Datenschutz: Verfassungsschutz warnt vor außereuropäischen Clouds

exklusivDatenschutz: Verfassungsschutz warnt vor außereuropäischen Clouds

von Jürgen Berke und Reinhold Böhmer

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat deutsche Unternehmen vor der Abspeicherung sensibler Unternehmensdaten in Cloud-Computersystemen außerhalb Europas gewarnt und den verstärkten Aufbau einer EU-eigenen IT-Infrastruktur gefordert.

„Ich glaube, dass es sehr hilfreich für Verbraucher und Unternehmen wäre, wenn es in Europa eine stärkere Selbstständigkeit im IT-Bereich gäbe. Eine europäische Cloud wäre nur der Anfang“, sagte Maaßen in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Es wäre von Vorteil für den Industriestandort Europa, wenn wir mit eigenen, sicheren Produkten einen Gegenpol zu den Amerikanern und Ostasiaten aufbauen könnten.“ Unternehmen sollten bei Investitionen in die IT viel stärker auf die Sicherheit achten. „Ein chinesisches Produkt hat sicher viele Vorteile, aber in puncto Sicherheit deutliche Schwachstellen.“

Zudem riet Maaßen Managern und Geheimnisträgern in Unternehmen, nur noch klassische Handys zu benutzen. Smartphones öffneten „Angreifern viele Türen und Gelegenheiten“, warnte der oberste Verfassungsschützer. „Ich kann den Unternehmen nur empfehlen, Smartphones aus sicherheitskritischen Bereichen wie der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu verbannen. Und vor Auslandsreisen in kritische Regionen sollten sich die Manager simple Einweghandys anschaffen, die sie nur auf dieser Reise benutzen und danach nie wieder.“

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Maaßen äußerte sich auch kritisch zum Programm PRISM, mit dem sich der US-Nachrichtendienst NSA Daten von Großrechnern wichtiger amerikanischer IT- und Internet-Konzerne wie Microsoft, Google und Facebook Daten besorgt. Damit böten die Unternehmen ausländischen Regierungen und Unternehmen die Möglichkeit, Unternehmensgeheimnisse auszuspionieren. „PRISM hat besonders deutlich gemacht, dass Informationen, die von Deutschland ins Ausland fließen, einem ausländischen Rechtssystem unterliegen. Darüber müssen sich alle im Klaren sein, die mit einem ausländischen Anbieter zusammenarbeiten, der Informationen auf einem ausländischen Server ablegt“, so Maaßen. „Diese Informationen unterliegen nicht dem deutschen Datenschutz- und Zivilrecht und können einer ausländischen Sicherheitsbehörde zur Verfügung gestellt werden.“
An die Unternehmen appellierte Maaßen, viel enger mit dem Verfassungsschutz zu kooperieren, weil die Spionageversuche von außen immer raffinierter würden und viele Unternehmen überforderten.

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