Chatbots lösen Apps ab: Fragen Sie Ihren freundlichen Roboter

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Chatbots lösen Apps ab: Fragen Sie Ihren freundlichen Roboter

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Fragen Sie Ihren Roboter: Chatbots sind das nächste große Ding.

von Matthias Hohensee und Andreas Menn

Chatbots sind das nächste große Ding. Die plaudernden Assistenten sollen die Apps auf dem Smartphone ablösen. Wie funktioniert das?

Wenn Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Blumen verschicken will, tippt er diesen Wunsch neuerdings einfach in seinen Chatdienst namens Messenger ein. Prompt erhält er eine Antwort: Rote Rosen sind bestellt, bezahlt und bald unterwegs. „Sie müssen keine App installieren und keine Kreditkartendaten eingeben“, sagte Zuckerberg auf der Bühne der alljährlichen Facebook-Entwicklerkonferenz F8. „Der Messenger wird die nächste große Plattform, die Menschen mit Dienstleistungen verbindet.“

Möglich machen das Chatbots: Programme, die sich mit Menschen auf natürliche Weise unterhalten. Smartphone-Nutzer kennen die Technik schon in Form der Sprachassistenten Siri (Apple), Google Now, Alexa (Amazon) und Cortana (Microsoft).

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Nun erlaubt Facebook Unternehmen, sich maßgeschneiderte digitale Assistenten zu bauen, mit denen sich die 900 Millionen Mitglieder seines Messengerdienstes austauschen. Die nötige künstliche Intelligenz stellt das soziale Netzwerk bereit. Ab sofort fragen Facebook-Besucher per Chat Nachrichten bei CNN ab, reden mit dem Onlinedienst Poncho über das Wetter und erkundigen sich beim New Yorker Einkaufsvermittler Spring nach Schuhen oder Schmuck.

Die beliebtesten Instant Messenger im Überblick

  • WhatsApp

    ...mit 1 Milliarde User.

  • Facebook Messenger

    ...mit 900 Millionen User.

  • QQ Mobile

    ...mit 853 Millionen User.

  • WeChat

    ...mit 697 Millionen User.


Mit seiner Chatbot-Offensive ist Facebook nicht allein – eine wahre Blüte der Bots ist im Gange, ausgelöst durch den raschen Fortschritt bei Spracherkennung und künstlicher Intelligenz, beflügelt durch mehr Rechenleistung und Informationen.

Microsoft hat kürzlich seine Plattform für Chatbots vorgestellt; Slack, ein Messengerdienst für Firmen, will 80 Millionen Dollar in Start-ups investieren, die digitale Butler entwickeln; und in Chatdiensten wie Telegram oder Kik sind sogar schon Hunderte Bots aktiv.

Microsoft Build 2016 So rüstet sich Microsoft für die Zukunft

Auf Microsofts Entwicklerkonferenz Build spielt Künstliche Intelligenz eine dominierende Rolle. Das Windows-Jubiläumsupdate treibt vor allem die Sprach-Assistenz Cortana voran. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Microsofts alljährliche Entwicklerkonferenz Build im Moscone Center in San Francisco. Quelle: REUTERS

Für Microsoft-Chef Satya Nadella sind Bots „die neuen Apps“. Er wittert die Chance, mit seinem Chatbot-System wieder mehr Einfluss im Web zu bekommen. Denn die digitalen Helfer haben das Potenzial, Suchmaschinen, Browser und auch Apps zu ersetzen.

Und so die Machtverhältnisse im Internet zu verändern: Bisher dominiert Google die Websuche und, zusammen mit Apple, das mobile Internet. Nun könnten Chatdienste wie Facebook Messenger, WhatsApp oder WeChat die neuen Herrscher werden. 3,2 Milliarden Menschen nutzen heute solche Kurznachrichten-Apps. Bis 2020 werden es knapp 4,2 Milliarden sein, so die Marktforscher von The Radicati Group.

Wie klug sind die Sprachassistenten im Vergleich?

  • Zur Studie

    Quiz für Cybersekretäre: Stone Temple Consulting hat untersucht, wie viele Wissensfragen die Assistenzdienste Siri, Cortana und Google Now ausführlich und korrekt beantworten.

    Quelle: Stone Temple Consulting; insgesamt 3086 Fragen, Stand 2014

  • Google Now

    Ausführlich beantwortet: 58 Prozent

    Korrekt beantwortet: 51 Prozent

  • Siri von Apple

    Ausführlich beantwortet: 29 Prozent

    Korrekt beantwortet: 16 Prozent

  • Cortana von Microsoft

    Ausführlich beantwortet: 20 Prozent

    Korrekt beantwortet: 8 Prozent


Wer die Chats kontrolliert, bestimmt nicht nur, wie Menschen mit Maschinen kommunizieren. Sondern auch, welche Infos, Waren und Dienste die Bots heraussuchen: wer den Auftrag für den Blumenstrauß, das Mittagessen oder die Autoreparatur erhält.

Das Vermitteln können sich Facebook und Co. vergolden lassen, mit Werbegeld, Servicegebühren oder Umsatzbeteiligungen. Amazon gelingt das schon mit seinem Lautsprecher Echo, der in drei Millionen US-Haushalten auf Zuruf Waschmittel ordert oder ein Taxi bestellt. Letzteres nur beim Fahrdienst Uber – zum Ärger des Konkurrenten Lyft.

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