Amazon Echo im Test: Das Raumschiff Enterprise fürs Wohnzimmer

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Amazon Echo im Test: Das Raumschiff Enterprise fürs Wohnzimmer

von Thomas Kuhn

Amazons künstliche Intelligenz Alexa spricht nun auch deutsch. Zumindest ein bisschen. Wir konnten Amazons intelligenten Lautsprecher als eine der ersten testen.

Man stelle sich das mal vor: Mercedes kündigt seinen ersten, sprachgesteuerten Elektro-Kleinwagen an, warnt aber alle potenzielle Kaufinteressenten, dass der Wagen zwar fahre und sich bremsen oder lenken lasse, die Regelung von Radio, Navi oder Fensterhebern per Sprachbefehl noch – sagen wir – eher mittelzuverlässig funktioniere. Der Käufer könne aber gerne mithelfen, den Wagen – im laufenden Betrieb – zu Ende zu entwickeln. Höchst unwahrscheinlich, dass sich darauf ein Käufer einließe.

So funktioniert...

  • ...Amazon Echo

    Echo gibt es in zwei Formaten: Die große, 179,99 Euro teure Box hat ein Zwei-Wege-Lautsprechersystem. Das kompaktere Echo Dot kostet 59,99 Euro. Beide verfügen über exzellente Spracherkennung, die über mehrere Meter Entfernung funktioniert, sowie die WLAN-Vernetzung mit Bot Alexa. Nach Signalworten wie „Echo“ oder „Alexa“ nimmt die Box Sprachbefehle auf und übermittelt sie ins Rechenzentrum, wo Alexa die Antwort recherchiert und sie zurückschickt. Wer verhindern will, dass Echo immer mithört, kann die Spracherkennung abschalten. Amazon versichert, Mikrofone würden ganz vom Strom getrennt.

Ganz anders bei Amazons intelligentem Lautsprecher „Echo“. Bei dem wurde Amazon von Kaufanfragen geradezu überrollt, seit das Unternehmen Ende September in London verkündet hat, das bisher nur in den USA und Kanada vertriebene Gerät auch in Großbritannien und Deutschland auf den Markt zu bringen. Allerdings mit der entscheidenden Einschränkung, dass Echo, zumindest hierzulande, zunächst nur einem ausgewählten Kreis von Nutzern und noch dazu in einer noch nicht finalen Version tatsächlich zum Kauf angeboten werde. Mit diesem (kontinuierlich wachsenden) Kreis von de-facto zahlenden Beta-Testern werde man Echo dann bis zur endgültigen Marktreife entwickeln.

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In diesen Tagen nun verschickt Amazon die ersten der begehrten Bestellangebote für die 180 Euro teure Box vom Format einer Chips-Dose. Offizielle Angaben zu Stückzahlen gibt es nicht, aber dem Vernehmen nach ist es zunächst noch ein sehr elitärer – eher vierstelliger – Kreis von Testern, die seit dem 26. Oktober tatsächlich bestellen können.

Doch die Kundenzahl soll rasch wachsen, schon bald markant höher liegen. Überträgt man das Modell aus den USA, wo Amazon 2014/15 eine vergleichbare Einführungsphase durchzog, auf Deutschland, könnte der unlimitierte Verkauf von Echo hier im zweiten Quartal 2017 beginnen.

Amazons Logistik-Netz in Deutschland

  • Logistikzentren

    In Deutschland hat Amazon bislang neun Logistikzentren an acht Standorten: In Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld mit zwei Logistikzentren, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Koblenz und Brieselang.

  • Mitarbeiter

    Mehr als 9.000 Festangestellte aus über 100 Nationen. In der Weihnachtszeit kommen nach Angaben des Konzerns 10.000 weitere Saisonkräfte hinzu.

  • Logistik-Gesamtfläche

    860.000 Quadratmeter (120,5 Fußballfelder) mit einer Lagerkapazität von mehr als 3 Mio. m³.

  • Spitzen-Bestelltag

    Am 15.12.2013 verzeichnete Amazon.de 4,6 Mio. Kundenbestellungen. Das waren 53 pro Sekunde.

Während die Masse der Interessenten also noch warten muss, tatsächlich bestellen zu dürfen, steht eine der ersten „deutschen“ Echo-Dosen jetzt auf meinem Schreibtisch und freundet sich mit mir an ... oder umgekehrt. Denn das ist, was Echo tatsächlich so faszinierend macht. Obwohl optisch einem der zahlreichen handelsüblichen Schnurloslautsprecher verwandt (und diesen beim Abspielen von Musik durchaus ebenbürtig), liegt die Einzigartigkeit der smarten Box in der dahinter liegenden digitalen Intelligenz, die Amazon „Alexa“ getauft hat und die sich – so das Versprechen – per Sprachsteuerung nutzen lässt.

Auf Englisch klappt das inzwischen ziemlich reibungslos, egal ob der Sprecher seine Wünsche in breitem Texanisch äußert, oder in gepflegtem British English. Mit den deutschen Dialekten hingegen tut sich das Cyber-Ohr noch nicht ganz so leicht. Weshalb Amazon die ersten deutschen Testkäufer nun unter anderem anhand ihrer geografisch vermutbaren sprachlichen Eigenheiten auswählt. „Auch für eine künstliche Intelligenz ist es nicht ganz einfach, die deutsche Aussprachen und – mehr noch – die grammatikalischen Eigenheiten zu erlernen“, verriet mir einer der verantwortlichen Entwickler vor dem Vertriebsstart.

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