
Besonders wichtig für die App-Entwickler hierzulande und anderswo ist es, gute Verbindungen in die Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino aufzubauen. Denn der verschlossene Konzern habe nur wenige Mitarbeiter in Europa sitzen, die sich um die hiesige App-Szene kümmern, berichten App-Entwickler. Die meisten reisen deshalb zum jährlichen Softwareentwicklertreffen WWDC nach San Francisco und besuchen alle von Apple veranstalteten Tech Talks in der Bundesrepublik. Zu den Treffen 2008 in München und Berlin kamen jeweils rund 400 Entwickler, berichtet Apple-Sprecher Georg Albrecht. 2009 in Hamburg seien es rund 500 gewesen – professionelle -Programmierer und solche, die es als Hobby betreiben.
Noch ist die App-Programmierung ein kleines, aber feines Geschäft. Finanzierungsvermittler und CatCap-Chef Miller rechnet jedoch damit, dass es in ein bis zwei Jahren in Deutschland eine Reihe App-Entwickler geben wird, die mit ihren Programmen jährlich fünf bis zehn Millionen Euro umsetzen. Dann werde die neue Branche ihre erste Welle von Übernahmen und Fusionen erleben. Dass Google im November den US-Mobilfunk-Werbevermarkter AdMob gekauft habe, sei ein erster Vorgeschmack.
Um sich für die Fusionswelle zu wappnen, forciert Mobilinga-Chef Kose das Wachstum. Diesen Monat startet er den Verkauf seines Lern-Apps in den USA. Zudem entwickelt er gerade weitere solcher Apps, unter anderem für Schüler, Studenten und zum Training des Allgemeinwissens. Mobilinga hat bereits sieben Mitarbeiter und sucht händeringend weitere iPhone-Softwareentwickler. Wenn Kose diese findet, will er im Sommer zwölf Leute beschäftigen.
Doch diese Experten sind so begehrt wie schwer zu finden. Noch immer sucht etwa der vor einem Jahr gegründete Bielefelder App-Entwickler InnoMoS iPhone-Programmierer. Denn auch InnoMoS hat noch viel vor, stellt das Unternehmen doch nicht nur Apps her, mit denen der Spaziergänger via iPhone im Wald Vogelstimmen und Pilzsorten erkennen kann – allein das Vogelstimmen-App, das in der Vollversion 9,99 Euro kostet, wurde inzwischen 26 000 Mal heruntergeladen.
iPhone nur der erste Schritt
Die Bielefelder programmieren auch Apps für Unternehmen. Zusammen mit dem Controlling-Dienstleister Reporta aus Hamburg schrieb InnoMoS ein App zur Betriebsauswertung, das Finanzdaten eines Unternehmens aufs iPhone überträgt. Zudem hat InnoMoS ein App zur Zeiterfassung entwickelt, das Außendienstmitarbeiter und Freiberufler einsetzen können, um ihre Arbeitszeit oder Stunden bei Mandanten abzurechnen.
Für viele Entwickler sind die Apps für das iPhone derzeit allerdings nur der erste Schritt. Mobilinga etwa programmiert Lernsoftware auch für das neue Handy Nexus One von Google. Das arbeitet nicht wie das iPhone mit dem Betriebssystem iPhone OS, sondern mit dem Konkurrenzsystem Android, basiert somit auf einer anderen Programmiersprache. Für den Blackberry gibt es inzwischen ebenfalls einen App-Shop. Zudem startet der finnische Handyriese Nokia gerade eine Offensive, schrieb einen Wettbewerb mit einer Million Dollar Preisgeld aus für den, der ein App entwickelt, das das Leben armer Menschen in Entwicklungsländern verbessert.
Und dann ist da noch der Tablet-Rechner mit Touchscreen, den Apple der Gerüchteküche zufolge am 27. Januar vorstellen wird. Die meisten App-Entwickler sitzen schon in den Startlöchern, um auch für dieses Gerät Apps zu entwickeln. Schließlich soll der Tablet-Rechner, so die allgemeine Vermutung, eine Art großes iPhone werden.
Langfristig scheint nur der Himmel die Grenze für den Verkauf von Apps zu sein. Behält die amerikanische Marktforschungsfirma IDC recht, explodiert die Zahl der Surfer im mobilen Internet von derzeit 450 Millionen allein bis 2013 auf mehr als eine Milliarde.














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Alle Kommentare lesen21.01.2010, 21:12 UhrAnonymer Benutzer: Thomas Stölzel
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21.01.2010, 10:50 UhrAnonymer Benutzer: ag
gruß und ich hoffe es geht dir gut.