Bitcoins: Was die Anerkennung der umstrittenen Bitcoins bringt

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Bitcoins: Was die Anerkennung der umstrittenen Bitcoins bringt

Trotz der Anerkennung durch das Bundesfinanzministerium dürfte das virtuelle Geld eine Spielerei für Nerds bleiben. Zu gering ist der Nutzen für Unternehmen und Kunden.

Es ist eine Premiere im "Currytime". In dem kleinen Imbissrestaurant in Köln-Mülheim zückt Stammgast Adrian Hotz sein Smartphone, scannt einen QR-Code und bestätigt die Transaktion. Ein künstliches Münzenklingeln signalisiert, dass gerade 0,102 Bitcoin den Besitzer wechseln. Sodann erhält Hotz den Gegenwert: 180 Gramm Fleisch, Käse und Pommes, dazu eine kleine Flasche Fassbrause - kurz: "Chili n' Cheese-Burger-Menü". Klassisch bezahlt würde die Mahlzeit 8,90 Euro kosten.

Die Burger-Bestellung in der vergangenen Woche dürfte der erste Bitcoin-Einsatz in der Geschichte der Kölner Gastronomie gewesen sein. Zuvor hatten Hotz, der als E-Commerce-Berater Online-Strategien für Unternehmen entwickelt, und ein kleiner Kreis rheinischer Bitcoin-Verfechter den Inhaber des "Currytime" davon überzeugt, die Cyber-Währung überhaupt zu akzeptieren.

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Der Wirt hofft nun auf zusätzliche Kundschaft, denn Bitcoins haben in Deutschland vor einer Woche die Anerkennung als Recheneinheit und privates Zahlungsmittel durch das Bundesfinanzministerium erfahren. Sie könnten nun ihren bislang zweifelhaften Ruf als Spielgeld abstreifen. "Das ist ein Ritterschlag für die Privatisierung des Geldes", frohlockt gar der FDP-Politiker und Euro-Kritiker Frank Schäffler.

Tatsächlich ist aber eher Skepsis angebracht, ob damit nun der Siegeszug des freien Geldes jenseits von Staat und Zentralbank über den Euro startet. Zu vage erscheint der Nutzen für Unternehmen und Verbraucher, zu volatil ist zudem die Kursentwicklung. Dass Käufer, Verkäufer und Anleger bald in Bitcoins statt in Euro rechnen und ihr Geldvermögen scharenweise in Bitcoins tauschen, ist unwahrscheinlich.

Daher blüht die junge Parallelwährung vor allem in Nischen und lockt etwa in den USA allerlei teils windige Investoren an, die mit dem Geld aus digitalen Nullen und Einsen Kasse machen wollen. Weil Bitcoin-Kunden anonym und weltweit zahlen können - anders als dies mit Bargeld oder per Überweisung und Kreditkarte möglich ist -, machen auch Unternehmen mit illegalen Geschäftsmodellen gern von Bitcoins Gebrauch.

Internet-Geld Finanzministerium erkennt Bitcoins an

Die virtuellen Münzen der Digital-Währung Bitcoin sind nun in Deutschland rechtlich und steuerlich gebilligt. Die Menge an Bitcoin-Einheiten ist auf 21 Millionen begrenzt und kann für Einkäufe im Netz eingesetzt werden.

Bitcoins: Der Kurs der Währung ergibt sich aus Angebot und Nachfrage in Tauschbörsen. Quelle: ap

Eine Milliarde im Umlauf

Bitcoins existieren wie die Konkurrenzzahlungsmittel Litecoin, PPCoin und Ripple nur rein elektronisch, im Internet. In der Welt sind sie seit 2009. Angeblich soll ein japanischer Programmierer die virtuelle Währung vor vier Jahren erfunden haben. Inzwischen ist daraus ein weltweites Netzwerk entstanden, in dem täglich Zehntausende anonyme Nutzer Bitcoins transferieren - vorbei an Banken oder Zahlungsdienstleistern wie Paypal.

Mit einer für jedermann frei verfügbaren Software lassen sich Bitcoins so einfach von Computer zu Computer schicken wie E-Mails. Jeder Teilnehmer des digitalen Geldkreislaufs erhält dazu eine Bitcoin-Adresse, einen Code aus Zahlen und Buchstaben. Wer jemandem Bitcoins schicken will, gibt Betrag und Adresse ein - schon landen die virtuellen Münzen in der digitalen Brieftasche des Empfängers.

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