Datenklau: Sexsites stehlen Bilder bei Facebook & Co.

Datenklau: Sexsites stehlen Bilder bei Facebook & Co.

Quelle:Golem

Die Internet Watch Foundation hat untersucht, was mit freizügigen Bildern passiert, die Jugendliche im Internet veröffentlichen. Wer nicht aufpasst, findet sein Bikinifoto auf einschlägigen Seiten wieder.

Das Foto im knappen Outfit erschien zunächst im Social Web - später auf einschlägigen Homepages: Sexwebsites zeigen gestohlene Aufnahmen von Jugendlichen, die diese oft auf sozialen Netzwerken veröffentlichen. Das ist Ergebnis einer Studie der Internet Watch Foundation (IWF), über die die britische Tageszeitung The Guardian berichtet. In einem Fall stammten Fotos auch von einem gestohlenen Mobiltelefon, so eine der Betroffenen. Von 12.224 Aufnahmen und Videos, die auf 68 verschiedenen Websites veröffentlicht waren, wurden 10.776 später auf sogenannten Parasiten-Websites gefunden, so die Studie. Für die Analyse haben die Forscher 47 Stunden benötigt, verteilt über vier Wochen.

Besonders Jugendliche sind betroffen

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Auch in Deutschland existiert das Problem. Freizügige Fotos verbreiten besonders Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren, die soziale Netzwerke wie Facebook nutzen. Das sind Ergebnisse der neuen Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) zum Datenschutzverhalten junger Menschen im Netz, die am 29. Oktober 2012 im Rahmen einer Fachtagung in Düsseldorf vorgestellt wurde. So verwenden 14 Prozent recht offene Einstellungen und haben einen hohen Anteil an unbekannten Kontakten.

Zehn Tipps: Wie Sie ihr Smartphone schützen

  • Umgang mit Rufnummern

    Seien Sie vorsichtig bei der Weitergabe Ihrer Handynummer. Schreiben Sie diese nicht auf Ihre Visitenkarte.

  • Abhörschutz

    Das Telefonieren über Mobilfunknetze mit dem GSM-Standard ist nicht abhörsicher. Führen Sie Gespräche mit vertraulichen Inhalt deshalb nicht über das Handy.

  • Zugangsschutz

    Nutzen Sie Tastatursperre und Gerätesperrcode und wechseln Sie diese Passwörter in regelmäßigen Abständen.

  • Drahtlose Schnittstellen

    Deaktivieren Sie grundsätzlich alle drahtlosen Schnittstellen wie zum Beispiel WLAN oder Bluetooth-Zugänge, wenn diese nicht benötigt werden.

  • Öffentliche Hotspots

    Nutzen Sie öffentliche Hotspots mit erhöhter Vorsicht. Vermeiden Sie sensitive Anwendungen wie Online-Banking in nicht vertrauenswürdigen Hotspots.

  • Ständige Kontrolle

    Lassen Sie Ihre mobilen Geräte nie aus den Augen und verleihen Sie Ihre Smartphones auch nicht. Manipulationen lassen sich in wenigen Sekunden vornehmen.

  • Gute Apps

    Installieren Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Viele verlangen weitreichende Zugriffsrechte auf sensible Daten und Funktionen. Prüfen Sie, ob diese Zugriffsrechte zum Nutzen der App wirklich nötig sind.

  • Sicherheits-Updates

    Achten Sie darauf, dass es Sicherheits-Updates für Ihr Betriebssystem und die installierte Software gibt.

  • SIM-Karte

    Lassen Sie bei Handy-Verlust Ihre SIM-Karte sofort sperren.

  • Verkauf und Entsorgung

    Normales Löschen vernichtet in der Regel nicht alle Daten. Die Speicher müssen vor einem Verkauf oder Entsorgung physikalisch überschrieben werden.

Zwar hätten die meisten Nutzer ihr Profil und alle anderen Elemente auf den Plattformen so eingestellt, dass nur die von ihnen hinzugefügten oder bestätigten Kontakte Zugriff darauf haben. Doch gerade bei den Jüngeren reicht es oftmals aus, eine Person dem Namen nach oder über andere zu kennen, um sie in den Freundeskreis im sozialen Netzwerk aufzunehmen.

Mehrheit agiert überlegt

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Mehr als ein Drittel der Zwölf- bis 24-Jährigen (38 Prozent) berichtete davon, dass bereits Inhalte, mit denen sie nicht einverstanden waren (wie zum Beispiel Fotos) ohne ihre Zustimmung ins Netz gestellt wurden. Zwei von fünf Nutzern (39 Prozent) finden es in Ordnung, Inhalte ins Internet zu stellen, ohne dies mit den Betroffenen abzuklären.

LfM-Direktor Jürgen Brautmeier betonte allerdings, dass die Masse der Jugendlichen überlegt in sozialen Netzwerken agiere: "Die vielen Aufklärungsmaßnahmen, die durch medienpädagogische Initiativen vielerorts durchgeführt werden, bewirken offenbar etwas." Doch vor allem jüngere Jugendliche, insbesondere diejenigen mit niedriger formaler Bildung, pflegten einen problematischen Umgang mit ihren Daten. Risikogruppen seien 15- bis 17-Jährige in der Pubertät und Jugendliche mit niedriger Bildung. "Diese Zielgruppen müssen wir besser schützen und mit unseren Medienkompetenzmaßnahmen künftig noch deutlicher stärken."

Dieser Artikel ist zuerst bei Golem erschienen.

Quelle:  Golem
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