CeBIT: Telekom hofft auf die Wolke

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Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentiert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Rene Obermann, beim sogenannten Kanzlerrundgang auf der CeBIT 2012 die "De-Mail". Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff schaut währenddessen zu.

von Jürgen Berke

Der Cloud-Computing-Segment wird bis 2016 am stärksten wachsen. Doch nur zehn Prozent der Geschäftskunden nutzen bisher dieses Angebot. Die Telekom setzt in diesem Bereich bisher lediglich 500 Millionen Euro um. Telekomchef René Obermann möcht dies nun ändern.

Der erste Messetag beginnt für René Obermann mit der „Morgenandacht“. Um 8.15 Uhr steht der Telekom-Chef auf der Bühne seines Messestandes in Halle 4 und schwört seine mehrere hundert Mitarbeiter starke Messe-Mannschaft auf den Startschuss in wenigen Minuten ein. „Cebit ist die schönste Zeit nach Weihnachten“, ruft der Konzernchef dem Standpersonal zu.  „Wir freuen uns auf die Kunden.“

Geschenke wird Obermann auch in diesem Jahr nicht von den Kunden bekommen.  Denn auch beim alles überragenden Mega-Thema „Cloud“ fängt auch die Deutsche Telekom nahe dem Nullpunkt an. Werbebanner am Cebit-Stand weisen zwar auffällig häufig darauf hin, dass die Telekom seit 2005 „ein kompetenter Partner für Cloud-Services ist“. Doch auf die erhofften Umsatzsprünge wartete die Deutsche Telekom bisher vergeblich. 

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Gerade mal 500 Millionen Euro steuerten die Dienste aus der Wolke zum Konzernumsatz von knapp 60 Milliarden Euro bei. Laut jüngsten Marktstatistiken vom Branchenverband Bitkom setzten alle Cloud-Anbieter in Deutschland zusammen 3,6 Milliarden Euro. Die Deutsche Telekom kommt demnach auf einen Marktanteil trotz ihrer Vorreiterrolle in den vergangenen sieben Jahren von gerademal 13 Prozent.

In Obermanns Wachstumsstrategie spielt deshalb das Cloud-Computing eine ganz wichtige Rolle. Bis 2016, sagen Marktforscher voraus, gehört die Cloud-Angebote für Privat- und Geschäftskunden zu den am schnellsten wachsenden Marktsegmenten. Fast schon katapultartig schnellen die Umsätze mit jährlichen Zuwachsraten von durchschnittlich 36 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro im Jahr 2016 in die Höhe.

Der Telekomchef weiß: ein riesiger Umbruch steht bevor 

Erst zehn Prozent aller Geschäftskunden, verriet Obermann während seiner Morgenandacht, nutzen zur Zeit das Cloud-Computing. Nach der Cebit werden es 20 Prozent sein, prophezeit Obermann. Und davon will die Telekom, so Obermann,  „einen möglichst großen Marktanteil  gewinnen“. Denn nur vom Netzegeschäft, der bisherigen Domäne, könne die Telekom auf Dauer nicht leben.

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Bis 2015, so die jüngst bestätigte Mittelfristplanung, will die Telekom die Hälfte ihres Umsatzes, also rund 30 Millarden Euro mit innovativen Diensten wie etwa dem Cloud-Computing machen.  Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz mit neuen Diensten rund um das mobile Internet, das vernetzte Zuhause sowie intelligente Lösungen für die Energiewirtschaft oder das Gesundheitswesen um gerade mal eine Milliarde Euro. In den verbleibenden drei Jahren bis 2015 müssten also weitere zehn Milliarden Euro hinzugewonnen, damit Ob ermann seinen Planziele erreicht. 

Auch Obermann spürt, dass der Telekom ein Umbruch bevorsteht, der alle bisherigen Umwälzungen in den Schatten stellt. Um als Sieger aus dem Kampf um die Kunden hervorzugehen, müsste die Telekom auch Giganten wie Google, Amazon, Microsoft und IBM in die Schranken verweisen. Doch das hat der Magenta-Riese noch nie geschafft.

 

 

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