Airbnb, Uber und Co: Warum die geteilte Welt nicht nur hip ist

Airbnb, Uber und Co: Warum die geteilte Welt nicht nur hip ist

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Jemand sucht eine Bleibe bei Airbnb.

Wissenschaftler haben Chancen und Risiken der "sharing economy" beleuchtet. Angebote wie Airbnb und Uber gelten zwar als hip und haben ein hohes Wachstumspotenzial, gänzlich unreguliert bergen sie aber Risiken.

Teilen ist hip. Vor allem junge Leute haben zunehmend keine Lust mehr auf ein eigenes Auto. Dank Carsharing-Angeboten brauchen sie das auch nicht, per Smartphone-App lässt sich eines der geteilten Autos blitzschnell bestellen. Ebenfalls per App wird beim Übernachtungsportal Airbnb die Ferienwohnung für den Urlaub gemietet und per Uber ein Chauffeur zum Flughafen geordert.

Teilen gilt als ressourcenschonend und verspricht viele Vorteile. Trotzdem hat die "sharing economy" auch Nachteile, wie Forscher des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Auftrag der Randstad Stiftung analysiert haben.

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Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

In ihrer Studie "Sharing Economy - Chancen, Risiken und Gestaltungsoptionen für den Arbeitsmarkt" stellen die Autoren Werner Eichhorst und Alexander Spermann Chancen und Risiken des hippen Teilens einander gegenüber.

Die Chancen sind weniger verwunderlich. Viele der Geschäftsmodelle bieten ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Beflügelt wird dies durch die oft niedrigen Kosten. Ist die Online-Plattform erst einmal programmiert, kann sie relativ kostengünstig betrieben werden. "Dieses Phänomen ermöglicht hohe Erträge und damit exponentielles Wachstum durch ein weltweites Ausrollen des Geschäftsmodells", erklären die Studienautoren.

Uber Fahrdienst-Vermittler auf über 60 Milliarden Dollar bewertet

Uber hat seine Bewertung bei einer neuen Finanzierungsrunde auf mehr als 60 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Das Unternehmen erhält zwei weitere Milliarden von Investoren.

Das Logo des Unternehmens Uber. Quelle: dpa

Oft, so die Wissenschaftler, würden sich auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben. Beim umstrittenen Fahrdienst Uber beispielsweise sind die Fahrer in der Regel selbständig. Viele von ihnen nutzen die per App angebotenen Fahrten nur als Zuverdienst neben einem normalen Job, beispielsweise um sich nebenbei mal etwas gönnen zu können.

Was nach Zufriedenheit auf allen Seiten klingt birgt allerdings auch Risiken. Die Selbständigen müssen naturgemäß allein für ihre soziale Absicherung sorgen, der Auftraggeber hält sich aus Dingen wie der Altersvorsorge oder Krankenversicherungen raus. Die Autoren der Studie befürchten, daraus könnten Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme resultieren.

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Eichhorst und Spermann plädieren daher für eine sanfte Fürsorge von Tarifparteien und dem Gesetzgeber. Kommt es zu einer Überregulierung, würde man die beschäftigungsbedingten Chancen der "Share Economy" abwürgen. Überlässt man den Bereich allerdings sich selbst, so die Autoren, würde möglicherweise der Schutz von Arbeitnehmern und Konsumenten vernachlässigt. Eine "Regulierung mit Augenmaß" sei daher der richtige Weg.

Zudem warnen die Wissenschaftler davor, Sharing-Angebote pauschal als nachhaltig zu bewerten. Laut Eichhorst und Spermann zeige der New Yorker Taximarkt, dass ein gewisser Gegeneffekt eintreten könne. Denn seit dem Markteintritt von Uber, so die Studienautoren, hätten in Big Apple deutlich mehr Taxifahrten stattgefunden. Die Forscher begründen das mit den vergleichsweise niedrigen Preisen und beschreiben den "Rebound-Effekt". Zwar werden zunächst weniger Autos benötigt. Dennoch kreieren die niedrigen Preise eine Mehrnachfrage und die Mobilität steigt insgesamt an. Ein ähnliches Phänomen sei auch im Zuge der Billigfluglinien aufgetreten, die zu insgesamt deutlich mehr Fluggästen geführt haben, so Spermann und Eichhorst.

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