Datenschutz: Neuer Smartphone-Spitzel

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Carrier IQ streitet bisher alle Vorwürfe ab, die Software diene lediglich zur Qualitätsverbesserung.

von Thomas Kuhn

Die Software Carrier IQ sorgt für Groll unter US-Mobilfunkkunden. Denn wie jetzt bekannt wurde, werten Netzbetreiber damit heimlich das Telefonverhalten von mehr als 140 Millionen Handybesitzern aus. Ob die Software auch auf deutschen Handys läuft, wissen nach eigenen Angaben nicht einmal alle Netzbetreiber, genutzt werde sie jedenfalls nicht.

Nachdem im vergangenen Sommer Apple und Google kleinlaut einräumen mussten, dass ihre Telefone – angeblich versehentlich – Bewegungsprofile ihrer Besitzer erstellt und die Daten auf die Server der Unternehmen überspielt hatten, braut sich im US-Mobilfunkmarkt nun neuer Ärger zusammen.

Diesmal richtet sich die wachsende Wut gegen mehrere Netzbetreiber, die auf den von ihnen vertriebenen Handys eine spezielle Software namens Carrier IQ einsetzen. Damit analysieren sie ohne das Wissen der Kunden deren Kommunikationsverhalten in ihren Handynetzen. Laut Herstellerangaben läuft das in den Tiefen des Handy-Betriebssystems verborgene Schnüffelprogramm inzwischen auf rund 141 Millionen Mobiltelefonen.

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Wie der Android-Entwickler Trevor Eckhart vor wenigen Tagen in einem Blog veröffentlichte, ist Carrier IQ überaus neugierig. Das Programm zeichne Standortinformationen ebenso auf wie eingehende Anrufe und SMS den Aufruf von Apps. Selbst Texteingaben oder Aufrufe gesicherter Webseiten über die Tastatur könne die Schnüffelsoftware laut Eckhart protokollieren.

Carrier IQ dementiert

In einer online veröffentlichten Stellungnahme bestreitet das Unternehmen Carrier IQ, beispielsweise Tastatureingaben aufzuzeichnen oder Nutzer verfolgen oder überwachen zu wollen. Die Software diene nur dem Zweck, die Qualität der Funknetze zu verbessern und Probleme mit den Endgeräten erkennen zu können.

Ob das Programm tatsächlich so harmlos ist, wie behauptet, ist indes offen: Was mit der Software möglich ist, dokumentiert Software-Experte Eckhart in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Youtube-Video. Dort erfasst die Software beispielsweise beim Aufruf von Web-Seiten über das verschlüsselte Internet-Seitenformat HTTPS jede Buchstabeneingabe auf dem Gerät schon beim Tippen.

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