
WirtschaftsWoche: Herr Hubertz, Sie waren einer der Ersten, die Gratisspiele im Internet anboten und nur am Verkauf von Zusatzfunktionen verdienten. Jetzt kopieren immer mehr Wettbewerber Ihr Modell. Wird es zum Standard der ganzen Branche?
Hubertz: Ja, in zwei, drei Jahren könnte die Branche mehr mit dem Verkauf von virtuellen Gegenständen verdienen als im klassischen Spieleverkauf.
Wie wollen Sie sich gegen die neue Konkurrenz behaupten?
Mit unserem Spiel Gameglobe zum Beispiel. Da versuchen wir etwas Neues und holen ein Geschäftsmodell hervor, das die Spielhallen in den Achtzigern hatten. Wenn man damals im Spiel gestorben ist, hat man eine Mark in den Automaten gesteckt und konnte weiterspielen. Genauso ist es bei Gameglobe.
Bild: dpaDas Computerspiel "Crysis 2" ist ein Ego-Shooter und aufgrund seiner Brutalität stark umstritten. Trotzdem gewann es am Donnerstagabend den Deutschen Computerspielpreis. Das Spiel wurde über drei Millionen Mal verkauft, steht aber nicht mehr in den Top Ten der meistverkauften Spiele. Die WirtschaftsWoche wirft einen Blick auf das aktuelle Ranking.
Bild: screenshotMPlatz 10: Fußball Manager 12
Den zehnten Platz unter den meist verkauften Computerspielen im ersten Vierteljahr 2012 belegt laut der Auswertung von Media Control die elfte Version der Serie „Fußball Manager“. In diesem Spiel hat der Spieler die Kontrolle und Verantwortung für einen kompletten Fußball-Verein. In der Position als Manager muss er sich für Transaktionen entscheiden, das Stadion in Stand halten, die Trainingspläne der Spieler erstellen und vieles mehr.
Der Fokus bei der Entwicklung der neuesten Version lag darauf, die 3D-Szenen zu verbessern und realistischer zu gestalten. Ansonsten bietet der Fußball Manager weitere Entwicklungen in diversen Features, wie im Transfermarkt, oder bei den Vereinsgeländen.
Quelle: Media Control GfK International
Bild: screenshotPlatz 9: Die Sims 3
Noch bessere Verkaufszahlen konnte das PC-Spiel „Die Sims 3“ erzielen. Seit Jahren können die Sims ihre Fangemeinde vergrößern, indem sie den Spieler in ihre Welt einladen. Dieser kann dort mit verschieden Charakteren ein virtuelles Leben führen. Er muss Alltagssituationen meistern, dem Job nachkommen, sich mit Nahrung versorgen und auf die Hygiene achten.
Neuigkeiten bei „Die Sims 3“ sind beispielsweise eine offene Nachbarschaft, die lange Ladezeiten beim Wechsel zwischen den Grundstücken vermeidet, oder eine neue Altersstufe, die eingeführt worden ist. Außerdem gibt es in der neuesten Version der Sims die „Gelegenheiten“. Das sind mögliche Aufgaben, die während des Spielverlaufs auftauchen und falls erwünscht vom Charakter erledigt werden können. Dafür erhält der Spieler eine Belohnung.
Bild: screenshotPlatz 8: Die Sims 3 - Einfach tierisch
Wer die Sims in sein Herz geschlossen hat, kann sich die Sims-Welt je nach persönlichen Vorlieben erweitern. Dafür gibt es die sogenannten Erweiterungspakete, welche sich einer bestimmten Thematik („Traumkarrieren“, „Megastar“) widmen. Auch „Die Sims 3 – Einfach tierisch“ ist ein Erweiterungspaket. Das Spielprinzip ist gleich dem, der klassischen Sims. Zusätzlich kann sich der Charakter um seine Haustiere kümmern und sie beispielsweise dressieren. Das Erweiterungspack beinhaltet über 100 unterschiedliche Tierarten, aus denen der User wählen oder sich ein eigenes Tier erzeugen kann.
Bild: screenshotPlatz 7: Die Sims 3 – Traumsuite Accessoires
Auch den siebten Platz im Ranking belegen die Sims. Noch besser als „Einfach tierisch“, verkaufte sich das Add-On „Traumsuite Accessoires“. Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um eine Erweiterung von Möbeln und Accessoires, um das Leben der Sims attraktiver und stilvoller zu gestalten. Doch auch der Look des Charakters kann mit dieser Erweiterung angepasst werden.
