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Apple: Der alte Mann und die Wut

von Axel Postinett Quelle: Handelsblatt Online

Die Bilanzvorlage von Apple geriet zum Rundumschlag von Steve Jobs: Die Bekanntgabe der Quartalszahlen nutzte der Apple-Chef zur Abrechnung mit Google, Samsung und Co - und ließ kein gutes Haar an den Konkurrenten. Doch auch bei Apple selbst läuft nicht alles rund.

Nicht nur Apple-CEO Steve Jobs Quelle: REUTERS
Nicht nur Apple-CEO Steve Jobs hadert mit seiner Biografie Quelle: REUTERS

Apple eilt von einem Rekordgewinn zum nächsten. Für Konzernchef Steve Jobs war das in den vergangenen beiden Jahren aber kein Anlass, selbst die Bilanz zu erläutern. Den Job überließ er seinem Finanzvorstand Peter Oppenheimer. Die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal präsentierte der Apple-Chef allerdings selbst - und wie.

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Getrieben wurde er nicht von dem Rekordgewinn von über vier Mrd. Dollar. Der Zorn auf die Konkurrenz ließ ihn das Wort ergreifen: Der Überraschungsauftritt wurde zu einer emotionsgeladenen Generalabrechnung mit Google, Samsung und wer sonst noch alles die Wege von Jobs kreuzte.

Der Blackberry von RIM sei schlicht abgeschlagen, ist er sicher, er glaubt nicht einmal mehr, dass der aus Kanada stammende Smartphone-Pionier in absehbarer Zeit zu Apple werde aufschließen können. Das Thema ist für ihn schlicht beendet.

Streit um Googles Android

Google und seine Android-Smartphones? Wer weiß schon, ob die Zahlen richtig sind, die Konzernchef Eric Schmidt da so erzählt, zweifelt Jobs die Aussagen des ehemaligen Board-Mitglieds von Apple an. Es gebe keine nachprüfbaren Angaben der Hersteller. Und: Googles Android sei nicht offen, nur völlig fragmentiert, unübersichtlich, mit 100 verschiedenen Versionen und noch mehr verschiedenen Geräten, so dass Software-Entwickler verzweifelten. Das iPhone-Betriebssystem dagegen kenne nur zwei Versionen. Nebelkerzen sind es, die Google da werfe, um von den Nachteilen für die Verbraucher abzulenken. Sonst nix.

Und da sind dann noch die, die glauben, sie könnten sein iPad angreifen. Die meisten setzten auf kleine 7-Zoll-Bildschirme, nicht auf 10-Zoll, wie er. Hersteller und Entwickler würden das bitter bereuen. Kein Kunde will das, weiß Jobs. "Die 7-Zoll-Pads sind schon tot, wenn sie erscheinen." Das, fügt er spöttisch an, "klingt nach einer Menge Spaß, den wir haben werden".

Doch ist das die Realität? Es gibt zumindest Anhaltspunkte dafür, dass die Konkurrenz noch lange nicht tot auf dem Wasser treibt, so wie es der Apple-Gründer darstellt. Im Gegenteil: Der Wettbewerb droht Schleifspuren in der Bilanz zu hinterlassen.

Kein Wunder also, dass sich Beobachter verunsichert ob solcher Ausfälle zeigen. "Ich bin besorgt um Apple", sagte Analyst Michael Obuchowski von First Empire der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Jeder schießt sich auf Apple ein und man will doch wissen, wie sie reagieren werden." Die Aktie gab zwischenzeitlich massiv nach, Investoren wollten vorsorglich ihre Gewinne sichern.

Die Bilanz war trotz der Rekordzahlen aber auch nicht gut genug, Experten hatten von Jobs mehr erwartet. Da war zunächst die Absatzzahl des iPads mit gut 4,1 Mio. Stück. Über fünf Mio. hatten Analysten erwartet, und mit Sicherheit hätten die Kunden sie auch gekauft - Apple konnte aber nicht liefern. Jobs wurde Opfer des eigenen Erfolgs. Teilemangel, zu wenige Bildschirme und Engpässe bei Chips bremsen Apple aus.

Und dann ist da noch das Problem mit der Rendite. "Ich glaube, was wir gesehen haben ist ein ziemlich beeindruckender Kostenanstieg beim iPhone", sagte Andy Hargreaves, Analyst bei Pacific Crest Securities. Die Bruttorendite Apples ist mit 36,9 Prozent zwar üppig, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Allein die kostenlose Nachlieferung von Schutzhüllen für das iPhone hatte 100 Mio. Dollar im Quartal verschlungen.

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