Cebit: Braucht Deutschland diese Messe noch?

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Cebit: Braucht Deutschland diese Messe noch?

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Cebit-Eröffnung.

von Thomas Kuhn

Nie hatte die Digitalisierung der Wirtschaft mehr Bedeutung als heute. Warum nur spiegelt sich das nicht mehr in der Bedeutung der Cebit wider?

Euphorie und Depression liegen am Eröffnungsabend der Cebit ganz dicht beieinander. Rund 500 Meter, genauer die Länge von zwei Messehallen, trennen die Trostlosigkeit der Halle 13 auf dem hannoverschen Messegelände unterm Hermesturm vom Glamour in der Halle 9.

Gähnend leer präsentiert sich die riesige Halle direkt am Eingang West, über den ab Montag die Besucher vom Messebahnhof auf die Cebit strömen. Wo in der Vergangenheit Netzwerk- und Sicherheitstechnikspezialisten das technologische Entree für Europas wichtigste IT-Schau boten, herrscht in diesem Jahr beklemmende Stille. Der rote Teppich, den die Messeorganisatoren mitten hindurch verlegt haben, lässt den riesigen Bau aus der Zeit gefallen scheinen. Die Zukunft der digitalisierten Wirtschaft, sie ist weiter gezogen. In diesem Jahr beginnt sie erst in Halle 12.

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Von Niedergang und Leere keine Spur zur gleichen Zeit nur ein paar Schritte weiter. Zum traditionellen Eröffnungsevent mit Kanzlerin Angela Merkel und dem japanischen Premierminister Shinzō Abe drängen sich derart viele Gäste, dass das Auge in der Halle kaum das Ende der Sitzreihen erblickt. Eine vergleichbare Masse an gespannten Zuhörern bei einem Tech-Event hatte zuletzt allenfalls Samsung bei der Präsentation des Galaxy S7 auf dem Mobile World Congress 2016 angezogen.

Cebit-Start Computer im windschnittigen Gehäuse

In Hannover startet die Cebit. Intel lässt auf der Computermesse Drohnen abheben: Der Chiphersteller positioniert sich mit der neuen Technologie für Firmenkunden. Denn noch ist das Geschäft mit den Drohnen überschaubar.

Auf der Computermesse lässt Intel Drohnen abheben. Quelle: dpa

Keine Frage, Weniges bewegt und verändert die Wirtschaft und den Alltag der Gesellschaften derzeit so tiefgreifend, wie die Digitalisierung aller Geschäftsmodelle und -abläufe. Vernetzung, der Wandel vom Internet der Menschen zum Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Roboterautos: Unternehmen und Bürger müssen sich angesichts des digitalen Wandels mit einer langen Liste an Themen beschäftigen.

Shinzo Abe (l), Angela Merkel (r). Quelle: REUTERS

Shinzo Abe (l), Angela Merkel (r).

Bild: REUTERS

Zu fast allen Themen finden sich in Hannover deutsche und internationale Aussteller. Rund 3000 sollen es 2017 wieder sein, erzählt Messechef Oliver Frese vor der Eröffnungsfeier. Auf rund 200.000 Besucher hofft er in den fünf Messetagen. Das ist in knappes Viertel jener Massen, die sich in den Hochzeiten der Cebit übers Gelände drängten. Damals, als PCs noch cool und nicht Alltagswerkzeuge waren und sich die Messe (auch) als Konsumentenshow des Computerzeitalters verstand.

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