Der Lack ist ab: Wieso sich Facebook neu erfinden muss

ThemaSocial Media

Der Lack ist ab: Wieso sich Facebook neu erfinden muss

Bild vergrößern

Facebook scheint schon lange nicht mehr in der Lage, seine Nutzer zu begeistern. Doch der Social-Network-Riese hat für das kommende Jahr vorgesorgt.

Quelle:Netzwertig

Facebook ist in seiner bisherigen Form nicht mehr in der Lage, Nutzer wirklich zu begeistern. Für das soziale Netzwerk als Destination dürfte 2013 ungemütlich werden. Doch das Unternehmen hat vorgesorgt.

Wann habt ihr das letzte Mal jemanden sich begeistert über Facebook äußern gehört? Wenn es euch geht wie mir, dann erinnert ihr euch schon gar nicht mehr, so lange ist das her. In unzähligen Gesprächen, die ich 2012 mit Freunden, Verwandten, Bekannten, Webkennern und Gründern geführt habe, war der Tenor immer der selbe: Facebook ist mittlerweile eher ein notwendiges Übel, an dem es viel auszusetzen gibt, als ein wirklicher Spaß. Nun darf man Einzelaussagen nicht automatisch zur repräsentativen Meinung einer breiten Masse machen. Doch eine Statistik aus dem Sommer, nach der US-Nutzer von allen Social-Web-Portalen besonders Facebook gegenüber Unzufriedenheit signalisierten, die Tatsache, dass die Kernfunktionalität des sozialen Netzwerks mittlerweile viele Jahre nahezu unverändert besteht, sowie die verstärkte Präsenz von Werbung legen die Vermutung nahe, dass trotz der nach wie vor hohen Aktivität die positive Gesinnung gegenüber Facebook wirklich stark am abnehmen ist.

Ich glaube, 2012 war der Höhepunkt des Facebook, so wie wir es heute kennen. Sollte sich das kalifornische Unternehmen im Laufe des nächsten Jahres nicht radikal verändern, dann droht ihm in seiner Rolle als Social-Network-Destination ein signifikanter Einbruch bei den Zahlen aktiver Nutzer und bei der Aufenthaltsdauer. Trotz aller Netzwerk- und Lock-In-Effekte. Denn Alternativen gibt es, besonders im für die Zukunft wichtigsten Segment des mobilen Internets.

Anzeige

Eine radikale Veränderung kann mit einem ganz grundlegenden Redesign, einer dramatischen Simplifizierung, einer beispiellosen Modifikation von Kernfunktionalität sowie einem Strategieschwenk beim Geschäftsmodell einhergehen. Sie dürfte massive Nutzerproteste zur Folge haben. Denn Durchschnittsuser fürchten etwas noch mehr als Langeweile: Wenn sie ihrer gewohnten Umgebung entrissen werden. Zumindest glauben sie das, bis sie sich an eine neue Oberfläche und Funktionalität gewöhnt haben und erkennen, dass diese eigentlich viel besser ist als ihr Vorgänger.

Ich bin mir nicht sicher, ob Facebook zu einem derartigen Schritt in der Lage ist. Die Druck, der seit dem Börsengang auf der Firma lastet, die Profitabilität möglichst schnell zu steigern, macht einen wie oben beschriebenen risikoreichen Vorstoß noch folgenschwerer, sollte er daneben gehen. Und eine Milliarde im schlimmsten Fall unzufriedene, aber wenigstens noch aktive Nutzer aufs Spiel zu setzen, gleicht einem Himmelsfahrtskommando. Doch sofern Facebooks interne Metriken und Daten zur Aktivität und Nutzung – von denen es haufenweise haben wird – einen solchen Rückgang prognostizieren, wie ich ihn kommen sehe, wird Mark Zuckerberg sich trotz aller zu erwartenden Widerstände zum Handeln gezwungen sehen. Und niemandem traue ich mehr zu, sich in einer solchen Situation zu einer Flucht nach vorne zu entscheiden, anstatt Flickschusterei am Status Quo zu betreiben. Die Frage ist eher, ob er dazu die interne Unterstützung bekäme.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%