5G: Dämpfer für die Träume vom Supernetz

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5G: Dämpfer für die Träume vom Supernetz

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5G wird jetzt Realität“, verspricht Telekom-Chef Tim Höttges beim Mobile World Congress in Barcelona.

von Jürgen Berke

Ab 2020 sollen die neuen Supernetze der Mobilfunker für rasantes Wachstum sorgen. Doch längst nicht alle Netzbetreiber sind so optimistisch wie die Deutsche Telekom.

Tim Höttges ist so etwas wie der Fraktionsvorsitzende der Optimisten unter den großen Telekommunikations-Konzernen. Wenn der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom über die neue, fünfte Mobilfunkgeneration (5G) spricht, hört sich das immer positiv an.

„5G wird jetzt Realität“, verspricht Höttges dann auch auf der Pressekonferenz während des Mobile World Congress in Barcelona. Und weiter: „5G wird überall sein. Mobilfunk und Festnetz werden zu einer Einheit verschmelzen.“

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Klar ist: Die Telekom will ganz vorne als Technologieführer mitmischen.

Zahlen und Fakten zum Mobilfunk-Markt

  • Absatzrekord trotz schwächerem Wachstum

    Im vergangenen Jahr wurden rund 1,5 Milliarden Smartphones verkauft. Das war ein Wachstum von zwei bis fünf Prozent im Vergleich zu 2015 - die Berechnungen einzelner IT-Marktforscher weichen etwas voneinander ab.

  • Smartphonemarkt auf Wachstumskurs

    Noch im Jahr davor war der Absatz um mehr als zehn Prozent gewachsen. Als zentrale Auslöser für die Abkühlung gelten die wirtschaftlichen Turbulenzen im größten Smartphone-Markt China sowie anderen Ländern wie Russland.

  • Samsung nicht zu schlagen

    Samsung blieb auf das gesamte Jahr gerechnet der größte Smartphone-Anbieter mit einem Marktanteil von gut 20 Prozent, Apple ist die Nummer zwei mit knapp 15 Prozent.

  • Trendwende im Weihnachtsgeschäft

    Im Weihnachtsgeschäft wurden die Apple-Verkäufe aber vom iPhone 7 beflügelt und bei Samsung schlug das Batterie-Debakel beim Galaxy Note 7 auf den Absatz. Im Ergebnis schob sich Apple in dem Quartal mit 78,3 Millionen verkauften iPhones knapp an Samsung vorbei.

  • China boomt

    Anbieter aus China haben sich - vor allem dank der Größe des heimischen Marktes - weltweit in die Spitzengruppe vor. Die drei Hersteller Huawei, Oppo und BBK schließen nach Samsung und Apple die globale Top 5 ab und kamen zusammen auf gut 20 Prozent Marktanteil.

  • Android und iOS hängen alle anderen ab

    Bei den Smartphone-Betriebssystemen dominiert Googles Android-Software mit einem Marktanteil über 80 Prozent. Den Rest füllt weitgehend das iOS von Apples iPhones aus. Andere Betriebssysteme wie Windows Phone oder Blackberry OS sind inzwischen praktisch bei Null angekommen. Dabei wurde mit ihnen einst die Hoffnungen verbunden, dass sie zur starken Nummer drei im Markt werden könnten.

  • Weltweit mobil

    Im vergangenen Jahr gab es nach Berechnungen von Experten weltweit rund 7,4 Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse. Zum Jahr 2020 dürfte ihre Zahl auf knapp 8,4 Milliarden ansteigen, prognostiziert der IT-Marktforscher Gartner.

Nicht nur die Telekom, die gesamte Mobilfunk-Branche verspricht sich wahre Wunderdinge von 5G. Bereits im nächsten Jahr soll die Standardisierung so weit fortgeschritten sein, dass die ersten Testläufe starten können. Dann soll die neue Technik alles übertreffen, was es bisher im Mobilfunk gegeben hat.

Die Übertragungsgeschwindigkeit soll auf zehn Gigabit pro Sekunde explodieren, 100 mal mehr als bisher. Die Latenzzeiten auf eine Millisekunde sinken, 30 bis 50 mal schneller als bisher. Eine Million Verbindungen pro Quadratkilometer soll die neue 5G-Technik verarbeiten, 100 mal mehr als die heutige Technik. All das soll auch noch funktionieren, wenn ein ICE oder TGV mit 400 oder 500 Kilometern pro Stunde durch die Funkzellen rasen.

Die Phantasten in den Forschungslabors träumen auch noch von so einem geringen Energieverbrauch, dass Batterien oder Akkus zehn Jahre lang halten. Und diese 5G-Netze sollen auch noch so sicher sein, dass sie keine Angriffsflächen für Hacker und Cyberkriminelle bieten.

Diese Visionen einer schönen, heilen Mobilfunkwelt ohne die heutigen Funklöcher, schlechten Verbindungen und Sicherheitslücken lebt auch in diesem Jahr in Barcelona wieder auf. Doch anders als in den Vorjahren dämpfen bereits am Eröffnungstag prominente Skeptiker die Euphorie. Sie fragen, ob der Traum vom Gigabit-Zeitalter in einer „hyperconnected world“ (Ericsson) wirklich so einfach bis zum geplanten Start im Jahr 2020 zu realisieren ist.

Der neue Chairman des Mobilfunk-Weltverbandes GSMA, Sunil Bharti Mittal vom indischen Mobilfunker Bharti Enterprise, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass die Zahl der Mobilfunkkunden zwar die Fünf-Milliarden-Marke kürzlich überschritten habe. Aber die Zuwachsraten bei Kunden (plus 7 Prozent) und beim Umsatz (plus 3 Prozent) waren deutlich schwächer als in den Vorjahren. Die Börsenbewertung der größten Mobilfunkbetreiber stagniere sogar. Bei einer Gesamtinvestition von weltweit 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr sei es für alle Netzbetreiber zunehmend schwierig, die hohen Gewinnmargen früherer Jahre zu erwirtschaften.

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