
Die Deutsche Telekom hat angekündigt, künftig Fußball-Bundesligaspiele dreidimensional zu übertragen. Mit Beginn der Rückrunde soll jeweils sonntags ein Spiel in 3D gezeigt werden. Zudem könnten Kunden des PayTV-Angebots „Entertain“ Inhalte in 3D abrufen.
Abhilfe kann man sich zwar mit eigenen Aufnahmen schaffen, so verkauft Panasonic demnächst einen Camcorder für knapp 1400 Euro, mit dem man selbst dreidimensional filmen kann. Ob allerdings wackelige Urlaubsvideos in 3D auf Dauer die Freude an der neuen Technologie aufrecht erhalten können, darf man bezweifeln.
Auch Videospiele werden dreidimensional
Eine weitere Alternative sind Videospiele, denn auch hier setzt die Branche auf den neuen Trend. „3D ist sehr wichtig, nicht nur für die Playstation sondern für Sony insgesamt“, sagte der Chef der Sony-Unterhaltungssparte Kazi Hirai im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. So wird der fünfte Teil des Autorennspiels „Gran Turismo“ in 3D auf den Markt kommen.
Das deutsche Crytek-Studio zeigte kürzlich auf der Spielemesse Gamescom den Ego-Shooter „Crysis2“ in 3D. Die wilden Gefechte im New Yorker Großstadtdschungel bekommen dabei eine neue Tiefe. Allerdings ist es für die Entwickler derzeit noch ein Spagat, denn zum einen müssen mehr Bilder berechnet werden, daher muss man bei der Geschwindigkeit oder der Detailtreue an anderer Stelle Abstriche machen. Zum anderen besteht die Gefahr eines optischen Overkills. Die Spiele fordern mit meist 30 Bildern pro Sekunde und rasanten Schnitten die Aufmerksamkeit bereits stark. „Man muss das Geschehen so managen, dass die Balance gewahrt bleibt“, sagt Crytek-Geschäftsführer Avni Yerli. Bei „Crysis2“ verzichteten
die Macher daher auf Schockeffekte, bei denen Gegner oder Gegenstände optisch aus dem Bildschirm heraustreten.
Ein so spezifisch auf 3D getrimmtes Spiel, dass die Branche revolutionieren könnte, wie es „Avatar“ im Filmbereich getan hat, ist jedoch nicht zu erwarten. Alle großen Spieleentwickler wollen nur peu à peu 3D-Spiele oder Elemente herausbringen, denn noch ist die Verbreiterung entsprechender Technik zu gering. „Wenn die Ausstattung mit 3D-Geräten zunimmt, bringen wir mehr Spiele heraus“, sagt Jon Schappert, Chef des Tagesgeschäfts beim Spieleriesen Electronic Arts. Doch so schnell wird der Durchbruch nicht kommen. „Es wird einige Jahre dauern, bis 3D zum Standard wird“, sagt Schappert.
3D-Müdigkeit im Kino
Letztlich werden aber wohl die Filmemacher und Konsumenten entscheiden, ob und wie stark 3D zum Massenphänomen wird. Doch auch dort flaut der Hype schon wieder ab. Während sich bei „Avatar“ noch 80 Prozent aller Kinogänger in den USA für die 3D-Version entschieden, waren es bei „Alice im Wunderland“ nur noch 65 Prozent. Für „Toy Story 3“ wollten sich gar nur noch 57 Prozent eine 3D-Brille aufsetzen. So scheint sich eine 3D-Müdigkeit breit zu machen - und immer noch beschweren sich Kinogänger, dass sie von 3D Kopfschmerzen bekämen.
Es kommen zwar immer noch viele 3D-Filme heraus, doch die Qualität der räumlichen Effekte ist äußerst unterschiedlich und reicht längst nicht an „Avatar“ heran. Bei vielen Filmen sehen die Figuren einfach wie in mehrere Ebenen hintereinander gesetzt aus. Das wirkt billig und rechtfertigt den Aufpreis an der Kinokasse kaum.
