Big-Data-Prognose zur WM: Warum Deutschland trotz der Google-Prophezeiung das WM-Viertelfinale gewinnt

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Big-Data-Prognose zur WM: Warum Deutschland trotz der Google-Prophezeiung das WM-Viertelfinale gewinnt

von Oliver Voß

Google prophezeit eine deutsche Niederlage im Viertelfinale gegen Frankreich. Doch zwei andere Daten-Spezialisten lassen Jogis Jungs hoffen.

Seit der legendären Krake Paul hält sich jeder Lokalradiosender zur Fußball-WM ein Tierorakel. Doch all die Schweine, Papageien, Strauße, Lippenbären und Kakadus erweisen sich bislang nicht als besonders treffsicher. 

Vielversprechender sind da womöglich die Vorhersagen von Leuten, die sich auch sonst mit statistischen Prognosen beschäftigen. Auch Big-Data-Spezialisten wollen während der Weltmeisterschaft beweisen, dass ihre Analysen auch für Sportereignisse funktionieren.

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Small Talk WM

  • Längste Anreise zur WM

    Zwei Wochen brauchte die rumänische Nationalmannschaft im Sommer 1930 von Bukarest nach Montevideo. Außer ihr hatten nur drei weitere europäische Vereine den Weg nach Uruguay auf sich genommen – nämlich Belgien, Frankreich und Jugoslawien. Bei dieser ersten Fußball-WM gab es keine Qualifikationsrunde. Jede Nationalmannschaft, die Lust hatte, konnte teilnehmen.

  • Ärgerliche Verletzung

    Kommt die Sprache auf Spieler die verletzungsbedingt ausfallen, wie der Franzose Franck Ribéry oder Marco Reus, könnten Sie folgende Anekdote zum Besten geben: Dem spanischen Nationaltorwart Santiago Cañizares vermasselte eine Flasche mit Aftershave die Teilnahme an der WM 2002. Er wollte sich gerade im Badezimmer frisch machen, um mit seiner Mannschaft zu Abend zu essen, da viel ihm die Flasche hinunter. Aus Reflex versuchte Cañizares sie mit dem Fuß aufzufangen – aber keine Chance. Die Flasche zersplitterte, eine Scherbe durchtrennte eine Sehne im Fuß des Torwarts. Die WM war für ihn gelaufen.

  • Ungeschlagen ausgeschieden

    Reiht sich Unentschieden an Unentschieden und Ihre Gesprächspartner sind sich schon einig, dass diese Ergebnisse für die Gruppenphase schon reichen werden, erwähnen Sie Neuseeland und die WM 2010. Ungeschlagen und mit drei Punkten im Gepäck verabschiedete sich die neuseeländische Nationalmannschaft nach Hause.

  • Der Hattrick-BH

    Auch wer sich auf dem Themengebiet Mode wohler fühlt, findet bei Fußball-Weltmeisterschaften immer wieder Anknüpfungspunkte. Zum Beispiel in Form des Hattrick-BHs, den ein japanischer Unterwäscheproduzent im Jahr 2002 pünktlich zur WM auf den Markt brachte. Die Körbchen des Büstenhalters waren mit Netzstoff überzogen und der BH für 145 Euro zu erstehen.

  • Nie wieder Steuern zahlen

    Das gilt für die Spieler der brasilianischen Nationalmannschaft von 1970. Nachdem die Brasilianer in Mexiko den WM-Titel gewonnen hatten, wurden sie in ihrem Heimatland von der Steuerpflicht befreit.

  • Hitze-Training

    Viel diskutiert: Das Klima in Brasilien. Deutsche Fußball-Fans fürchten, dass die europäischen Mannschaften mit dem südamerikanischen Wetter nicht zurechtkommen ­– auch während der WM wird darüber weiterhin hitzig diskutiert werden. Ihr Anknüpfungspunkt: Die WM 1950 in Brasilien. Die Engländer hatten versucht, sich auf die Wärme vorzubereiten. Die Mannschaft trainierte in einem ehemaligen Flugzeug-Hangar, in den heiße Luft gepumpt wurde. Doch damit nicht genug: die Spieler mussten zusätzlich langärmlige Pullover tragen. Das Ergebnis des harten Trainings: Vorrunden-Aus.       

  • Einsilbige Spieler

    Interviews mit Fußballern direkt nach dem Spiel haben meist einen geringen Mehrwert. Sie sind total ausgelaugt; bedienen sich der Phrasen, die ihnen die Medientrainer beigebracht haben. Ganz anders bei einer WM-Anekdote, die Sie bezüglich Interviews erzählen könnten. Abwehrspieler Paul Janes gab nämlich nach der WM 1934 in Italien ein legendäres Interview, das sich wie folgt liest: „Herr Janes, Sie waren mit der Nationalelf in Italien?“ - „Ja.“ - „Sind Sie mit dem Abschneiden zufrieden?“ - „Ja.“ - „Hätten Sie Weltmeister werden können?“ - „Nein.“ - „Der dritte Platz tut es auch?“ - „Ja.“ - „Wie war es in Italien?“ - „Warm.“

So haben Google-Ingenieure gerade die eigene Cloud-Plattform-Technologie für Vorhersagen genutzt. Sie haben dazu Daten des Sportstatistikdienstleisters Opta, der all die Statistiken zu Passquoten oder Laufleistung liefert, analysiert. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig und spricht nicht für Jögis Jungs: Frankreich gewinnt heute Abend mit einer Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent. Noch klarer sieht Google nur Argentinien vorn (81 Prozent), zudem prognostiziert das Google-Team Siege von Brasilien und den Niederlanden.    

Doch auch wer an solche statistischen Prognosen glaubt, muss Müller, Özil & Co. noch nicht abschreiben. Denn Google freut sich zwar, „wir hatten jedes Spiel im Achtelfinale richtig“ – räumt aber selbst ein, dass es dort auch keine Überraschungen gab.

Vor allem aber sehen andere Experten Deutschland im Vorteil. Die Danske Bank beispielsweise sagte vor der WM einen Viertelfinalsieg von Deutschland gegen Frankreich voraus. Und die dänischen Analysten waren in der Vorrunde am treffsichersten – mit 32 von 48 richtig prognostizierten Spielen lagen sie beispielsweise vor den Buchmachern von Betfair, letzter in diesem Vergleich.

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Und auch das Team von Nate Silver tippt auf Deutschland. Der US-Statistikguru wurde berühmt, seit er mit neuen Methoden die Ergebnisse der US-Wahlen deutlich besser prognostizierte, als die etablierten Umfrageinstitute. Nun analysieren die Datenspezialisten auch die WM und sehen die Chancen für einen deutschen Halbfinaleinzug bei 53 Prozent.

Es wird also knapp heute, aber die besten Prognostiker sehen das deutsche Team vorn. Dann ist allerdings Schluss: Im Finale sehen sowohl Silvers Jungs als auch die Dänen einen brasilianischen Sieg – gegen Argentinien.

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