Allo: Wie der Google-Messenger WhatsApp angreifen will

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Allo: Wie der Google-Messenger WhatsApp angreifen will

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Google hat nun einen Messenger namens Allo auf den Markt gebracht.

von Thomas Kuhn

Google startet einen weiteren Messenger. Den braucht keiner. Trotzdem hat die Anwendung das Potenzial, den Umgang mit Computern zu revolutionieren.

Ließe sich Software kreuzen wie Hunderassen, dann wäre „Allo“ – der neue Tex-Messenger von Google – wahrscheinlich so etwas wie das gemeinsame Kind von WhatsApp und Siri oder Cortana. Denn was die neue Kurznachrichten-App auszeichnet, die der kalifornische Web-Riese soeben zum Download für Android- und iOS-Nutzer freigegeben hat, ist nicht, dass Google – neben „Hangouts“ und dem Videochat „Duo“ – nun noch einen weiteren Messenger-Dienst in die App-Stores bringt.

Den braucht kein Mensch. Denn was es zu Chatten gäbe, ermöglichen WhatsApp, Facebooks Messenger, Threema und die Vielzahl anderer Kommunikationsdienste längst zur Genüge. Dass Allo neben „normaler“ Kommunikation auch eine Flut von Icons und Emoticons mitbringt und den Versand verschlüsselter sowie selbstzerstörender Nachrichten erlaubt, ist auch nichts Neues mehr.

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Der wirkliche Unterschied liegt darin, dass Google mit dem neuen Angebot so etwas präsentiert, wie die Zukunft der Suche und der Mensch-Maschine-Interaktion. Der wirkliche Clou nämlich ist die in den Chat-Dienst integrierte künstliche Intelligenz – neudeutsch in Anlehnung an Roboter „Bot“ genannt – die sich gleich an verschiedenen Stellen in die Kommunikation einbinden lässt. Und manchmal sogar von alleine eingreift.

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Die neuen Messaging-App von Google heißt "Allo". Quelle: dpa

So kann der Nutzer nämlich zum einen direkt mit @Google chatten und beispielsweise nach anstehenden Terminen, der aktuellen Nachrichtenlage oder dem Wetter am Wochenende fragen. Im Grunde ist das eine innovativere, „natürlichere“ Form der Google-Suche in natürlicher Sprache, ähnlich jenen Funktionen, wie sie Apples Siri oder Microsofts Cortana an der Schnittstelle zwischen den lokalen Daten und der Suche im Netz ebenfalls bieten.

Daneben lässt sich Googles Chat-Bot mit dem Text „@Google“ den kommunikativen Suchdienst in bestehende Chats mit Freunden und Bekannten einbinden. Bei der Demonstration auf Googles Entwickler-Konferenz I/O lieferte der Bot auf Fragen wie „@google What restaurants are near us“ eine Liste der nächsten Lokale und blendete sie wie ein dritter Teilnehmer ins digitale Gespräch ein. Die Frage nach verfügbaren Flug- oder Zugverbindungen beantwortet der elektronische Assistent ebenso flink. Zunächst funktioniert das nur auf Englisch, Deutsch soll demnächst folgen.

Es ist zudem der Versuch, durch das Einklinken in Chatverläufe noch genauer zu verstehen, was Google-Nutzer interessiert. Denn die Möglichkeit zur nutzer-veranlassten Integration in die Unterhaltung mit Dritten ist nur die eine Option. Daneben ist Googles Assistent auch in der Lage, kontinuierlich zu verfolgen, was sein Nutzer mit seinen Chat-Partnern austauscht. Allo kann eingehende Nachrichten mitlesen, beziehungsweise mitgeschickte Bilder analysieren und selbsttätig Textvorschläge zur Beantwortung einblenden.

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Google Duo: Was taugt die Videotelefonie-App als Messenger. Quelle: Getty Images

Taucht etwa „Cat-Content“ im Chat-Eingang auf, finden sich in der Vorschlagszeile so treffende Antworten wie „Niedlich“, „Süüüüß“ oder „Herzig“. Wer in Eile ist, aber meint, eingehende Meldungen kommentieren zu müssen, kann das Tippen also dem Rechenknecht überlassen. Google verspricht dabei sogar, die kommunikativen Eigenheiten der jeweiligen Allo-Nutzer immer besser zu verstehen – und angemessen zu imitieren. Ob „Haha“-Typ oder „LOL“-Kommentator, die künstliche Intelligenz soll lernen, wie der Anwender üblicherweise reagiert und sich so an den Kommunikationsstil anpassen.

Vorausgesetzt natürlich, der Nutzer will das überhaupt. Wer schon jetzt das Gefühl hat, Google wisse eh viel zu viel über die privaten Präferenzen, sollte gar nicht erst über Allo als Threema-Alternative nachdenken. Wer hingegen Cortana und Siri liebt und gar nicht erwarten kann, dass etwa Amazons digitaler Assistent Alexa demnächst mit dem Sprachsteuerungs-Assistenten Echo in die heimischen vier Wände einzieht, der wird sich garantiert auch für Allo begeistern. Alle anderen dazwischen sind mit WhatsApp weiterhin gut bedient.

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