Cloud Computing: Griechenland wichtiger als Facebook

Cloud Computing: Griechenland wichtiger als Facebook

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Service Now-Chef Frank Slootman sieht in der Krise Europas Vorteile für Cloud Computing Anbieter

von Matthias Hohensee

Der kalifornische Cloud Computing Dienstleister Service Now hat einen erfolgreichen Börsengang hingelegt. Die Aktie stieg beim Debüt am vergangenen Freitag um 36 Prozent. CEO Frank Slootman, ein gebürtiger Niederländer, sprach mit der Wirtschaftswoche, wie er den Facebook-Effekt überwinden konnte und warum er sein Unternehmen an die New Yorker Börse brachte und nicht an die Nasdaq.

WirtschaftsWoche: Mr. Slootman, wie hat sich der vermasselte IPO von Facebook auf den Börsengang ihrer Firma Service Now ausgewirkt?

Slootman: Facebook hat die Stimmung an den Märkten negativ beeinflußt. Aber nicht allein. Eine größere Rolle spielte die angespannte makroökonomische Situation. Die ist für uns viel wichtiger. Wir haben unsere Roadshow mehrmals verschoben, um die Wahlen in Griechenland hinter uns zu haben. Facebook war nur ein Ereignis. Aber wenn der ganze Markt negativ eingestimmt ist, kann man nicht viel machen. Unser Börsengang zeigt, dass Investoren Interesse an Technologieunternehmen haben, wenn diese profitabel sind und gut aufgestellt.

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Wie stellt sich die makroökonomische Lage aus Ihrer Sicht momentan dar?

Eindeutig stabiler. Keine Frage, die Situation ist schlecht in Europa. Entscheidungen werden immer wieder verschoben, eine Sache nach der anderen. Aber die Märkte scheinen das gegenüber einem einmaligen katastrophalen Ereignis zu bevorzugen, wie dem Auseinanderbrechen der Europäischen Union. Deshalb verhalten sich die Märkte momentan relativ gut.

Wieviel ihres Umsatzes machen Sie in Europa?

Im vergangenen Jahr etwa 25 Prozent, davon 70 Prozent in Großbritannien. 75 Prozents unseres Geschäfts war in den USA. Aber wir expandieren stark in Europa.

Cloud Computing Die IT-Branche setzt alles auf die Wolke

Es ist das derzeit heißeste Thema auf dem IT-Markt: Cloud Computing. Auch Endverbraucher sollen jetzt ihre Daten in der Wolke speichern und online abrufen. Die Anbieter wittern ein Milliardengeschäft.

Wolke mit Steckdose Quelle: Torsten Wolber für WirtschaftsWoche

Wie ist das derzeitige Geschäftsklima auf dem alten Kontinent?

Eher nüchtern. Aber Produkte und Dienstleistungen werden gekauft. Das Geschäft läuft also. Aber es ist kein Enthusiasmus vorhanden, alle sind generell vorsichtiger und schauen stark auf die Kosten.

Profitieren Sie als Cloud Computing Anbieter von dieser Zurückhaltung?

Ja, eindeutig. Immer mehr IT-Chefs denken darüber nach, ihre Software in die Wolke zu verlagern, konsolidieren ihre Datenzentren, um Kosten zu sparen. Und offen gestanden wollen viele auch erst einmal Erfahrungen sammeln, wie das im Alltagsgeschäft tatsächlich funktioniert.

Wie stark ist Cloud Computing in Europa verbreitet?

Wir stehen noch ganz am Anfang. Laut einer aktuellen Studie werden gerade mal zwei Prozent aller Unternehmensapplikationen als Service angeboten, der Rest ist immer noch vor Ort installiert. Ich sehe das als riesige Chance.

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