Cebit: CeBIT: Die Veranstaltung für Geschäftskunden

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Cebit: Braucht Deutschland diese Messe noch?

CeBIT: Die Veranstaltung für Geschäftskunden

Heute hat sie sich zu einer Veranstaltung für Geschäftskunden geschrumpft. Und jedes Jahr aufs Neue stellt sich – in einem sonderbaren Kontrast zum unaufhaltsamen Relevanzgewinn des Digitalen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen – wieder die Frage, ob es angesichts der Verkleinerung nicht sinnvoller wäre, die Cebit wieder mit der Hannovermesse Industrie zu verschmelzen? Aus der war sie schließlich Mitte der Achtzigerjahre einmal ausgegründet worden. Und die vernetzte Welt der Industrie 4.0 zeigt, dass Digitalisierung und Industrialisierung gedanklich und technisch nicht mehr zu trennen sind.

Bundeskanzlerin Merkel spricht sich am Eröffnungsabend – wieder einmal – dagegen aus. Die CeBIT sei inhaltlich viel breiter angelegt als es die Industriemesse sei. Die Themenvielfalt viel größer, die adressierten Branchen und Behörden viel vielfältiger als es die Technikschau im April abbilden könnte. Die Cebit biete Chancen „auch gesellschaftliche Themen zu adressieren, die eine Industriemesse nicht abdeckt“, sagt sie. „Wir dürfen bei der Digitalisierung nicht die breite Masse von Menschen vergessen, die nicht mehr wissen, ob sie in dem Prozess Subjekt oder Objekt des Wandels sind“, fordert sich die Tech-Welt (unter großem Applaus im Saal) auch zur kritischen Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Disruptions-Credo auf.

Die Trostlosigkeit der Halle 13. Foto: Thomas Kuhn.

Die Trostlosigkeit der Halle 13.

Foto: Thomas Kuhn.

Und so erweist sich Merkel in Sichtweite des leeren Messe-Westportals an diesem Eröffnungsabend als stärkste Werberin für Deutschlands wichtigstes Elektronik- und IT-Event. Wie sehr sie sich dafür auch persönlich involviert, erzählt Premier Abe in seiner Rede. Vor Jahresfrist habe ihn Merkel bei einem Treffen in Schloss Meseberg persönlich gefragt, ob Japan nicht Partnerland der Cebit 2017 werden wolle. „Angela, da bin ich“, sagt er lachend, als sei das eine Überraschung. Immerhin 120 Unternehmen hat er als Aussteller mitgebracht, die größte japanische Delegation, die je nach Hannover gekommen ist. Merkels Engagement habe sich also gelohnt.

Ein paar Minuten später, beim Empfang nach der offiziellen Feier, raunt einer der Gesprächspartner, ein in der deutschen Hightech-Szene bestens verdrahteter Berater, Abe sei nicht der einzige, den der persönliche Einsatz der Kanzlerin zum gebührenden Messeauftritt bewegt habe. „Die habe“, berichtet der Branchenkenner von Gesprächen mit Unternehmensverantwortlichen, „auch ‚den Bonnern’ ins Gewissen geredet, doch bitte angemessenen hier in Hannover aufzutreten.“ Die „Bonner“, das wäre die Deutsche Telekom.

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Eine Direktintervention Merkels beim Telekom-Chef? Das mag ein Gerücht sein, eines zumal, dass sich am Eröffnungsevent nicht mehr verifizieren lässt. Aber als Symbol für die Bedeutung des Kommunikationsriesen für die CeBIT taugt es allemal. Denn wenn der riesige Stand der Telekom, der immerhin ein Viertel der Messehalle 4 belegt, tatsächlich massiv schrumpfte (oder gar wegfiele), dann wäre das vermutlich wirklich das Ende einer eigenständigen Cebit.

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