Analyse: Wie sich die Dax-30 bei Facebook schlagen

Analyse: Wie sich die Dax-30 bei Facebook schlagen

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Logo von Facebook

von Oliver Voß

Viele Unternehmen haben ihre Aktivitäten bei Facebook massiv aufgebaut. Eine exklusive Rangliste zeigt, wie sich die Popularität der Dax-30 und ihrer Marken bei Facebook im Jahresvergleich entwickelt hat.

2010 war DAS Facebook-Jahr. Erstmals überholte das Netzwerk bei einigen Nutzungszahlen den Dauerprimus Google und immer mehr Beobachter erkennen die Seite als den großen Konkurrenten für die Netzbeherrschende Suchmaschine an. Selbst ein Hollywood-Film samt Oscar-Nominierungen adelte Mark Zuckerbergs Werk.

So haben auch zahlreiche Unternehmen die Bedeutung von Facebook erkannt und ihre Aktivitäten auf die Seite ausgedehnt. Kaum ein Berufsbild ist derzeit so angesagt, wie das des Social Media Managers, der die unternehmerischen Aktivitäten bei Facebook & Co. professionell managt.

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Betrachtet man die Auftritte der Unternehmen bei dem Netzwerk, spiegeln sich bei vielen das gestiegene Engagement aber auch Popularität und Nutzung wieder. Karsten Kilian, Gründer und Betreiber von Markenlexikon.com hat dazu exklusiv für die WirtschaftsWoche die Facebook-Seiten der 30 DAX-Unternehmen analysiert und mit den Ergebnissen von 2010 verglichen. Die komplette Rangliste finden Sie hier.

"Große Herausforderung für Social Media Manager“

Im Gegensatz zu anderen Ranglisten betrachtet Kilian dabei nicht nur die primäre Unternehmensseite, sondern auch diverse Unterseiten einzelner Marken. Vor allem bei Unternehmen wie Beiersdorf entscheiden sich die Ergebnisse dadurch enorm, denn während der Kosmetikkonzern auf Facebook nicht wirklich populär ist, verzeichnet allein die internationale Labello-Seite 391.000 Fans, Labello-Deutschland gefällt noch einmal 72.000 Nutzern.    

„Es gibt eine immer stärkere Ausdifferenzierung“, sagt Kilian. Er fand eine indonesische Allianz-Seite mit mehr als 5000 Fans oder 20.000 chilenische Anhänger der Beiersdorf-Marke Eucerin.

Besonders ausgeprägt ist die Seitenvielfalt naturgemäß bei Konsumgüterherstellern mit großem Markenportfolio und vor allem den Autobauern. Volkswagen kommt auf mehr als 600, im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Zahl der verschiedenen VW-Seiten mit mehr als 1000 Fans mehr als verdoppelt.

„Das ist eine große Herausforderung für Social Media Manager“, sagt Kilian. Denn neben den eigenen Hauptseiten, sollten sie auch die größeren, nicht vom Unternehmen betriebenen Seiten beobachten und sich gegebenenfalls in Diskussionen einmischen.   

Die wichtigsten Ergebnisse seiner Analyse:

