Bargeldlose Zahlung: Wie Apple Pay funktioniert

Bargeldlose Zahlung: Wie Apple Pay funktioniert

, aktualisiert 20. Oktober 2014, 06:00 Uhr
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Ersetzt das iPhone bald die Geldbörse?

von Kathrin Grannemann

Das neue Zahlungssystem von Apple soll am Montag in den USA an den Start gehen. Was Apple Pay kann, wie sicher es ist und wann es nach Deutschland kommt.

Ein kleines Stück Plastik soll verschwinden, ein Weltkonzern will einen großen Schritt machen. Die vorhandenen Zahlungsmöglichkeiten seien antiquiert, bemerkte Apple-Chef Tim Cook, als er im September das Programm Apple Pay vorstellte. "Der ganze Prozess basiert auf diesem kleinen Stück Plastik, egal ob Kredit- oder Lastschriftkarte. Wir sind abhängig von offengelegten Zahlen, dem altmodischen und unsicheren Magnetstreifen und den Sicherheitscodes, von denen wir wissen, dass sie nicht sicher sind", ließ Cook die Zuschauer wissen. Daher versprach er, mit Apple Pay alles einfacher und praktischer zu machen.

Seit Cook das erste Mal seine Pläne zu Apple Pay verlauten ließ, ist nicht viel Zeit verstrichen. Am Montag wird Apple nun seinen iPhone-Bezahldienst in den USA starten. Der Konzern habe dafür 500 weitere Banken sowie neue Einzelhändler als Partner gewonnen, sagte Cook am vergangenen Donnerstag bei der Vorstellung der neuen iPad-Generation. Die Kreditkarten-Anbieter Mastercard, Visa und American Express sowie mehrere große US-Banken waren bereits an Bord. Ein Termin für den Start von Apple Pay in Europa ist noch nicht bekannt.

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Wie Apple Pay funktioniert

Das System ist ein Zusammenspiel aus digital gespeicherten Daten, Nahfeldkommunikation (NFC), Fingerabdrucksensor und Sicherheitschip. Nutzer können bereits vorhandene Kreditkartendaten aus dem iTunes-Account importieren oder per Kamera neue Daten erfassen.

Sobald ein Konto in der Datenbank liegt, kann das Handy als Zahlungsmittel bei teilnehmenden Händlern genutzt werden – allerdings nur in Kombination mit dem Fingerabdruck. Laut Eddy Cue, Chef der Apple-Internetabteilung, erfährt Apple nicht, welcher Nutzer was wo gekauft hat. Der Händler wiederum sieht weder den Namen noch Kartennummer und Sicherheitscode des Kunden.

Im Laden wird das iPhone an ein Zahlungsterminal gehalten. Danach bestätigt ein Druck auf den Fingerabdrucksensor die Zahlung.

Apple Pay funktioniert außerdem in Apps. Dort muss es als Zahlungsmethode ausgewählt werden, die Bestätigung erfolgt ebenfalls mit dem Fingerabdruck. Neben iPhone 6, iPhone 6 Plus und den neuen iPads wird Apple Pay auch von der Apple Watch unterstützt. Bei Letzterer fehlt allerdings die Möglichkeit, den Fingerabdruck als zusätzliche Sicherheit zu verwenden.

Vorerst wird Apple Pay nur in den USA möglich sein. Als Partner wurden große Händler wie Macy’s, Groupon und die Sandwichkette Subway genannt. Aktuell spricht Apple von 220.000 Akzeptanzstellen in den Vereinigten Staaten – es dürften allerdings mehr werden, sobald sich Apple Pay verbreitet.

PayPal, Google und andere Unternehmen hatten bereits versucht, eigene Mobile-Payment-Lösungen zu etablieren - bisher erfolglos. Joshua Brustein vom US-Magazin "Businessweek" ist überzeugt, dass Apple bewusst so lange mit der Einführung von der Nahfeldkommunikation gewartet habe: "Sie lassen die ersten Anbieter mit den frühen Versionen eines Produkts oder einer Dienstleistung scheitern und veröffentlichen dann eine aufpolierte Variante der gleichen Idee."

Apple zahlt für Rabatte

American Express, Visa und Mastercard hat Apple als Kreditkartenanbieter mit ins Boot geholt. Zusätzlich soll es im Vorfeld auch Gespräche mit den fünf größten Finanzinstituten der USA gegeben haben - mit American Express, JP Morgan Chase, Citigroup, Capital One und Bank of America.

Diese zeigten sich nicht nur bereit, die iPhone-gebundenen Zahlungen zu akzeptieren. Sie bieten Apple auch Rabatte von bis zu 0,25 Prozent auf die Transaktionskosten, die Apple zu zahlen hat.

Zum Vergleich: Diese liegen durchschnittlich bei 1,5 bis 1,75 Prozent der Gesamttransaktion. Im Gegenzug dazu soll Apple einen Teil des Risikos der über Apple Pay getätigten Transaktionen übernehmen.

Für die Wirtschaft könnte dieses Vorgehen langfristig einiges ändern. Bisher ist nur ein anderer Händler bekannt, der einen ähnlichen Rabatt aushandeln konnte: Die Handelskette Walmart.

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