Quelle: dpaFacebook
Mit den Unterlagen zum Börsengang hat Facebook Anfang Februar zum ersten Mal ausführliche Zahlen zu seinem Geschäft veröffentlicht. Daraus ist zu entnehmen, dass das Unternehmen schon seit Jahren profitabel ist: 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar.
- Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.
Quelle: dapdFacebook
Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Damit wird Zuckerberg auch in Zukunft ein geringer Anteil reichen, um sein Unternehmen zu kontrollieren.
Quelle: REUTERSGroupon
Der Internet-Gutscheindienst Groupon gab zum Börsenstart Anfang November 2011 insgesamt 35 Millionen Aktien zum Preis von 20 Dollar aus. In den ersten Handelsminuten schoss der Kurs der Aktie um fast 50 Prozent in die Höhe. Groupon gab 35 Millionen Anteilsscheine aus, das waren mehr als zunächst geplant. Auch der Preis lag über den zunächst angekündigten 16 bis 18 Dollar. Nach einem Absturz bis auf 15 Dollar im November 2011 notiert die Aktie mit über 20 Dollar Anfang Februar wieder über dem Ausgabepreis.
Insgesamt nahm Groupon mit dem Aktienverkauf damit 700 Millionen Dollar (knapp 510 Millionen Euro) ein. Das war der größte Börsengang eines Internetkonzerns in den USA seit dem Start des Internetriesen Google am New Yorker Aktienmarkt. Groupon war im November 2008 in Chicago gegründet worden und ist heute in mehr als 140 Ländern aktiv.
Quelle: REUTERSLinkedIn
Das Karriere-Netzwerk LinkedIn startete im April 2011 mit massiven Kursaufschlägen am Markt. Mit dem zwischenzeitlichen Höchstpreis von gut 90 Dollar war das Internet-Unternehmen an seinem ersten Börsentag rund 8,6 Mrd. Dollar wert (sechs Mrd. Euro), zeitweilig stieg sie sogar auf über 121 Dollar. Doch es ging auch wieder bergab. Anfang Januar 2012 kostete die Aktie etwas über 72 Dollar und liegt damit über dem Ausgabepreis von 45 Dollar.
Quelle: dpaTwitter
Obwohl die Nutzung von Twitter in letzter Zeit zurückgegangen ist, erwägt der Internet-Kommunikationsdienst den Gang an die Börse. Firmen-Mitbegründer Biz Stone wolle 2012 zunächst aber erst den Umsatz kräftig ankurbeln, sagte er bei einer Veranstaltung in Oxford.
Quelle: dapdZynga
Der Spiele-Anbieter Zynga wurde im Jahr 2007 gegründet und erlangte schnell wachsende Beliebtheit mit browserbasierten Computerspielen, die innerhalb von sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook enorme Verbreitung finden. Bekannt Beispiele sind "Farmville" oder "Cityville". Am 16. Dezember 2011 war es dann soweit: Das Unternehmen ging an die Börse. Die Zynga-Aktie kann am ersten Tag nicht den Ausgabepreis von zehn Dollar halten. Gründer und Chef Mark Pincus wirbt bei Investoren um langfristiges Vertrauen. Nach einem zwischenzeitlichen Tief unter acht Dollar hat sich das Papier inzwischen wieder über den Ausgabepreis gekämpft, Anfang Februar notiert es bei 10,60 Dollar.
Quelle: dapdYelp
Das US-Portal Yelp steckt noch - wie viele andere Online-Firmen - in den roten Zahlen. In den ersten neun Monaten 2011 gab es einen Verlust von 7,6 Millionen Euro bei Umsätzen von 58,4 Millionen. Pro Monat besuchen etwa 63 Millionen Nutzer die Website. Auch Yelp strebt an die Börse, im November hat das Unternehmen einen Antrag aud Bör4sennotierung gestellt - den genauen Termin jedoch offen gelassen. Das Geld aus dem Börsengang soll laut Prospekt für den Geschäftsbetrieb verwendet werden.
