Auslandskosten: Roaming-Gebühren in der EU fallen weiter

Auslandskosten: Roaming-Gebühren in der EU fallen weiter

Wer im Ausland telefoniert, zahlt ab Samstag weniger. Im nächsten Jahr werden dann Zusatzgebühren für Handytarife in der EU ganz abgeschafft. Doch es gibt weiter einige Schlupflöcher.

Die Roaming-Gebühren in der EU sinken vom Samstag (30. April) an ein weiteres Mal. Wer im Ausland mit seinem Handy telefoniert oder ins Internet geht, muss kaum mehr als in seinem Heimtarif zahlen.

Nach einer EU-Vorschrift dürfen Mobilfunk-Anbieter ihren Kunden bei Reisen innerhalb der Europäischen Union dann nur noch wenige Cent Aufschläge pro Anruf, SMS oder Download berechnen - zusätzlich zu den nationalen Tarifen. Dies ist der letzte Schritt, bevor die Auslandsgebühren von Sommer 2017 an komplett der Geschichte angehören sollen.

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Telekommunikations-Anbieter dürfen vom Samstag an nur noch maximal 6 Cent pro Minute für Anrufe, 2 Cent pro SMS oder 6 Cent pro Megabyte bei Datentarifen im EU-Ausland verlangen (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Nimmt man einen Anruf an, kostet das höchstens 1,2 Cent zusätzlich pro Minute. Maximal darf die Summe aus Inlandspreis und Aufschlägen nicht mehr betragen als die bisherigen Höchstpreise von 23 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 7 Cent pro SMS und 24 Cent je Megabyte Datenvolumen.

Wie Sie sich vor Handy-Kostenfallen im Ausland schützen (Stand April 207)

  • Was ist Roaming?

    Mit Roaming (zu deutsch etwa "wandern", mit Bezug auf den Nutzer, der durch die Mobilfunknetze wandert) werden jene Gebühren bezeichnet, die anfallen, wenn Mobilfunkkunden im EU-Ausland zum Handy greifen.

    Zum Ärger von Verbraucherschützern und Regulierern hielten die Roaming-Kosten die Tarife lange Zeit hoch und sorgten dafür, dass die Anbieter sich eine goldene Nase verdienten.

    Quelle: Bundesnetzagentur, Verbraucherzentrale, dpa
    Stand: April 2017

  • Bisheriges Kostenlimit bei Datenroaming

    Um allzu hohe Rechnungen zu vermeiden, schreibt die Roaming-Verordnung innerhalb der europäischen Union vor, dass Mobilfunkanbieter eine Obergrenze von 50 Euro anbieten müssen. Seit 2012 gilt zudem der Kostenairbag: Jeder Anbieter mit Sitz in der EU darf für weltweites Datenroaming auch im außereuropäischen Ausland maximal 50 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer) berechnen.

    Aber: Lässt der Netzbetreiber im Nicht-EU-Land, das der Nutzer besucht, es nicht zu, dass der Roamingpartner das Nutzerverhalten in Echtzeit überwacht, gibt es keinen Kostenairbag. Dann muss dem Kunden aber bei Einreise auf dem Handy mitgeteilt werden, dass die Kostenbegrenzung nicht zur Verfügung steht.

  • Kosten im Griff: App-Updates vermeiden

    Smartphones können sich vom Nutzer unbemerkt ins Internet einwählen, um zum Beispiel ein Software-Update auszuführen, automatisch E-Mails abzurufen oder die Wetterinformationen zu aktualisieren. Dies kann durch rechtzeitiges Ausschalten dieser Funktion beziehungsweise des gesamten Mobiltelefons verhindert werden. Am einfachsten ist es, das Smartphone einfach auf den Flugmodus zu setzen. Dann ist allerdings auch das Telefonieren nicht mehr möglich. Alternativ können auch Softwareaktualisierungen nur noch per WLAN zugelassen werden. Eine entsprechende Einstellung gibt es in jedem Betriebssystem.

  • Kosten im Griff: Nicht die Mailbox abhören

    Auch Rufweiterleitung oder das Abhören der Mailbox kostet, vor allem in Ländern außerhalb der EU. Hier lauert die Kostenfalle der doppelten Umleitung: Man zahlt zum einen für die Weiterleitung des Gesprächs ins Urlaubsland und dann noch einmal für die Rückleitung auf die deutsche Mailbox.

  • Kosten im Griff: Apps vor dem Urlaub laden

    Reiseführer und City-Guides gibt es auch als Apps, die sich unterwegs mit einem Smartphone nutzen lassen. Das Herunterladen vor Reiseantritt spart Roaming-Gebühren, da die Reiseführer nach dem Download in der Regel ohne Internetverbindung, also offline, zur Verfügung stehen.

