Amen-Gründer Petersen: „Wenn Mark Zuckerberg Amen nutzt, ist es vielleicht doch nicht so doof“

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Amen-Gründer Petersen: „Wenn Mark Zuckerberg Amen nutzt, ist es vielleicht doch nicht so doof“

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Amen-Gründer Petersen: "Man muss vermeiden, dass man Leuten sagt: Bitte fülle uns mal die Datenbank aus"

von Oliver Voß

Vor einem  Jahr sorgte das Meinungsportal Amen für Furore. Nun soll die Seite mehr Nutzwert bringen, Mark Zuckerberg konnten die Berliner schon überzeugen.

Kaum ein deutsches Startup hat im vergangenen Jahr so viele Schlagzeilen gemacht wie Amen. Dort können die Nutzer sagen was die tollsten, dümmsten oder lustigsten Dinge und Personen sind. Durch Zustimmung und Ablehnung entstehen diverse Ranglisten.

Für Furore sorgte Amen aber vor allem dadurch, dass der Schauspieler und langjährige Twitter-König Ashton Kutcher bei den Berlinern investierte. Inzwischen ist es um das Meinungsportal ruhig geworden. Im Interview erklärt Chef und Gründer Felix Petersen, wie Amen mehr Nutzwert bringen soll und von welchen anderen Berliner Startups er sich viel verspricht

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WirtschaftsWoche: Was ist denn mit meinem Amen-Profil passiert?

Felix Petersen: Wieso, was ist denn damit?

Na das ist weg, ich kann mich da jedenfalls nicht mehr einloggen.

Ach so im Web wahrscheinlich. Wir haben uns entschieden, die Webversion vorübergehend abzuschalten und uns auf das iPhone zu konzentrieren. Wir werden später aber auch Android machen und auch die Webversion kommt auf jeden Fall zurück.

[Anmerkung der Redaktion: Inzwischen ist die Webversion in veränderter Form wieder verfügbar.]

Aber wieso beschränkt ihr den Dienst auf iPhone-Nutzer?

Als Startup kann man sich nicht auf zu viele Plattformen auf einmal konzentrieren. Wir hatten die Wahl, jeweils ein Monat länger auf jede neue Version zu warten oder auf einer Plattform schnell zu sein. Wir haben aber auch gesehen, dass es wenige reine Webnutzer gab. Es ist natürlich ärgerlich, dass ich gerade einen erwischt habe.

Wie groß war denn die iPhone-Nutzer-Quote?

90 Prozent. Zudem ist die Qualität von deren Daten deutlich besser. Wir können Positions- oder Foursquare-Daten hineinziehen und direkt Vorschläge für Amen-Einträge machen, wenn wir wissen, wo jemand ist.

Am Computer tippen die Leute auch mehr und haben sehr lange Sachen eingegeben, die dann vielleicht nicht so sinnvoll waren. Da kamen dann Sachen wie „Die Tatsache, dass die Sonne scheint und ich mir an den Eiern kratze ist the best thing to say right now.“

Deswegen fragen sich viele, was Amen überhaupt soll. Ich kann dort diskutieren, ob Beischlaf oder Mittagsschlaf der beste Schlaf aller Zeiten ist. Das ist vielleicht mal lustig, doch was bringt das letztlich?
Bei Amen geht es um Meinungen zu allen Themenfeldern. Das können auch exotische Dinge sein, wie der beste Science-Fiction-Film von 1972 oder der beste Ostfriesenwitz. Ich kann aber auch in Echtzeit erfahren, was das beste Event heute Abend in Berlin ist.

Die Leute lieben klare, einfache Toplisten. Sie konsumieren sie sehr gern, doch bisher hatte niemand einen Trick gefunden, damit Leute diese Listen auch erstellen. Es gibt zwar einige Seiten, die mit solchen Listen arbeiten, doch die sind in der Regel redaktionell erstellt. Dadurch, dass die Leute sich bei uns streiten, haben wir einen Weg gefunden, wie die Listen von allein entstehen und wachsen.

Aber wenn ich das beste Hotel oder Restaurant in einer Stadt suche, kann ich auch zu Qype oder Tripadvisor gehen. Da bekomme ich sogar noch viele Zusatzinformationen.

Oft will ich aber gar keine ausführlichen Kritiken. Ich will nur drei Namen von Restaurants, von jemandem, dem ich vertraue. Wie die sind und wo sie liegen, kann ich später woanders nachgucken, das ist gar nicht das Ziel von Amen. Uns geht es darum, zu allem Listen zu haben. Dann kann ich eines Tages auch zu Amen gehen und gucken, was sind die fünf besten Mountainbikes für unter 1000 Euro.

Wir wollen, dass Leute bei starken Meinungen an Amen denken. Wenn jemand einen schlechten Burger isst, soll er bei Amen sagen, das war der schlechteste Burger in Berlin.

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