Unangefochtener Spitzenreiter ist nach wie vor Adidas (inkl. Reebok) mit mittlerweile 18,5 Mio. Fans, und damit 13,5 Mio. mehr als noch vor einem Jahr. Auf den Plätzen 2, 3 und 4 folgen die drei führenden deutschen Autokonzerne.Im Vergleich zum Ranking vom Frühjahr 2010 hat von den Autoherstellern Daimler am deutlichsten zugelegt und seine Fanzahlen mehr als versechsfacht, die BWM Group nahezu verfünffacht, während die Volkswagen Gruppe (inkl. Porsche) „nur“ um gut 170% zulegen konnte.Beiersdorf mit seinen Marken Nivea, Labello, Eucerin, Florena, Tesa und La Prairie ist hinter Daimler auf Platz 5 zurückgefallen, während sich die Metro Gruppe mit einem Wachstum von über 1.200% auf Platz 9 verbessern konnte.Ebenfalls deutlich zugelegt hat die Deutsche Telekom, die ihre Fanzahlen, von einem niedrigen Niveau ausgehend, um fast 2.100% steigern konnte und jetzt auf Platz 11 liegt.Von den Ende März 2010 erfassten DAX-Unternehmen mit weniger als 1.000 Fans haben sich ThyssenKrupp, Fresenius Medical Care und die Commerzbank auf mittlerweile 2.200, 3.100 bzw. 3.200 Fans verbessert.Am deutlichsten verbessert aber hat sich die Münchner Rück mit Ihren Marken DKV und Ergo, die mittlerweile zusammen fast 7.000 Fans auf sich vereinen.Beachtlich zugelegt haben auch die BASF, Siemens und Bayer. Zählte die BASF vor einem Jahr erst 1.300 Fans, so kann sich der weltweit führende Chemiekonzern mittlerweile über 15.300 Fans freuen.Vom gleichen Fanniveau kommend hat sich Siemens noch deutlicher verbessert auf aktuell 33.000 Fans. Bayer wiederum konnte, vor allem dank seiner starken Marke Aspirin, seine Fanzahlen innerhalb eines Jahres von 3.200 auf 33.800 mehr als verzehnfachen.

„Das Wachstum wird noch eine Weile anhalten“, erwartet Kilian. Für Unternehmen ist das ein großes Potenzial. So könne allein Adidas auf einen Schlag ohne größere Kosten etwa acht Millionen interessierte Kunden ansprechen. Doch dabei müssen die Unternehmen auch vorsichtig sein.

„Die Botschaften dürfen nicht zu werblich sein“, sagt Kilian. Es komme auf einen persönlichen Ton an. Um den zu treffen sollten Unternehmen ihren Social Media Beauftragten gewisse Spielräume einräumen und riskieren, dass sie auch mal nicht ganz den richtigen Ton treffen. „Wenn alles nach Hochglanzbroschürentext klingt, melden sich die Fans auch schnell wieder ab.“

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9 Kommentare zu Analyse: Wie sich die Dax-30 bei Facebook schlagen

  • Dieser Artikel ist ein ziemlicher Schmarrn. Schon der Eingangsvergleich von Google und Facebook ist vollkommen daneben, Äpfel und birnen halt. Und solange nicht belegbare Untersuchungen bezüglich der Umsatzgenerierung durch Facebook vorliegen, wobei zweifelhaft ist, warum Facebook dies überhaupt leisten könnte, nicht mehr als ein "nice to have". ich würde bei einer gesteigerten Facebook-Präsenz, die Produkte dieser Firma umso kritischer hinterfragen

  • @ hype-Lemminge: Warum sollen Google und Facebook denn nicht vergleichbar sein? beide leben doch gleichermaßen von Werbung. ihrer Argumentation folgend, dass Sie bei einer gesteigerten Facebook-Präsenz die Produkte einer Firma umso kritischer hinterfragen, würde auf Google übertragen bedeuten, dass Sie die gleiche kritische Haltung bei AdWords-Aktivitäten von Unternehmen einnehmen müssten. Woher also die "Aufregung"? Worin liegt denn der zentrale Unterschied beider Portale? Doch primär im Grund des besuchs und in der Verweildauer. Demgegenüber bekunden besucher auf beiden Seiten, wenngleich auf jeweils andere Art, ihr interesse an Themen, Personen und Marken - auf Facebook sogar immer in Verbindung mit ihrem persönlichen Profil, auf Google nur fallweise. (P.S.: Etwas mehr Netiquette wäre wünschenswert. )

  • Gibt es denn heute nichts anderes mehr, als Facebook und Google? Wann haben Sie das letzte Mal mit Menschen in der Region gesprochen? Wo soll das hinführen und was soll es bringen? Wer kann den Japanern im Augenblick besser helfen, die Nachbarn vor Ort oder die Online-Kontakte im Rest der Welt? ich bin wahrlich ein Kind des Computer-Zeitalters, aber Facebook ist für mich wie E10: kommt für mich nicht in Frage.

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