Apple-Kulthandy: T-Mobile veräppelt iPhone-Alt-Kunden

Apple-Kulthandy: T-Mobile veräppelt iPhone-Alt-Kunden

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Für Verärgerung bei den Bestandskunden mit iPhone-Vertrag, dafür aber für Hohn und Spott bei Freunden und Kollegen sorgen die jetzt bekannt gewordenen Wechselbedingungen von T-Mobile

Das iPhone 3G kommt am 11. Juli nach Deutschland. Grund zur Freude für viele, die noch kein Kulthandy haben. Ihr Warten hat sich gelohnt: Besseres Gerät zum günstigeren Preis. Alt-iPhone-Besitzer, wie WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Stölzel, sind verärgert und fühlen sich von ihrem Mobilfunkanbieter veräppelt. Ein Kommentar.

Nun ist es offiziell: Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, verpasst den Käufern der ersten Generation von Apples iPhone eine kräftige Ohrfeige. Denn wollen die nun zum neuen iPhone 3G wechseln, müssen sie 15 Euro Strafgebühr für jeden Monat Restlaufzeit ihres alten iPhone-Vertrags berappen, der mindestens ein halbes Jahr alt sein muss. Hinzu kommen möglicherweise noch einmal die Anschlusskosten.

Dabei hatten die iPhone-Kunden für ihr altes Gerät schon 399 Euro bezahlt, obwohl es laut Apple nur halb so schnell ist wie das neue und einige Funktionen vermissen lässt. Summa Summarum macht das unterm Strich also fast 700 Euro. Für neue Kunden kostet das iPhone dagegen nur einen Euro. Viele alte iPhone-Käufer dürften sich zudem schon deshalb veräppelt fühlen, weil das alte iPhone in Deutschland erst ein halbes Jahr im Handel ist und sie ihres erst kürzlich gekauft haben. Marktstart des neuen iPhone 3G ist der 11. Juli. Mit einem Nachfolgegerät hatten viele so schnell nicht gerechnet.

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T-Mobile zeigt mit den teuren Wechselkonditionen deutlich, wie unbeholfen das Unternehmen im Umgang mit Kunden ist. Als Begründung führen Konzernsprecher gern an, dass ein T-Mobile-Kunde mit einem Nokia-Handy auch nicht so einfach aus seinem Vertrag aussteigen könne. Doch ein iPhone-Kunde ist kein Nokia-Kunde. Ihn unterscheiden zwei Dinge: Erstens gehören Apple-Nutzer zu einer Gemeinschaft mit unzähligen Web-Foren, Blogs und eigenen Zeitschriften, in denen nun T-Mobile reihenweise Prügel einstecken wird. Zweitens besitzen iPhone-Kunden derzeit eine breite Aufmerksamkeit in den Massenmedien. Diese stürzen sich seit Monaten auf jede noch so kleine Meldung zum Kulttelefon und werden genüsslich über die verärgerten T-Mobile-Kunden berichten.

Sicher, die Telekom-Tochter wird einige der Besitzer des alten iPhones bewegen, auf das neue Gerät umzusteigen. Und sicher wird sich der finanzielle Schaden kurzfristige für den Mobilfunker auch in Grenzen halten. Doch viele iPhone-Kunden sind nur wegen des Geräts von anderen Anbietern wie Vodafone, O2 oder E-Plus zu T-Mobile gewechselt. Der langfristigen Kundenbindung an T-Mobile über den Zwei-Jahres-Vertrag hinaus dürfte eine solche Strategie schaden, weil vor allem diese Kunden bisher keine positiven Erfahrungen mit dem Unternehmen sammeln konnten. Zudem stößt T-Mobile vor allem die wertvollen Early Adopters vor den Kopf stößt – solche Kunden, die sich Neuheiten sofort kaufen, wenn sie auf den Markt kommen, und dafür auch ein paar Euro mehr bezahlen, solange es sich im Rahmen bewegt.

Hohn und Spott der Freunde

Das Schlimmste aber ist, dass der Konzern iPhone-Alt-Kunden nun dem Hohn und Spott ihrer Freunde und Kollegen aussetzt, weil anders als bei einem Nokia- oder Samsung-Handy die alten und neuen iPhone-Preise bei vielen Leuten im Kopf präsent sind und das Gerät polarisiert.

Allerdings ist auch Apple nicht von aller Schuld freizusprechen. Nach Information der WirtschaftsWoche besteht der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino darauf, dass T-Mobile die Erfolgsbeteiligung aus den alten iPhone-Verträgen selbst dann überweist, wenn die Kunden auf ein neues Gerät umsatteln. Doch es gibt Hoffnung: Als das Unternehmen im vergangenen Jahr kurz nach Marktstart des iPhones in den USA die Preise dort von 599 Dollar auf 399 Dollar senkte, musste es nach heftigem Kundenprotest diejenigen mit Gutscheinen entschädigen, die das Telefon zuvor teuer eingekauft hatten. Auch wenn ein Apple-Sprecher das bisher nicht kommentiert, könnte sich das hierzulande wiederholen.

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