3-D-Effekt ohne Brille: Schwebende Hologramme erobern die Unterhaltungsindustrie

3-D-Effekt ohne Brille: Schwebende Hologramme erobern die Unterhaltungsindustrie

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Reanimierter Rapper. Gemeinsamer Konzertauftritt des musikers Snoop Dogg mit einer virtuellen seines 1996 erschossenen Kollegen Tupac Shakur

von Ina Karabasz

Sind die ungeliebten 3-D-Fernseher schon bald überholt? Wissenschaftler und Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an der nächsten Generation räumlicher Bildschirme, die ohne Brille funktionieren. Vorbild sind Hologramme.

Nicht einmal der Tod kann Rap-Ikone Tupac Shakur aufhalten. Wie ein Geist erhebt er sich auf der Bühne des amerikanischen Coachella-Rockfestivals im kalifornischen Städtchen Indio bei Palm Springs. Kurz darauf steht er da: mit nacktem Oberkörper, ein silbernes Kreuz um den Hals, den Hosenboden fast in den Kniekehlen. Frenetischer Applaus.

Wie in alten Zeiten, bringt er mit seinem alten Kumpel, dem Rapper Snoop Dogg, die 10 000 Zuschauer in Wallung. Doch während Snoop Dogg tatsächlich über die Bühne tobt, ist sein Co-Act in Wirklichkeit längst tot – 1996 gestorben an den Folgen einer Schussverletzung aus einem Attentat in Las Vegas.

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Effekte wie in Hollywood

Und so ist der Auftritt des toten Tupac im April dieses Jahres in Wahrheit eine technische Illusion, ein mit innovativer Projektionstechnik auf die Bühne gestrahltes Video. Der Effekt ist kaum weniger faszinierend als jene berühmte Kinoszene aus dem Film "Krieg der Sterne", in der Prinzessin Leia als holografische Filmbotschaft die Hilfe der Jedi-Ritter erfleht.

Es ist zugleich ein Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft erwartet: ob im Kino, im Wohnzimmer, im Museum oder im Schaufenster. Denn Wissenschaftler und Entwickler aus aller Welt arbeiten daran, lebensecht räumlich wirkende Videobilder zu erzeugen; die ultimative Steigerung der schon allgegenwärtigen 3-D-Technik.

Die neuen Darstellungsverfahren machen nicht nur die störenden Brillen überflüssig, die bislang für 3-D-Bilder im Kino oder zu Hause vor dem Fernseher nötig sind. Neuartige 3-D-Projektoren könnten etwa bei Operationen ohne zusätzlichen Monitor neben den OP-Tisch virtuelle räumliche Abbildungen erkrankter Organe entstehen lassen. Und im Wohnzimmer ermöglichte die Technik eine neue Form von TV-Erlebnis oder Computerspielen. Deren Helden wären nicht mehr an den Bildschirm gebunden, sondern scheinen – ähnlich Hologrammen – als virtuelles Bild frei im Raum zu schweben.

Immer näher an der perfekten Illusion

Bilder als bewegte Hologramme zu übertragen "ist ein Menschheitstraum", sagt Volker Hahn. Er ist stellvertretender Leiter der Abteilung für kognitive EDV am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD). Und Forscher wie Alex Butler kommen dem Ziel dieser perfekten Illusion immer näher. Der Leiter der Hardwareentwicklung von Microsoft Research im englischen Cambridge hat gemeinsam mit seinem Team einen Vermeer genannten Projektor entwickelt. Das in einen Tisch montierte Gerät erzeugt mit Laserlicht und Spiegeln dreidimensional wirkende Videos im Raum – wie das Bild eines Menschen, der über dem Tisch zu schweben scheint.

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