Nun soll ausgerechnet „Avatar“ das 3D-Fieber noch einmal anfachen – mit einer achtMinuten längeren Version, die gerade in die Kinos gekommen ist. Doch in den USA schaffte es der Film nicht einmal in die Top10 der Kinocharts.
Es muss sich nun zeigen, ob sich 3D wirklich durchsetzt. Denn schon einmal gab es einen großen 3D-Boom. Mitte der 50er Jahren kamen Klassiker wie Hitchcocks „Bei Anruf Mord“ und mehr als 50 andere Filme in 3D ins Kino – mehr als heute. Damals brauchte man dazu eine Brille, die auf der einen Seite blau und auf der anderen rot war. Genau dieselbe Technologie nutzte auch die „BILD“-Zeitung. Revolutionär ist das also bei weitem nicht, solch futuristische Bilder und eine rot-blaue Brille gab es auch schon im DDR-Jugendlexikon aus den 60er Jahren.














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Alle Kommentare lesen06.01.2011, 17:35 UhrAnonymer Benutzer: Dummes Gequatsche.
"Das Fernsehen wird untergehen"?
Ha ha... 2010 gab es einen neuen Rekord bei der Zeit des täglichen Fernsehkonsums (durchschnittlich 223 Minuten pro Person!). Tendenz steigend.
Zum Thema 3D: Alles nur show. Wenn die Technik so toll ist, warum will sie dann keiner? Letztes Jahr wurden grade mal 3 Millionen 3D-Geräte verkauft. (Von etwa 480 Millionen Fernsehern insgesamt).
26.11.2010, 22:32 UhrAnonymer Benutzer: der dreidimensionale
3D ist ein Erlebnis im Wohnzimmer. Der Autor des berichts kann wohl kaum einen 3D Fernseher in seinem Wohnzimmer stehen haben. Der negative Grundton des Artikels ist geprägt von Allgemeinweisheiten die man den einschlägigen Testberichten für diese Geräte entnehmen kann. Die Wahrheit spielt sich in den eigenen 4 Wänden ab. Wer einmal in Ruhe zu Hause (nicht hektisch für ein paar Szenen in einem Elektromarkt) einen 3D Film angeschaut hat, ist begeistert und wird kaum noch ein paar Jahre auf vermeintlich ausgereiftere Geräte warten wollen.
03.09.2010, 22:23 UhrAnonymer Benutzer: Die Inhalte fehlen, nicht Pseudo-3D
Die iFA ist eine Messe der Endgeräte. Nur bei den TV-Endgeräten hapert es schon lange nicht mehr. Es hapert an den inhalten:
Wir wollen für unsere GEZ-Gelder Filme mit inhalten statt auf dem Rechner zusammengebautem Schrott sehen. Wir wollen objektive Fernsehreportagen statt Hetze gegen 90% der Menschen (wie gerade jetzt) und keine dümmlich-primitiver Polit-indkotrination à la DDR Wir können für unser GEZ-Geld schöne und entspannende Unterhaltungssendungen verlangen, statt Unterschichten-Proll-TV, wo die Tätowierten auftrumpfen. Wir wollen keine Kochsendungen, wo laut schmatzende Köche die GEZ-Zahler provozieren, indem sie ihren Ziegenbart über die Suppe hängen.
Da liegen die wahren Probleme, nicht bei 2D/3D. Das 3D-Problem bleibt solange technisch unpraktikabel und damit ungelöst, bis die Forschung eine Lösung ohne brille gefunden hat.
im übrigen wird das Fernsehen als unidirektionales Medium sowieso dem internet weichen und untergehen, mit oder ohne dieses Pseudo-3D. Die Jugend nutzt ohnehin nur das internet und interessiert sich nicht für die Lebenslügen der halbamtlichen roten Greise und Greisinnen.