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Anleitung: Mit Bitcoins zahlen in fünf Schritten

von Andreas Menn

Die digitale Währungseinheit Bitcoin ist in aller Munde. wiwo.de erklärt in fünf Schritten, wie die Cyberwährung funktioniert.

Online-Währung Bitcoin
Online-Währung Bitcoin

Bitcoin, kurz BTC, ist eine Währungseinheit, die Nutzer in einem so genannten Peer-to-Peer-System austauschen, also einem dezentralen Computernetzwerk. Sie zu benutzen, birgt derzeit das Risiko eines Totalverlusts, da niemand die Stabilität des Zahlungsmittels vorhersagen kann. Jeder, der es trotzdem wagen möchte, kann Bitcoins kaufen und zum Bezahlen benutzen - und das funktioniert so:

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1. Konto eröffnenZunächst lädt der Nutzer den Bitcoin-Client aus dem Netz und installiert ihn auf seinem Computer. Persönliche Angaben müssen nicht gemacht werden. Beim ersten Öffnen lädt die Software die gemeinsame Datenbank des Netzwerks herunter - ein Verzeichnis aller Zahlungen im Bitcoin-Netzwerk. Das Laden kann je nach Internet-Verbindung mehrere Stunden dauern. Die Datenbank stellt sicher, dass niemand Falschgeld überweisen kann: Sie weist jeden Bitcoin einer Bitcoin-Adresse zu und damit einem Nutzer. Die eigene Bitcoin-Adresse, einen kryptischen Buchstabencode, bekommt der Nutzer automatisch mit dem Installieren der Software. Sie kann zum Beispiel so aussehen: 1Lu3nfXbD3UP76NMAgvTAGdUzWdvvB3zCP. Im Programm wird sie oben unter dem Punkt "Ihre Bitcoin-Adresse" angegeben. Außerdem speichert die Software eine Datei namens wallet.dat auf dem Computer. Sie enthält kryptografische Schlüssel, mit denen der Nutzer gegenüber dem Bitcoin-Netzwerk ausweist, dass ihm die entsprechende Bitcoin-Adresse gehört.

2. Münzen kaufenEs gibt verschiedene Wege, an Bitcoins zu gelangen:a ) Gratis-Bitcoins: Wer sich als neuer Nutzer nicht weit hervorwagen mag, kann auf der Webseite Bitcoin Faucet Gratis-Geld in Höhe von 0,002 Bitcoin anfordern, umgerechnet derzeit etwa zwei Eurocent. Dazu muss er ein Google-Konto haben und seine Googlemail-Adresse angeben. b) Bargeld-Eintausch: Privatpersonen bieten Bitcoins gegen Bargeld - diese Bitcoin-Händler, ihr Wohnort und ihre Telefonnummern oder E-Mailadressen sind auf der Seite Bitcoin local gelistet.c) Börsenhandel: Internetseiten wie Mt Gox oder BitMarket bieten Bitcoin gegen Euro oder andere Währungen an. Dazu muss sich der Nutzer einmalig registrieren und den Geldbetrag etwa per Banküberweisung oder Zahlsysteme wie Dwolla an die Börse senden. Wie an einer Aktienbörse lassen sich dann Bitcoin-Kauforder platzieren, z.B. zehn Bitcoin zum Kurs von 14 Dollar. Eine Order, die über dem aktuellen Preisangebot an der Börse liegt, wird sofort erfüllt. Die Börse schickt die Bitcoins schließlich an die Bitcoin-Adresse des Nutzers. Die Börse ist auch der Ort, um Bitcoins wieder in Euro umzuwandeln. d) Bitcoins schürfen: Bitcoin-Nutzer können auch selbst neue Bitcoins errechnen. Dieses so genannte Mining erfordert leistungsstarke Computer und ist Computer-Laien nicht zu empfehlen.

3. Mit Bitcoins bezahlenHat jemand Bitcoins an der Börse erworben, so ist die entsprechende Summe in seinem Bitcoin-Client aufgeführt. Um nun einen Geldbetrag zu überweisen, reicht die Angabe der Summe und der Adresse des Empfängers in der Software. Nach etwa zehn Minuten ist das Geld beim Empfänger angekommen. Eine Liste der Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren, gibt es hier.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.07.2011, 02:52 UhrAnonymer Benutzer: Alfred Hering

    Toller Artikel!

    Einige Kleinigkeiten noch:

    - bitmarket.eu bietet eine Vermittlung von Tauschgeschäften zwischen Privatpersonen in Deutschland an und man kann daher von den oft viel kürzen Laufzeiten für nationale banküberweisungen profitieren. Statt Pflichtgebühren fallen nur freiwillige Spenden an!

    - Eine weitere (übrigens von Mitgliedern der bitcoin-Entwickler-Community geschaffene) börse für bitcoins, die auch Euro annimmt, ist neben bitmarket intersango. Diese ist noch klein, läuft aber kostenlos mit Open Source Software und sollte daher besonders sicher sein.

    - Außerdem entstehen derzeit Möglichkeiten, bitcoins direkt zu festen Kursen zu tauschen, also Online-Wechselstube mit Gebühren um 5 Prozent. Ein Anbieter ist das polnische Unternehmen Lillon Transfer. Aufgrund von Vorkehrungen gegen Geldwäsche sind hier die beträge auf 1000 Euro begrenzt, bei unbekannten Anbietern allerdings ist Vorsicht nicht verkehrt!

    - Neben Händlern, die direkt bitcoins anbieten, kann man bei der Seite spendbitcoins.com gegen bitcoins Geschenkkarten für viele große Online-Händler wie zum beispiel Amazon erwerben und mit diesen bezahlen. Ein ausgesprochen erfolgreiches und zukunftsträchtiges Geschäftsmodell!


    - Und schließlich noch ein ganz ganz wichtiger Tipp zum Schutz der digitalen Geldbörse: Die bitcoin-Software sollte ausschließlich unter einem eigens eingerichteten separaten benutzerkonto betrieben werden, auf das die sonstigen Programme keinen Zugriff haben. Das ist ein ganz wesentlicher Schutz vor Malware! Und wer schon jemals Trojaner oder Viren auf seinem Windows-Rechner hatte, sollte entweder sein System platt machen, neu installieren und updaten bevor er bitcoin startet. Oder lieber gleich Ubuntu, Knoppix oder noch besser c't bankix installieren - alles kostenlose, bewährte Linux-Versionen. Das ist nicht nur deutlich sicherer, sondern unterm Strich erheblich weniger Arbeit als die korrekte Absicherung eines Windows-Systems!

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