Betriebssystem: Ein Leitfaden durch das Windows-Chaos

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Betriebssystem: Ein Leitfaden durch das Windows-Chaos

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von Meike Lorenzen und Thomas Kuhn

Erst vergrätzt Microsoft Traditionalisten mit dem Support-Ende für Windows XP, dann kommen die Amerikaner den Maus-und-Desktop-Fans mit ihrem aktuellen Spring-Update für Windows 8.1 wieder ein Stück entgegen. Warum das richtig ist, und für PC-Nutzer am neuen Betriebssystem auf Dauer kaum ein Weg vorbei führt.

Ein treuer Weggefährte vieler Unternehmen und Privatpersonen ist tot. Microsoft hat am Dienstag endgültig den Service Windows XP eingestellt. Künftig gibt es keine Sicherheitsupdates und keinerlei technische Unterstützung mehr für das System, das bereits am 25. Oktober 2001 mit einer pompösen Show veröffentlicht wurde. Die Lizenz kostete damals 900 Mark pro Stück.

Nach Schätzungen sollen immer noch rund acht Millionen Deutsche die Software auf ihren Rechnern installiert haben. Denn in der Zeit des Release wurde auch die Hardware immer günstiger. Plötzlich wurden Computer und Laptops für den Massenmarkt erschwinglich – und mit dem Boom des Internet-Angebots immer attraktiver. Und die meisten PC-Hersteller hatten Windows XP installiert. Ein riesiges, enorm lukratives Geschäft für Microsoft – über Jahre.

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Doch nun, nachdem gerade das Update zu Windows 8.1 (also dem Update des Nachfolgers vom Nachfolger vom Nachfolger von XP) auf den Markt gekommen ist, macht Microsoft endgültig Schluss mit seinem Software-Dino. Denn immerhin stammt der noch aus den Zeiten, als Menschen an Handys bestenfalls noch SMS verschickten, von Smartphones keiner sprach und Tablet-PCs allenfalls ferne Visionen aus der IT-Zukunft waren.

Heute aber sind die Realität – und sie machen sich in der etablierten PC-Hackordnung aus Servern, PCs und Notebooks mit einer Vehemenz breit, dass den Traditionalisten der Computerwelt hören und sehen vergeht. Gemeinsam mit den boomenden Smartphones machen die Computer-Flundern den klassischen Rechnern nun die Claims streitig. Und sie zwingen Microsoft mit Windows 8 zu einem schmerzhaften Spagat zwischen Tablet- und Desktop-PC-Welt.

Das ist Satya Nadella

  • Geboren in Hyderabad

    Satya Nadella wurde 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad als Sohn eines hochrangigen Beamten geboren. Nach der Schulausbildung studierte er zunächst Elektroingenieurwesen in Indien, dann Computer Science und Management in den USA.

  • Anfänge bei Sun Microsystems

    Bevor Nadella 1992 zu Microsoft wechselte, arbeitete er als Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems. Das Unternehmen wurde später von Oracle übernommen.

  • Entwickler von Bing und Office

    Nadella war bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt. Bevor er zum CEO aufstieg, leitete er beim Softwarekonzern das wichtige Cloud- und Unternehmensgeschäft.

  • Mann der leisen Töne

    Nadella ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Bellevue im US-Bundesstaat Washington. Medien beschreiben ihn als einen Mann der leisen und überlegten Töne.

Und in den zwingt das Unternehmen aus Redmond nun auch seine Kunden – allen voran jene, die Windows XP bis zuletzt treu geblieben sind. Natürlich gibt es noch immer Spezialanwendungen - wie etwa den Betrieb von Bank-Automaten oder selbstgestrickte Unternehmenslösungen, die dafür sorgen, dass auch einige Tausend Unternehmen in Deutschland ihre XP-Maschinen weiter betreiben. Doch im Großen und Ganzen sind es Privat-Anwender, die am PC durch ziemlich angejahrte Fenster schauen.

Denn wer heute einen Rechner mit Windows XP nutzt, sitzt vor einem mindestens sieben Jahre alten Gerät – der Nachfolger Windows Vista, kam Ende Januar 2007 auf den Markt. Auch sonst entspricht die Technik des alten Rechenknechts längst nicht mehr modernen Standards. Dazu kommt, dass auch die Hardware altert: Lüfter setzen aus, die Festplatten werden vergesslich, die Speicherbausteine rheumatisch.

Daher stellt sich wohl für die wenigsten Nutzer die Frage, ob es sich heute noch lohnt, einen XP-PC auf die Windows-Folgeversionen umzurüsten. Ein Umstieg auf Windows Vista verbietet sich fast von selbst. Die als extrem leistungshungrig und in ihrer Bedienung als eigensinnig verschriene Plattform extrem fällt voraussichtlich schon in gut drei Jahren selbst aus dem normalen Support. Und auch wenn der Nachfolger Windows 7 mit manchem Vista-Ärger Schluss gemacht hat und sogar merklich ressourcenschonender ist. Für einen sinnvollen Umstieg sind die meisten alten XP-Maschinen schlicht zu schwachbrüstig.

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