Cyber-Schreiber: Ein Stift wird zum Apple-Ärgernis

Cyber-Schreiber: Ein Stift wird zum Apple-Ärgernis

von Meike Lorenzen

Jahrelang hat Apple darauf verzichtet, nun hat das Unternehmen doch einen Patentantrag auf einen Stift gestellt, mit dem sich das iPad bearbeiten lässt. Warum der Konzern nachzieht.

„Wer will schon einen Stift?“, fragte Apple-Chef Steve Jobs süffisant in die Runde, als er im Januar 2007 das iPhone vorstellte. Er sei umständlich, ständig würde man ihn verlieren und überhaupt sei der Finger das beste Bedieninstrument. Zur Einführung des iPhone war diese radikale Anti-Stift-Haltung – die sich bei Apple regelrecht zu einem Dogma entwickelt hatte – sicher berechtigt. Die neue Touchscreen-Technologie faszinierte und machte die Interaktion mit dem Smartphone einfacher.
Doch eignet sich der Finger eben nicht für alle Tätigkeiten, die man auch im echten Leben mit dem Bleistift, Kugelschreiber oder Pinsel vollführt. Entsprechend haben Dritt-Anbieter von Mal- und Zeichen-Apps bald auch eigene Stifte für das iPad mit auf den Markt gebracht. Vor allem für Ingenieure, Architekten, Designer und Künstler war das interessant.

Stifte für das iPad von Drittanbietern

  • Virtuoso Touch Stylus & Pen

    Auch in der Virtuoso von Kensington ist ein Kombistift aus Kugelschreiber und Stylus. Der Stift ist vor allem für das Schreiben von Notizen gedacht. Preis: etwa 16 Euro.

  • Jot Pro V2

    Dieser Stift ist besonders gut für das iPad, iPhone, den Asus Transformer und das Galaxy Tab geeignet. Durch den eingebauten Magneten haftet der Stift am iPad und anderen Metalloberflächen. Es werden verschiedene Aufsätze mitgeliefert, die vor allem für das Zeichnen besonders gut geeignet sind. Der Stift ist in verschiedenen farben erhältlich. Preis: etwa 30 Euro.

  • Wacom Bamboo Stylus Solo

    Der in vielen bunten Farben erhältliche Bamboo Stylus hat eine große Fangemeinde. Der Stift ist vom Design stark an einen klassischen Stift angelehnt. Insgesamt ist es ein gutes Gerät für Einsteiger, da er ein wenig von allem kann – zeichnen, schreiben, malen. Wer eine der Tätigkeiten professioneller auf dem Tablet ausüben möchte, sollte sich eine andere Alternative suchen. Preis: etwa 20 Euro.

  • Alupen

    Der Alupen von Justmobile ist ein 2-in-1-Stylus für Smartphones und Tablets. Auf der einen Seite ist eine Kugelschreiber-Mine auf der anderen Seite eine Spitze aus Gummi vorhanden, mit der sich Notizen auf den mobilen Geräten machen lassen. Preis: 39,95 Euro.

Samsung hat den Markt für den sogenannten Stylus schon lange erkannt und sich der kreativen Zielgruppe angenommen. Die Koreaner haben die Tablet-Reihe Galaxy-Note auf den Stylus ausgerichtet. Dazu entwickelten sie einen intelligenten Stift, der in die Softwarefunktionen integriert ist. Konkret unterscheidet Samsung drei Funktionen: Punkt, Kreis und Box. Sobald der Nutzer mit dem Stift einen Punkt auf den Display macht, erscheint das sogenannte Air Command – die Kommandozentrale auf dem Galaxy Note (ab Note 3 erhältlich). Dahinter stecken weiterführende Optionen wie das Action Memo, das Scrapbook und Pen Window.

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Die Funktionen des Galaxy Note 3

  • Action Memo

    Mit Hilfe von Action Memo lässt sich eine Notiz auch mit einer Aktion verbinden. Hat man sich zum Beispiel in einer Notiz handschriftlich einen Namen und eine Telefonnummer notiert, lässt sich diese per Klick sofort anrufen oder dem Telefonbuch zufügen. Das Note 3 erkennt dabei die eigene Handschrift.

  • Pen Window

    Pen Window hingegen aktiviert, in dem der Nutzer mit seinem Stift eine Box in einer gewünschten Größe auf den Bildschirm malt. Darin lässt sich dann ein weiteres Fenster öffnen, das sich über das andere legt: Zum Beispiel einen Taschenrechner oder einen Notizzettel. Theoretisch funktioniert das auch. Allerdings sollte man sich genau überlegen, wie man das Gewünschte Fenster malt, damit am Ende auch da Seitenverhältnis stimmt.

  • Scrapbook

    Wird die Scrapbook-Funktion aktiviert, können die Nutzer mit ihrem Stift einen Kreis um einen Inhalt ziehen – egal ob eine Datei oder einen Artikel oder ein Bild aus dem Internet. Mit einem weiteren Klick wird dieser Inhalt dann automatisch im sogenannten Scrapbook gespeichert. Das Schöne daran: nicht nur Text, Bild, Video oder Tabelle aus dem Netz werden abgelegt, sondern auch der dahinterliegende Link.

Aufgrund der Verkaufszahlen des Vorgängers geht Samsung davon aus, dass sich das Galaxy Note 3 etwa zehn Millionen Mal verkaufen wird. Vor einer derartigen Kaufkraft könnte Apple nun von seiner Anti-Stylus-Haltung abrücken. Zumindest hat der iPhone-Hersteller erst kürzlich ein Patent für einen Stift erhalten. Eingegangen war der Antrag bereits im Juni 2011.

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Das Patent soll deutlich vielseitiger sein als das Zubehör von Drittanbietern. Dabei setzt Apple wohl wieder voll auf Gesten. Angeblich soll der sogenannte iPen erkennen, wie er gehalten wird und diese Informationen über Orientierungssensoren direkt an das Tablet übermitteln. Auf diesem Weg könnte der Zeichner zum Beispiel die Strichbreite einstellen – ganz wie beim Halten eines Füllers.

Insgesamt soll Apple laut der Website Patentlyapple bereits über 20 Patente für Stylus-Geräte bekommen haben. Etliche davon dienen wohl auch nur der Absicherung der Rechte. Ob daraus am Ende auch wirklich ein Stift wird, ist bisher noch nicht klar.

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