Amazon Echo: Jetzt bringt Amazon die künstliche Intelligenz ins Wohnzimmer

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Amazon Echo: Jetzt bringt Amazon die künstliche Intelligenz ins Wohnzimmer

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Digitale Assistenten revolutionieren unseren Umgang mit dem Computer.

von Thomas Kuhn

Digitale Assistenten revolutionieren unseren Umgang mit Computern – und schaffen einen neuen Milliardenmarkt. Amazon gibt mit Echo das Tempo vor. Jetzt sollen deutsche Kunden den digitalen Butler testen.

Es ist eine E-Mail, wie sie der Technologiekonzern Amazon nur selten verschickt: Am Mittwoch informiert das Unternehmen Tausende Menschen in Deutschland, ob sie als Testnutzer für sein neuestes Produktexperiment ausgewählt wurden. Vordergründig geht es dabei um Echo, eine Lautsprecherbox, etwa so groß wie eine Chipsdose. Man könnte sie leicht mit einem gewöhnlichen Lautsprecher verwechseln. Aber am 26. Oktober zieht das Geschäft mit der künstlichen Intelligenz endgültig in die deutschen Wohnzimmer ein.

Denn das Gerät, für das sich hier viele vorab schon angemeldet haben, ist gekoppelt an die Computerintelligenz Alexa. Sie ruht auf den firmeneigenen Amazon-Servern. Von Echo aufgeweckt, ist sie in der Lage, Sprachbefehle auf Deutsch zu verstehen und auszuführen und mit dem Nutzer zu kommunizieren. Alexa wird ein Taxi bestellen können und das Wetter auf Mallorca voraussagen. Wer will, kann sich von ihr vorwarnen lassen, ob es auf dem Weg zur Arbeit Stau gibt, und alternative Routenvorschläge einholen. Vor allem aber wird Alexa die Bedürfnisse seiner neuen Besitzer nach und nach kennenlernen und sich immer besser an diese anpassen lernen.

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"Bots sind die neuen Apps"

Den Vorstoß auf den größten europäischen Markt orchestriert Amazon dabei akribisch. Testgeräte dürfen nicht vorab verschickt werden, Erfahrungsberichte möglichst nicht in der Zeitung erscheinen. Der Konzern steckt Terrain ab: Chat-Roboter wie Alexa, da sind sich die Experten einig, sind gerade dabei, das Machtgefüge in der Welt der Techgiganten neu auszutarieren.

So funktioniert...

  • ...Amazon Echo

    Echo gibt es in zwei Formaten: Die große, 179,99 Euro teure Box hat ein Zwei-Wege-Lautsprechersystem. Das kompaktere Echo Dot kostet 59,99 Euro. Beide verfügen über exzellente Spracherkennung, die über mehrere Meter Entfernung funktioniert, sowie die WLAN-Vernetzung mit Bot Alexa. Nach Signalworten wie „Echo“ oder „Alexa“ nimmt die Box Sprachbefehle auf und übermittelt sie ins Rechenzentrum, wo Alexa die Antwort recherchiert und sie zurückschickt. Wer verhindern will, dass Echo immer mithört, kann die Spracherkennung abschalten. Amazon versichert, Mikrofone würden ganz vom Strom getrennt.

Ob Apple, Google, Facebook oder Microsoft – alle arbeiten an ähnlichen Diensten, deren Erlöse bald die geschätzt 40 Milliarden Dollar schwere App-Economy noch weit übersteigen dürften. Zig Apps und Onlinedienste nutzen wir schließlich bereits auf Mobilgeräten. Wer als Erster diese auf einer Plattform wie Alexa bündelt, liegt vorn. Setzt er noch die Standards, wie wir unseren mit künstlicher Intelligenz angereicherten Alltag in Zukunft steuern, könnte er gar zum digitalen Alleinherrscher aufsteigen. Um es mit Amazon schärfstem Konkurrenten in dem Geschäft, Microsoft-Chef Satya Nadella, zu halten: „Bots sind die neuen Apps.“

Alexa ist dabei nichts weniger als der Wirklichkeit gewordene Traum von Amazon-Chef und Sci-Fi-Enthusiast Jeff Bezos. Ihre Entwicklung hat Bezos den Amazon-Programmierern persönlich aufgetragen. Inspiration soll sich der Star-Trek-Fan vom Cyberdiener, den man vom Bordcomputer des Raumschiffs Enterprise her kennt, geholt haben. Führen uns die Botagonisten bei unserem Umgang mit Technologie bald in unbekannte Sphären?

Keiner ist in dem Geschäft schon so weit vorgeprescht wie Amazon: Rund 3000 elektronische Fertigkeiten haben die firmeneigenen Programmierer und ein Heer freier Entwickler Alexa in den USA bereits beigebracht. Der Name des smarten Assistenten ist zugleich Anspruch: So wie die berühmte Bibliothek von Alexandria das gesamte verfügbare Wissen der antiken Zeit sammeln sollte, so soll Alexa heutigen Nutzern die Informationen und Dienstleistungen des digitalen Zeitalters erschließen.

Auch in den USA gab es die Echo-Box nach der Vorstellung im September 2014 zunächst nur für ausgewählte Nutzer. Mit deren Hilfe perfektionierten die Entwickler anschließend sowohl die Spracherkennung als auch die Anbindung der Dienste im Netz. Nach rund einem halben Jahr Feintuning war die Box dann für alle erhältlich.

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