Bei dem US-Portal können Nutzer Restaurants und Bars bewerten, in Deutschland bietet etwa Qype eine ähnliche Plattform an. Zu den größten Risikofaktoren gehört die hohe Abhängigkeit von Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo oder Ask.com.
Quelle: REUTERSYandex
Ende Mai 2011 erlöste die führende russische Suchmaschine Yandex bei der Aktienplatzierung in den USA 1,3 Milliarden Dollar. Zum Ausgabepreis von 25 Dollar war das Unternehmen acht Milliarden Dollar wert. Nachdem der Kurs zwischenzeitlich auf mehr als 40 Dollar stieg, liegt die Aktie Anfang Februar 2012 mit etwa 19 US-Dollar wieder unter dem Ausgabepreis.
Quelle: handelsblatt.comPandora
Das Internet-Radio hat noch nie Gewinn gemacht, es brachte zum Börsenstart Mitte Juni 2011 aber 2,6 Milliarden Dollar auf die Waage. Die Anleger trieben die Wert zunächst sogar auf 3,6 Milliarden Dollar hoch, doch schnell setzte auch die Ernüchterung ein: Schon am zweiten Tag an der Börse fiel die Aktie deutlich unter den Ausgabepreis von 16 Dollar. Anfang Februar kostet sie etwas über zwölf Dollar.
Quelle: REUTERSGoogle
Facebook wird bei seinem Mega-Börsengang besonders am großen Rivalen Google gemessen, der seine Anteile 2004 auf den Markt bringt. Bei einem Ausgabekurs von 85 Dollar nahm Google rund 1,9 Milliarden Dollar ein - der bisher größte Internet-Börsengang. Der erste Kurssprung fiel mit 20 Prozent zwar vergleichsweise moderat aus - dafür steht der Kurs Anfang Februar 2012 bei gut 580 Dollar, der Internet-Konzern ist damit fast 190 Milliarden Dollar wert.
Mit den Unterlagen zum Börsengang hat Facebook Anfang Februar zum ersten Mal ausführliche Zahlen zu seinem Geschäft veröffentlicht. Daraus ist zu entnehmen, dass das Unternehmen schon seit Jahren profitabel ist: 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar.
- Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.
Facebook. Mehr als 20 Millionen Nutzer in Deutschland, rund 845 Millionen weltweit. Im Jahr des Börsengangs widmet die ARD dem sozialen Netzwerk eine Dokumentation. Sie beleuchtet das Phänomen, die gesellschaftlichen Auswirkungen, die Chancen und natürlich die Risiken. Die Autoren Svea Eckert und Anika Giese lassen viele Seiten zu Wort kommen.
Zum Beispiel die 17-jährige Franciska, die Facebook mit ihrem Freundeskreis nutzt, und nach eigenem Bekunden "dauer-online" ist. Ihre Mutter, die das ganze nicht so richtig versteht und sich darüber freut, dass zumindest ein Mädchen aus der Fußballmannschaft ihrer Tochter auch nicht bei Facebook ist. Ihr zwölfjähriger Sohn allerdings schon. Genau wie der junge Campingbesitzer Thomas Stieglitz. Oder die Wissenschaftlerin, die das Phänomen beschreibt. Nicht fehlen darf natürlich der deutschen Datenschützer, Thilo Weichert, der vor der Datensammelwut warnt. Aber eben auch der Polizist, der mit Facebook Fahndungserfolge feierte. Mittlerweile nutze die Polizei Facebook allerdings nur noch selten - wegen des Datenschutzes.
Zahlen und Fakten zu Facebook
Umsatz und Gewinn
Facebook ist schon seit Jahren profitabel. 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar. Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft.
Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.
Werbung
Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. 2011 lag der Anteil bei 85 Prozent.
