Apples iPad: Die i-Volution geht weiter

Apples iPad: Die i-Volution geht weiter

von Matthias Hohensee

Nach iPod und iPhone kommt nun das iPad – Apples Interpretation eines modernen Tablet-Computers. Ende März ist es verfügbar – zu einem überraschenden Preis. Die WirtschaftsWoche hat es getestet.

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Apple-Chef Steve Jobs präsentiert in San Francisco das neue iPad. Es soll die Lücke zwischen iPhone und Notebooks schließen

Steve Jobs spannt die Journalisten auf die Folter. Auf der Bühne des Yerba Buena Kunstzentrums im Herzen von San Francisco stellt der Apple-Chef am Mittwochvormittag Ortszeit in allen Einzelheiten seine jüngste Schöpfung vor: Das langerwartete iPad, eine Art Maximalversion von Apples Weltbestseller iPhone, Apples Interpretation eines Tablet-Computers, seit über zwei Jahren in der Mache, von Spöttern schon vor der Premiere wegen des Hypes auf „Jesus-Tablet“ getauft.

Über eine Stunde dauert die Präsentation schon und es fehlen nur zwei entscheidende Details. Mein Sitznachbar, dem der heimische Redaktionsschluss im Nacken sitzt, spricht aus Frustration schon mit sich selbst: “Jetzt sagt doch endlich, was es kostet und wann es kommt.“

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Internetverbindung via W-Lan oder UMTS

Doch Meisterrethoriker Jobs schraubt die Spannung weiter nach oben, fasst vor der Enthüllung noch mal zusammen: Das iPad ist Apples Interpretation eines sinnvollen portablen Tablet-Computers, mit einem wesentlich größeren Bildschirm als das 3.5 Zoll Display des iPhones, aber immer noch kleiner als die allermeisten Notebooks. Sein mit dem Finger bedienbares 9.7 Zoll hochauflösendes Display bietet Zugang zum Internet, E-Mail, Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Spielfilmen, Videos, Fotos und Musik. Gespeist wird es via W-Lan oder UMTS mit Inhalten aus dem Internet sowie aus Apples Appstore, iTunes Musikstore und dem neuen iBookstore. Fürs iPhone entwickelte Programme laufen auf ihm, müssen jedoch auf die Bildschirmgröße des iPad angepasst werden. Apple stellt außerdem eine fürs iPad angepasst Version seines Bürosoftwarepakets iWorks bereit.

Preisniveau eines Windows-Laptop

Und was kostet der Spass? Nicht 999 Dollar, wie gutinformierte Quellen wissen wollten. „499 Dollar“, enthüllt Jobs nach 76 Minuten, lässt meinen Nachbarn aufatmen und die ersten beiden, mit Apple Mitarbeitern bestückten Sitzreihen, in Applaus aufbranden. Lieferbar in 60 Tagen für die Wlan-Version und in 90 Tagen für die zusätzlich mit UMTS ausgestattete Variante. Ein überraschend günstiger Preis, auf dem gleichen Niveau wie ein durchschnittlicher Windows-Laptop.Für 499 Dollar gibt es allerdings nur die Einstiegsversion mit 16 Gigabyte Flash Festplatte. Das iPad mit UMTS und 64 Gigabyte kostet in der Spitze 829 Dollar. Damit liegt Apple etwas über den gerade boomenden Schmalspur-Notebooks. Jobs hält die Netbooks noch nicht mal für Konkurrenz: „Das sind nur billige Notebooks.“

Wahrscheinlich hätte Apple, dessen Klientel nicht ganz so preissensibel ist,  für den iPad sogar mehr verlangen können. Normalerweise fällt der Preis von neu vorgestellten Produkten, besonders bei Unterhaltungselektronik, schon nach ein paar Monaten beträchtlich, wie die ersten Käufer des iPhones schmerzlich feststellen mussten. Nur zehn Wochen nach Verkaufsstart rutschte dessen Preis von 399 auf 199 Dollar. Jobs musste erzürnte Käufer mit 100 Dollar Einkaufsgutschein besänftigen.

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