40 Millionen Dollar Beute: Mutmaßlicher Kopf von Cyber-Bankraub gefasst

40 Millionen Dollar Beute: Mutmaßlicher Kopf von Cyber-Bankraub gefasst

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Mit manipulierten Kreditkarten raubten die Verbrecher insgesamt rund 40 Millionen Dollar.

Es war ein Bankraub, der seinesgleichen sucht. In einer einzigen Nacht wurden weltweit etwa 40 Millionen Dollar erbeutet. Doch ein Kronzeuge und eine WLAN-Verbindung wurden dem mutmaßlichen Drahtzieher zum Verhängnis.

Ermittler haben den mutmaßlichen Drahtzieher eines spektakulären Cyber-Bankraubs gefasst, bei dem weltweit fast 40 Millionen Dollar wegkamen. Er wurde bereits im Dezember in Frankfurt festgenommen. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Sonntag auf Anfrage und bestätigte einen entsprechenden Bericht des Magazins „Der Spiegel“. Die Düsseldorfer Staatsanwalt hat die Federführung bei der Aufarbeitung des Verbrechens in Deutschland. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen türkischen Staatsbürger, der laut „Spiegel“ als einer der talentiertesten Hacker der Welt gilt.

Die größten Bankenbetrugsfälle per Computer

  • April 2013

    Ein ehemaliger Commerzbank-Auszubildender muss sich wegen Computerbetruges vor dem Landgericht Mannheim verantworten. In dem noch laufenden Prozess gestand der Mann, gemeinsam mit Komplizen Computer in Bankfilialen so manipuliert zu haben, dass er Kundendaten ändern konnte. Über ein System aus Online-Banking, EC-Karten und gefälschten Überweisungen sollen er und seine Helfer 340.000 Euro kassiert haben.

  • Mai 2013

    Eine weltweit operierende Bande Cyber-Krimineller hat mit manipulierten Prepaid-Karten innerhalb kürzester Zeit mehr als 40 Millionen Dollar von Geldautomaten in aller Welt gestohlen. Die Staatsanwaltschaft sprach von „einem gewaltigen Bankraub des 21. Jahrhunderts“ und verglich das Ausmaß mit dem sogenannten Lufthansa-Millionenraub von 1978.

  • August 2010

    Eine Bande um einen in Berlin lebenden Mann soll Kunden beim Online-Banking um 1,2 Millionen Euro geschröpft haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen mehr als 1000 Fälle von Computerbetrug vor. Über das sogenannte Phishing sollen sich Mittäter Zugangsdaten von Hunderten Bankkonten erschlichen haben. Per Internet plünderten sie bundesweit Konten und sollen allein an einem Tag im August 2010 rund 55.000 Euro kassiert haben.

  • Mai 2010

    Die rumänische Polizei sprengt eine Betrügerbande, die sich monatelang über das Internet illegal Zugang zu Bankkonten beschafft und diese abgeräumt haben soll. Die Bande soll sich Daten wie Benutzernamen und Passwörter für Online-Banking und Kreditkarten-Informationen von Kunden vor allem der Bank of Amerika beschafft haben. Anschließend überwiesen die Täter Geld und hoben es in München, Wien, Prag sowie in Rumänien ab. Der Schaden beläuft sich umgerechnet auf rund 780.000 Euro.

  • Mai 2008

    Rumänische und US-Behörden legen einer internationalen Kontobetrüger-Bande das Handwerk, die sich über Internet-Phishing Zugang zu fremdem Bankkonten verschafft hat. Mit den illegal besorgten Kontodaten fertigte die Bande in den USA Geldkarten an und räumte die Konten mehrerer tausend Menschen leer und ergaunerte sich mehrere Millionen US-Dollar.

Er soll Kopf der Bande sein, die in einer Februarnacht 2013 in 24 Ländern weltweit mit manipulierten Kreditkarten insgesamt fast 40 Millionen Dollar erbeutet hat. Hunderte Komplizen waren damals zeitgleich losgezogen, um Geldautomaten von Deutschland bis Japan zu plündern. Zuvor waren die Täter nach „Spiegel“-Informationen in das Computersystem eines IT-Unternehmens mit Sitz im indischen Bangalore eingedrungen und hatten die Datensätze von zwölf Kreditkarten gestohlen. Wie „Der Spiegel“ berichtet, erhöhten die Hacker die Abhebesummen ins Unendliche. Danach fertigten die Kriminellen mit Hilfe der Daten und leeren Magnetkarten Duplikate der Kreditkarten an.

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In Düsseldorf waren in der Nacht dank eines aufmerksamen Zeugen zwei dieser Komplizen festgenommen worden, als sie 170 000 Euro mit Kreditkarten-Dubletten abhoben. Der niederländische Tischler und seine Mutter wurden im November zu jeweils vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die beiden Angeklagten hatten „aus Angst um das Wohlergehen ihrer Angehörigen“ keine Hinweise auf die Hintermänner gegeben und damit eine höhere Strafe in Kauf genommen. Insgesamt waren in jener Februarnacht in Dortmund, Duisburg, Frankfurt, Mannheim, Koblenz, Hamburg, Bremen, Essen und Düsseldorf 1,8 Millionen Euro abgehoben worden.

Den entscheidenden Tipp in Frankfurt erhielten die Ermittler dem „Spiegel“ zufolge vom amerikanischen Secret Service, der für Finanzermittlungen zuständig ist. Der kam dem mutmaßlichen Drahtzieher durch einen Kronzeugen auf die Spur. Als er in Frankfurt über das WLAN-Netz des Hotels Mails abrief, konnten die Amerikaner ihn lokalisieren und die deutsche Polizei informieren.

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