Alibaba-Chef Ma auf der Cebit: Chinas Überflieger auf der großen Bühne

Alibaba-Chef Ma auf der Cebit: Chinas Überflieger auf der großen Bühne

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Der Gründer der chinesischen Online-Plattform Alibaba, Jack Ma, nannte die Beständigkeit deutscher Unternehmen wie Mercedes-Benz und Siemens ein Vorbild für die Digitalwirtschaft.

Quelle:Handelsblatt Online

Triumphale Rückkehr: Alibaba-Gründer Jack Ma hat die Cebit eröffnet. Dabei interessierte sich bei seinem ersten Messebesuch niemand für ihn. Die Geschichte eines arbeitswütigen Machers – und originellen Typen.

Als Jack Ma zum ersten Mal die Cebit besuchte, interessierte sich kaum jemand für ihn. 2001, auf dem Höhepunkt des New-Economy-Booms, bekam der Unternehmer nur einen kleinen, versteckten Stand. „Sehr wenige Leute fanden uns“, erinnert er sich heute. 14 Jahre später ist er wieder auf der Hightech-Messe zu Gast – auf der großen Bühne: Der Alibaba-Gründer hat Sonntagabend die Veranstaltung in Hannover eröffnet, gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen Ehrengästen.

Die Geschichte steht für den rasanten Aufstieg von Alibaba. Sie ist im Wesentlichen die Leistung des 50-jährigen Ma. Er hat das Unternehmen 1999 in einem schlichten Apartment in der Hafenstadt Hangzhou gegründet und mit Charisma und Geschick groß gemacht. Im vergangenen Herbst spielte der Börsengang von Alibaba 25 Milliarden Dollar ein – ein historischer Rekord.

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Nun kommt er als offizieller Abgesandter Chinas nach Deutschland. Wo sonst Beamte hölzerne Phrasen dreschen, zeigt sich ein origineller Typ – ein Vertreter der Privatwirtschaft des Landes, die zuletzt viel erfolgreicher waren als die kommunistischen Staatskonzerne. Ein Mann, der in einem traditionellen chinesischen Anzug auf der Bühne steht, aber in geschliffenem Englisch frei und souverän spricht wie Steve Jobs. Der aber trotz allem auch weiterhin Teil des Systems ist.

Trends zur CeBIT 2015

  • Industrie 4.0

    Mit diesem Begriff wird in Deutschland die Vernetzung von Maschinen und anderer Technik vor allem im industriellen Betrieb bezeichnet. Es geht etwa um Industrieanlagen, die aus der Ferne gewartet werden können und sich auch selbst zum Austausch verschlissener Teile anmelden könnten. So zeigt der Fahrstuhl-Hersteller ThyssenKrupp Elevator in Hannover, wie schon erste Anzeichen von Unregelmäßigkeiten frühzeitig übermittelt werden.

  • 5G

    Die datenhungrigen IT-Anwendungen der Zukunft werden auch viel leistungsstärkere, schnellere und flexiblere Netze erfordern. Dafür soll die nächste Mobilfunk-Generation 5G sorgen. Im Moment geht es noch darum, die Eckpunkte des Standards festzulegen. Es gibt ein Gerangel unter anderem zwischen verschiedenen Netzwerk-Ausrüstern und Mobilfunk-Betreibern. „Ein Patentkrieg droht auf jeden Fall“, warnte ein führender deutscher 5G-Experte, Gerhard Fettweis.

  • Verschlüsselung

    Die Enthüllungen des Informanten Edward Snowden haben auch die Wirtschaft aufgeschreckt. Zugleich haben es Unternehmen jeder Größe mit Industriespionage zu tun. Die Nachfrage nach Verschlüsselungslösungen zum Schutz von Firmengeheimnissen nimmt zu. Inzwischen gibt es neben sicheren Speicher-Angeboten auch eine Auswahl an Apps für verschlüsselte Telefonate. Auf der CeBIT wird zudem ein abgesichertes Tablet für Bundesbehörden gezeigt.

  • Big Data

    Mit der Vernetzung aller möglichen Geräte entstehen auch immer mehr Daten, die ausgewertet werden können. Heutige Computertechnik gibt die Möglichkeit, früher unvorstellbare Datenmengen umzuschlagen. Dieser sogenannten „Big Data“-Analyse kommt eine Schlüsselrolle bei digitalen Geschäftsmodellen zu. Sie dürfte unter anderem bei der Verkehrssteuerung und im Gesundheitswesen für enorme Fortschritte sorgen.

Der Name Jack Ma wird wohl einmal in einer Reihe mit Bill Gates, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg stehen. So wie die Gründer von Microsoft, Amazon und Facebook hat er die Art verändert, wie Menschen leben, arbeiten und Geschäfte machen. Und genau wie die amerikanischen Entrepreneure wurde er dabei märchenhaft reich: Sein Vermögen wird jetzt schon auf 43 Milliarden Yuan geschätzt, das sind fünf Milliarden Euro.

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von Alibaba mit einer Reise von Jack Ma in die USA Mitte der 90er-Jahre. Er lernte dort erstmals das World Wide Web kennen. In das Suchfeld des Browsers gab er gleich „China“ als Suchwort ein – und fand kaum brauchbare Treffer zum Wirtschaftsleben. Deshalb hat Ma gleich nach seiner Rückkehr eine Homepage gebastelt, auf der sich chinesische Firmen vorstellen können. 'Chinas Gelbe Seiten', nannte er sein Werk.

Klischeebild eines Außerirdischen

Ende der 90er-Jahre beobachtete er dann das Aufkommen der ersten Webshops und registrierte die beginnende Dominanz von Amazon im Online-Buchhandel. Ma selbst brauchte gerade dringend Geld. Er hatte es nicht auf eine gute Uni geschafft. Die Hühnerbratkette KFC hatte seine Bewerbung als Filialleiter eines neuen Restaurants in Hangzhou abgelehnt: „mangelnde Management-Fähigkeiten“. Andere Bewerbungen sind ebenfalls gescheitert.

Cebit-Auftakt Wer baut die Fabrik 4.0?

Telekom contra Vodafone - die beiden Konzerne liefern sich traditionell ein Fernduell um die Marktführerschaft bei Großkunden. Ein großes Thema beim Kräftemessen auf der Cebit: die Digitalisierung der Industrie.

Die Digitalisierung der Industrie ist eines der großen Themen auf der weltweit größten Computermesse CeBIT in Hannover. Quelle: dpa

Also versuchte es Ma als Unternehmer. Er programmierte eine Plattform, auf der einheimische Firmen ihre Produkte weltweit anpreisen können. In diese Zeit fiel der steile Aufstieg der chinesischen Exportindustrie. Reformen des Regierungschefs Zhu Rongji hatten zur Gründung vieler privater Fabriken geführt. Im Jahr 2001 folgte zudem die Aufnahme Chinas in die Welthandelsorganisation. Arbeitsplätze wanderten massenhaft nach Fernost ab - und Waren flossen ebenso massenhaft in westliche Länder.

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