prüft die ICANN nun die Anträge und muss vor allem über konkurrierende Bewerbungen entscheiden. Frühestens 2013 werden die ersten neuen Top Level Domains im Netz sein.

  • Wer ist überhaupt die ICANN?

    1998 wurde die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), mit Sitz in Kalifornien, von einem Zusammenschluss verschiedener Interessenverbände gegründet. Die privatrechtliche aber nicht-kommerzielle Organisation verwaltet die Top Level Domains, entscheidet über Erweiterungen und technische Änderungen - sie wird daher auch manchmal als "Internet-Regierung" bezeichnet. Das Board of Directors der ICANN besteht aus 21 Mitgliedern aus aller Welt. Bekannte deutsche Mitglieder waren unter anderem Helmut Schink (Siemens AG), Andy Müller-Maguhn (Stellvertretender Vorsitzender des Chaos Computer Club Berlin e. V.) und Hagen Hultzsch (ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutsche Telekom AG).

  • Wie wird der Markenschutz gesichert?

    Bei konkurrierenden Bewerbungen haben Markeninhaber Vorrang. Allerdings könnte es trotzdem zu Streitfällen kommen sein, beispielsweise wenn sich um .bounty der Schokoriegelhersteller und der Küchenrollenproduzent bewerben. Können sich beide nicht auf eine gemeinsame Nutzung einigen, kommt es zu einer Auktion.
    Als weiterer Schutzmechanismus soll ein Trademark Clearinghouse eingerichtet werden – bei diesem Zentralregister können Marken registriert werden. Das genaue Prozedere ist jedoch noch unklar.

  • Was kosten die Top Level Domains?

    Allein die Bewerbungsgebühr bei der Icann beträgt 185.000 Dollar. Zudem sind die technischen und juristischen Anforderungen hoch: Jeder der eine der neuen Topleveldomains betreibt, hat ähnliche Rechte und Pflichten, wie die DENIC, die jetzt die .de-Adressen verwaltet. Daher können sich auch keine Privatpersonen bei der ICANN für die neuen Endungen bewerben, sondern nur Firmen und Organisationen, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu gehört ein Nachweis der technischen Befähigung. Experten schätzen den Aufwand im ersten Jahr auf mindestens 500.000 eher eine Million Euro.

  • Wie kommt man als Normalbürger an entsprechende Internet-Adressen?

    Schon jetzt kann man sich Domains mit den neuen Adressen reservieren, teils direkt bei den Bewerberinitiativen, teils bei den üblichen Registraren die auch bisherige Adressen vermitteln. Die Kosten dürften später ähnlich wie bei bisherigen Domains liegen: Von zweistelligen Eurobeträgen für normale, wenig gefragte Adressen bis zu sechs- und siebenstelligen Summen bei besonders attraktiven Begriffen.

  • Was bringen die neuen Adress-Änderungen überhaupt?

    Befürworter hoffen auf neue Marketingmöglichkeiten und ein besseres Ranking in Suchmaschinen, wenn die gefragten Begriffe Teil der Domain sind. Zudem steigt die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten und neuer, noch freier Domains immens. Die große Frage ist jedoch, ob und welche TLD sich durchsetzen. Denn einerseits lassen sich sehr eindeutige und attraktive Adressen bilden, andererseits wird das Netz dadurch viel unübersichtlicher. Entscheidend für den Erfolg wird es sein, ob und wie große Unternehmen die Adressen nutzen und vermarkten.

Die Technologie aus Europa erreichte schnell die anderen Kontinente: Im September 1991 wurde der erste Web-Server in den USA eingerichtet, wieder bei einer Forschungseinrichtung für Kernphysik, am Teilchenbeschleuniger SLAC im kalifornischen Stanford. Dann entwickelte der Student Marc Andreessen 1993 die Software Mosaic, den ersten Browser für das World Wide Web und legte so die Grundlagen für die allgemeine Nutzung.

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„Der Anfang war sehr zäh“, erinnert sich der Netztechnik-Pionier Michael Rotert, der einen der ersten Internet-Provider in Deutschland mit gegründet hat, die Firma Xlink in Karlsruhe. „Wir hatten ein Henne-Ei-Problem“, sagt Rotert. „Die Firmen haben gesagt: 'Warum sollen wir eine Webseite einrichten, wer soll das denn angucken?' Und die breite Masse hat gesagt: 'Was sollen wir im World Wide Web, da gibt es doch nichts.'“

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