Bild: screenshotPlatz 6: Anno 2070
In dem PC-Spiel Anno 2070 begibt sich der Spieler in die Rolle eines Architekten der Zukunft. In dieser Position muss er sich ökologischen Herausforderungen stellen und eine Welt der Zukunft, die durch den Klimawandel verändert wurde errichten. Das kommt an, die Wirtschaftssimulation liegt im Ranking der meistverkauften PC-Spiele auf Platz sechs. Die Anno-Serie ist eines der erfolgreichsten Spiele, die in Deutschland entwickelt werden.
Bild: screenshotPlatz 5: Battlefield 3 Limited Edition
Das PC-Spiel Battlefield 3 ist einer der realistischsten Shooter auf dem Markt. Durch die moderne Spielengine überzeugt der Ego-Shooter die Fans mit hoch qualitativer Grafik und enormer Realität. Die Besonderheit der Limited Edition liegt darin, dass in der Multiplayer-Spielerweiterung die Karten aus Battlefield 2 aufgearbeitet wurden und nun mit der verbesserten Grafik gespielt werden können.
Bild: screenshotPlatz 4: Call of Duty: Modern Warfare 3
Auf den vierten Platz der meistverkauften PC-Spiele positionieren die User durch ihre Käufe das First-Person-Actionspiel „Call of Duty: Modern Warfare 3“. Dieses knüpft an direkt an die Geschehnisse von Call of Duty: Modern Warfare 2 an. Insgesamt ist es der achte Teil der Reihe, die zu den erfolgreichsten Spielen überhaupt zählt. Allein am ersten Verkaufstag in den USA und Großbritannien spielte Modern Warfare 3 schon 400 Millionen Dollar ein.
Bild: screenshotPlatz 3: The Elder Scrolls V: Skyrim (Day One Edition)
Den dritten Platz der meistverkauften PC-Spiele des ersten Quartals 2012 belegt das Open-World Fantasy-Rollenspiel „The Elder Scrolls V: Skyrim“, in der Day One Edition“. Hier erlebt der Spieler in einer riesigen Fantasiewelt aus Bergen, gewaltigen Städten, oder alten Verliesen verschieden Abenteuer und kämpft gegen Drachen und anderes Fantasy-Getier.
Bild: screenshotPlatz 2: Mass Effect 3
Das Action-Rollenspiel „Mass Effect 3“ belegt den zweiten Platz im Ranking. Im Nachfolger des letzten Spiels aus dem Jahre 2010, soll der Spieler in der Rolle des Commander Shepard die Galaxie nach einer Alien-Invasion retten. Dabei kann der Spieler seine Vorgehensweisen frei wählen, so dass je nach Entscheidung und Taktik ein individuelles Spielerlebnis entsteht.
Das Computerspiel "Crysis 2" ist ein Ego-Shooter und aufgrund seiner Brutalität stark umstritten. Trotzdem gewann es am Donnerstagabend den Deutschen Computerspielpreis. Das Spiel wurde über drei Millionen Mal verkauft, steht aber nicht mehr in den Top Ten der meistverkauften Spiele. Die WirtschaftsWoche wirft einen Blick auf das aktuelle Ranking.
Bigpoint hat jetzt 280 Millionen Nutzer. Können Sie die Zahl überhaupt noch steigern?
Mehr Nutzer wollen wir immer, aber die Akquise ist sehr teuer geworden. Der Markt wird ja mit Spielen überflutet, und die Nutzer werden entsprechend umworben. Vor zwei Jahren hat man für einen Nutzer einen Euro bezahlt, heute kostet der drei Euro und mehr. Inzwischen ist es wichtiger, sich um die bestehenden Nutzer zu kümmern, als neue Spieler einzukaufen. Wenn ein Nutzer aufhört, ein Spiel zu spielen, muss ich ihm ein anderes anbieten, damit er nicht weggeht.
Was bringt Ihnen ein Nutzer im Schnitt ein?
Ein zahlender Nutzer bringt uns 20 bis 30 Euro pro Monat. Doch leider zahlt ja nur ein kleiner Teil für zusätzliche virtuelle Güter.
Zahlen denn heute mehr Spieler Geld als früher?
Nein, der Wert ist ziemlich konstant. Es ist zwar von Spiel zu Spiel und Land zu Land sehr unterschiedlich, aber im Schnitt zahlen etwa zehn Prozent der Nutzer.
Bigpoint gehört mit monatlich fast 100 Millionen Besuchern zu den zehn erfolgreichsten Internet-Seiten in Deutschland. Im Frühjahr war es die Hälfte, woher kommt der plötzliche Anstieg?
Wir haben erst in diesem Jahr wieder angefangen, die Besucher zählen zu lassen. Dazu müssen wir in alle Spiele sogenannte Zählpixel einbauen, die sind noch nicht überall, da ist also noch Potenzial.
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