  • Kosten im Griff: Hotspots nutzen

    In vielen Hotels, Bars und Restaurants stehen WLAN-Hotspots zur Verfügung, mit deren Hilfe günstig, oder sogar kostenfrei, am Urlaubsort im Internet gesurft werden kann. Allerdings muss von der Eingabe von sensiblen persönlichen Daten (wie etwa Online-Banking, Kreditkartennummer) abgeraten werden, da diese leicht ausgespäht werden können.

  • Abschaffung der Roaminggebühren 2017

    Der 15. Juni 2017 ist eine Zäsur in der Entwicklung des Mobilfunks: Das umstrittene EU-Roaming wird kostenfrei. Nun soll EU-Reisenden kein Eurocent extra mehr fürs Herumwandern durch fremde Netze aus der Tasche gezogen werden. Zwar müssen auch künftig Roaming-Kosten bezahlt werden, aber es sind nicht mehr die Endkunden, die zur Kasse gebeten werden - im Prinzip jedenfalls.

  • Welche Auswirkungen wird der Wegfall der Gebühren haben?

    „Es ist völlig unklar, was nach dem 15. Juni passiert“, analysiert etwa Susanne Blohm, Referentin für Digitales und Medien bei der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin.

    Andere wie das Vergleichsportal Verivox sehen eine Preiswende am Mobilfunk-Himmel heraufziehen. Verbraucher würden für eine Leistung bezahlen, die eigentlich kostenfrei sei, unterstreicht Christian Schiele, Produktchef Telekommunikation bei Verivox. Anbieter wie Telekom und Telefónica hatten bereits vor längerer Zeit ihre Tarife angepasst und EU-Roaming als Inklusivleistung ins Programm genommen. Dafür wurde der Preis leicht nach oben angepasst. Entfallen nun die Roaminggebühren, kommt es zu einer indirekten Preiserhöhung. Es sei denn, die Unternehmen rechnen die Kosten wieder heraus.

    Der Kostenfaktor Roaming, argumentiert Verivox, werde nun aufs Inland verlagert und in die Handytarife eingepreist. Folge: Nichtreisende und Geringverdienende zahlten am Ende die Zeche. Einige Discounter wie Billigmarken bei Drillisch sind bereits dazu übergegangen, rein nationale Tarifmodelle zu entwickeln, die eine Auslandsnutzung ausschließen.

2007 machte die EU-Kommission erstmals einen Vorstoß, um die Kosten für Telefonate im Ausland zu drücken. Nach und nach sanken die Gebühren. Vom 15. Juni 2017 an sollen die Auslandsgebühren komplett wegfallen. Ganz in trockenen Tüchern ist die Regelung allerdings noch nicht: Die Mobilfunkbetreiber könnten bei der EU Verbraucherschützern zufolge noch Ausnahmeregeln heraushandeln, falls sie auf den Kosten sitzen bleiben sollten.

Kostenfalle Roaming So vermeiden Sie hohe Handykosten im Ausland

Ab 1. Juli sinken erneut die Roaming-Gebühren. Damit wird das Surfen im Urlaub aber noch lange nicht günstig. Wie sich hohe Smartphone-Rechnungen vermeiden lassen.

Telefonieren im Ausland - das kann teuer werden. Quelle: DPA

Auch die Vorstufe, die ab dem 30. April greift, birgt für Nutzer mit Flatrate-Tarifen versteckte Kosten. Nach Angaben des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland (ECC) hat der Gesetzgeber zu Roaminggebühren bei Flatrates keine speziellen Regelung getroffen. Es sei möglich, dass Anbieter im Ausland nur die Aufschläge allein berechnen - aber ohne Garantie. Im Kleingedruckten könnten die Mobilfunkbetreiber etwa eine Klausel einfügen, dass Flatrates nur in Deutschland gelten. Dann würde im Ausland auf Minutenbasis abgerechnet.

Roaming-Gebühren EU will Extra-Kosten im Sommer 2017 abschaffen

Die EU hat eine Entscheidung zu den Roaming-Gebühren getroffen. Aufschläge für das SMS-Verschicken, Internet-Surfen und Telefonieren im Ausland fallen binnen zwei Jahren. Doch so günstig wie im Inland wird es nicht.

Die EU hat eine Entscheidung zu den Roaming-Gebühren getroffen. Quelle: dpa

Andere Anbieter sind ihren Kunden bei Roaming-Gebühren bereits entgegengekommen: In einigen Flatratetarifen sind mittlerweile Auslandskontingente enthalten oder die gebuchten Tarife gelten auch im EU-Ausland. Manche Unternehmen werben auch mit Tarifen, die bereits jetzt auf Zusatzkosten im Ausland verzichten.

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