Zynga
Die virtuellen Welten des Onlinespiele-Spezialisten Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-Geschäfts. Im vergangenen Jahr steuerte der Anbieter von Games wie „Farmville“ oder „Cityville“ zwölf Prozent der Facebook-Umsätze bei.
Mitglieder
Facebook hat mehr aktive Mitglieder als man bisher dachte. In den Börsenunterlagen spricht das Online-Netzwerk von 845 Millionen aktiven Nutzern im Monat Ende 2011. Und 483 Millionen nutzen Facebook jeden Tag. Von mobilen Geräten greifen im Monat 425 Millionen Menschen auf Facebook zu. Sie bekommen aktuell keine Werbung zu sehen.
Wachstum wird langsamer
Das Wachstum von Facebook im Heimatmarkt USA hat sich abgebremst, wenn auch auf hohem Niveau. Von September auf Dezember 2011 stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer lediglich von 124 auf 126 Millionen.
Facebook in Deutschland
Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Mehr als 22 Millionen Nutzer seien beim Marktführer aktiv, berichtete das Blog Allfacebook.com kürzlich unter Berufung auf den Facebook AdPlanner, ein Werbe-Tool des Unternehmens. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 10 Millionen.
Stimmanteile
Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Damit wird Zuckerberg auch in Zukunft ein geringer Anteil reichen, um sein Unternehmen zu kontrollieren. Mark Zuckerbergs Vater, der Facebook 2004 und 2005 finanziell unterstützt hat, bekam im Dezember 2009 zwei Millionen Aktien der Klasse B.
Mitarbeiter
Facebook hat 3200 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten stieg im vergangenen Jahr um 50 Prozent.
Probleme in China und Russland
Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Online-Netzwerk - nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren. Über einen Markteintritt in China hat Facebook laut Börsenprospekt noch nicht entschieden. Am russischen Konkurrenten Vkontakte ist der Investor DST beteiligt, der auch ein großer Facebook-Anteilseigner ist.
Doch der Titel der Dokumentation verrät ist: Facebook ist ein Milliardengeschäft. Mehr als eine Milliarde Gewinn macht das Unternehmen. Und mit dem sozialen Netzwerk verdienen auch andere. Besonders stolz war die ARD, dass sie es geschafft hat, in die heiligen Hallen von Facebook in Paolo Alto vorgedrungen zu sein. So sieht man, wie Mark Zuckerberg nicht abgeschirmt in einem Büro, sondern seinen Arbeitsplatz direkt bei den Kollegen hat. Start-up-Feeling. Der Gründer kommt auch zu Wort, ebenso die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Sie beschreiben das Geschäftsmodell, dürfen in bestem PR-Sprech erzählen, was sie mit Facebook vorhaben: eine Plattform schaffen, auf der alle mitteilen können, was sie mitteilen wollen. Um dann mit Hilfe der Daten Geld zu verdienen. Kritische Nachfragen - offenbar nicht erwünscht.
Wer von der Doku erwartet hat, etwas wirklich Neues zu erfahren, der wurde sicherlich enttäuscht. Hardcore-Nutzer und Internet-Junkies sind da sicherlich bestens informiert. Zumindest hinterließen sie bei Twitter und Co. zahlreiche hämische Kommentare. Und sie hätten erwartet, dass die Autoren in Sachen Datenschutz mal genauer bei Zuckerberg und Co. nachfragen würde - angesichts der restriktiven Informationspolitik des Netzwerks offenbar undenkbar, eine solche Diskussion loszutreten. So war die Doku eher etwas für die Generation, die sich bisher aus sozialen Netzwerken fern gehalten hat. Viele von ihnen verstehen nicht, warum ein soziales Netzwerk wie Facebook eine Telefonkette im Fußballverein, die Zeitungslektüre am Morgen ersetzen kann und bei der Fahndung nach Verbrechern helfen kann. Jetzt können sie es vielleicht ein bisschen besser nachvollziehen. Mehr aber eben auch nicht.











