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Contra 3D-Fernsehen: 3D ist mehr Hype als Hoffnungsträger

von Oliver Voß

3D ist das Lieblingsthema auf der IFA. Doch während die Branche die Wohnzimmer erobern will, macht sich an den Kinokassen eine 3D-Müdigkeit breit. Vor dem Erfolg am Massenmarkt stehen einige Probleme.

3D-Vorführung auf der Quelle: dpa
3D-Vorführung auf der Internationalen Funkausstellung IFA Quelle: dpa
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Auch wer sich sonst nicht um den neuesten technischen Schnickschnack schert, konnte am Samstag am Zeitungskiosk plastisch sehen, was gerade DAS Thema der Unterhaltungsindustrie ist. Die Bild-Zeitung druckte eine ganze Ausgabe in 3D, mit einer blau-roten Brille konnte man sich so Fotos von Verteidigungsminister zu Guttenberg oder „Avatar“-Regisseur und 3D-Papst James Cameron ansehen.

Auch auf der seit heute für das Massenpublikum geöffneten IFA in Berlin gibt es kaum ein anderes Thema. In fast jeder Pressekonferenz saßen die Journalisten mit dunklen Brillen, um sich die neuesten 3D-Visionen der Hersteller vorführen zu lassen. Nach HD sollen die Kunden ihre Wohnzimmer nun auf den nächsten Techniktrend umrüsten.  

Die Erwartungen sind groß: So will Panasonic bereits Ende des Jahres mit 3D-Modellen bei Fernsehern, Camcordern und Digitalkameras 15 bis 20 Prozent des Konzernumsatzes in Europa machen. Der Marktforscher iSuppli geht davon aus, dass im laufenden Jahr weltweit 4,2 Millionen 3D-TVs verkauft werden. 2015 solle deren Zahl bereits bei 78 Millionen Exemplaren liegen. In Deutschland gehen der GfK zufolge im laufenden Jahr rund 100.000 Apparate mit räumlichem Bildeindruck über die Ladentheken. Auf dem Markt für 3D-Fernseher konkurriert Panasonic vorwiegend mit Sony und Samsung.

3D-Hype überzogen?

Doch es gibt auch einige Punkte, die den Spaß am dreidimensionalen Bild eintrüben. So liefern 3D-Plasma-Modelle teilweise zu dunkle Bilder, bei der helleren LCD-Konkurrenz irritieren in Tests immer wieder Geisterbilder. Dabei sieht das linke Auge Bilder, die eigentlich für das rechte bestimmt sind. Erst die kommende Geräte-Generation soll diese Probleme beheben.

Helmut Blank, Gründer der Software-Initiative Deutschland e.V. rät Verbrauchern daher gar, sich auf absehbare Zeit keine 3D-Fernsehgeräte zuzulegen. Der Hype um das dreidimensionale Fernsehen sei völlig überzogen und nur von kurzer Dauer. „Wer sich heute vom 3D-Hype blenden lässt, läuft Gefahr, morgen eine Flimmerkiste zu Hause stehen zu haben, die längst nicht mehr den aktuellen Normen entspricht, wenn es in einigen Jahren mit 3D richtig losgeht“, warnt Blank.

Während man derzeit noch eine so genannte Shutterbrille aufsetzen muss, die wechselweise das rechte und linke Auge abdunkelt und so den räumlichen Effekt erzeugt, arbeiten Entwickler bereits an einer Technologie, die das 3D-Erlebnis ohne Sehhilfe möglich machen soll. Nintendo will bereits im kommenden Jahr seine mobile Spielekonsole mit entsprechenden Displays auf den Markt bringen und auch die TV-Hersteller arbeiten an ähnlichen Geräten.

3D-Inhalte fehlen

Das zweite große Manko sind derzeit die fehlenden Inhalte. So gibt es bislang kaum DVDs oder Blu-Rays in 3D – selbst die entsprechende Version von Avatar komt erst noch auf den Markt.

Im Fernsehen gibt es ebenfalls keine entsprechenden Programme  - und die Fernsehoffensive der dritten Dimension rollt nur langsam an.. Zwar will der PayTV-Sender ab Oktober auf einem neuen Kanal Filme, Dokumentationen und Sport in 3D zeigen. Doch das Angebot wird zunächst nur über Satellit und im Netz von Kabel Baden-Württemberg empfangbar sein.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.01.2011, 17:35 UhrAnonymer Benutzer: Dummes Gequatsche.

    "Das Fernsehen wird untergehen"?
    Ha ha... 2010 gab es einen neuen Rekord bei der Zeit des täglichen Fernsehkonsums (durchschnittlich 223 Minuten pro Person!). Tendenz steigend.

    Zum Thema 3D: Alles nur show. Wenn die Technik so toll ist, warum will sie dann keiner? Letztes Jahr wurden grade mal 3 Millionen 3D-Geräte verkauft. (Von etwa 480 Millionen Fernsehern insgesamt).

  • 26.11.2010, 22:32 UhrAnonymer Benutzer: der dreidimensionale

    3D ist ein Erlebnis im Wohnzimmer. Der Autor des berichts kann wohl kaum einen 3D Fernseher in seinem Wohnzimmer stehen haben. Der negative Grundton des Artikels ist geprägt von Allgemeinweisheiten die man den einschlägigen Testberichten für diese Geräte entnehmen kann. Die Wahrheit spielt sich in den eigenen 4 Wänden ab. Wer einmal in Ruhe zu Hause (nicht hektisch für ein paar Szenen in einem Elektromarkt) einen 3D Film angeschaut hat, ist begeistert und wird kaum noch ein paar Jahre auf vermeintlich ausgereiftere Geräte warten wollen.

  • 03.09.2010, 22:23 UhrAnonymer Benutzer: Die Inhalte fehlen, nicht Pseudo-3D

    Die iFA ist eine Messe der Endgeräte. Nur bei den TV-Endgeräten hapert es schon lange nicht mehr. Es hapert an den inhalten:

    Wir wollen für unsere GEZ-Gelder Filme mit inhalten statt auf dem Rechner zusammengebautem Schrott sehen. Wir wollen objektive Fernsehreportagen statt Hetze gegen 90% der Menschen (wie gerade jetzt) und keine dümmlich-primitiver Polit-indkotrination à la DDR Wir können für unser GEZ-Geld schöne und entspannende Unterhaltungssendungen verlangen, statt Unterschichten-Proll-TV, wo die Tätowierten auftrumpfen. Wir wollen keine Kochsendungen, wo laut schmatzende Köche die GEZ-Zahler provozieren, indem sie ihren Ziegenbart über die Suppe hängen.

    Da liegen die wahren Probleme, nicht bei 2D/3D. Das 3D-Problem bleibt solange technisch unpraktikabel und damit ungelöst, bis die Forschung eine Lösung ohne brille gefunden hat.

    im übrigen wird das Fernsehen als unidirektionales Medium sowieso dem internet weichen und untergehen, mit oder ohne dieses Pseudo-3D. Die Jugend nutzt ohnehin nur das internet und interessiert sich nicht für die Lebenslügen der halbamtlichen roten Greise und Greisinnen.

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