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Apple Maps: Apple spannt Google die Karten-Spezialisten aus

von Axel Postinett Quelle: Handelsblatt Online

Nur durch Pannen zeichnet sich der neue Apple-Kartendienst bisher aus. Experten kritisieren die zahlreichen Fehler. Nun buhlt der iPhone-Hersteller mit Antrittsprämien um Kartographen des großen Konkurrenten Google.

Die Begeisterung beim Verkaufsstart des iPhone 5 kannte in den Apple-Stores der Welt keine Grenzen. Doch trotz der schönen Bilder und noch besseren Verkaufszahlen ist wohl kein iPhone-Verkaufsstart je so schief gelaufen, wie dieser. Die Netzgemeinde überschlägt sich mit Kritik am neuen Apple-Smartphone.

Bild: REUTERS

Die Probleme mit dem neuen Apple-Kartendienst könnten weit schwerwiegender sein als bislang vermutet. Experten aus dem Bereich Kartographie gehen davon aus, dass es Jahre dauern könnte, bis der iPhone-Hersteller zum Konkurrenten Google aufholen kann. Mit Hochdruck, so Brancheninsider, versuchen Apple-Headhunter, deshalb Mitarbeiter bei dem Suchmaschinenkonzern abzuwerben, um die Mannschaft zu verstärken. Apple Maps ersetzt in der aktuellen Version der iPhone- und iPad-Software das bislang vorinstallierte Google Maps, das für einen Teil der Apple-Kunden damit nicht mehr verfügbar ist, und fällt vor allem wegen schwerer Fehler in der Darstellung von Karten und teilweise ungenauen Ortsangaben auf. Apple selbst bittet um „etwas Zeit“, um die Fehler beheben zu können.

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Doch so einfach scheint es nicht zu sein. „Apple Maps ist unvollständig, unlogisch, mit Positionsfehlern, veraltet und hat thematische Ungenauigkeiten.“ Zu diesem vernichtenden Urteil kommt der anerkannte Kartographie-Experte Mike Dobson in einer ausführlichen Analyse auf seinem Blog „Exploring Local“. Als einen der zentralen Fehler sieht er dabei den Versuch, den gesamten Prozess der Datenaufbereitung und -zusammenführung zu automatisieren.

Daran sei schon Google kläglich gescheitert und habe daraus gelernt. Heute arbeiten nach Handelsblatt-Informationen im Silicon Valley weit über tausend Mitarbeiter nur an der Verbesserung des Kartendienstes. Dobsen glaubt, dass es Jahre dauern könnte, bis Apple aufholen kann. Es sei eine Frage des Geldes und der besten Experten.

Wer den Markt der Smartphones regiert

  • Apple

    Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

  • Samsung

    Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

  • Nokia

    Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

  • RIM

    Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

  • HTC

    Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

  • Motorola

    Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

  • Sharp

    Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

  • Andere

    Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

85.000 Dollar Antrittsprämie

Von Ersterem hat Apple mit 117 Milliarden Dollar liquiden Mitteln mehr als genug, von Letzterem offenbar nicht. Der Branchendienst Techcrunch berichtet von einer massiven Abwerbekampagne Apples. Frühere Mitarbeiter von Google Maps sowie freie Mitarbeiter und Teams würden gezielt von Personalberatern angesprochen, nach Cupertino zu wechseln. Einem erfahrenen ehemaligen Google-Maps-Projektleiter sei etwa eine Antrittsprämie von über 85.000 Dollar versprochen worden.

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Apple Maps wird ab Werk auf dem iPhone 5 ausgeliefert. Auf älteren Geräten wird es automatisch mit der aktuellen Version des Betriebssystems iOS6 von Apple installiert - am ersten Wochenende passierte das auf 100 Millionen Geräten. Das bislang vorinstallierte Google Maps ist danach nicht mehr verfügbar.

Der Suchmaschinenkonzern arbeitet an einer App, die später in Apples Onlinestore verfügbar sein soll. Die Löschung des Kartendienstes soll Google von der Erfassung der Bewegungsdaten der Apple-Kunden abhalten. Sie sind wichtig, um lokale Werbung, etwa für Hotels oder Restaurants, zu platzieren. Lokale Werbung gilt als eines der größten Wachstumsfelder in der Onlinewerbung.

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