Der Test: Medions beinahe makelloses Sprach-Navi

Der Test: Medions beinahe makelloses Sprach-Navi

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Medions neues Navigationssystem P4425 funktioniert beinahe makellos per Sprachsteuerung

Schluss mit verkehrsgefährdendem Herumgetippe auf dem Navi- Display – Medions neues Navigationssystem P4425 funktioniert per Sprachsteuerung. Und das beinahe perfekt, hat Thomas Kuhn erfahren.

Es gibt kaum eine Verkehrsregel, die auf deutschen Straßen so oft missachtet wird, wie die Auflage, Navigationssysteme im Auto nicht während der Fahrt zu bedienen. Hand aufs Herz: Hier noch schnell unterwegs eine Adresse eingetippt oder auf der Autobahn bei 160 km/h kurz die Liste der Verkehrsstörungen abgerufen – wer macht das nicht gelegentlich? So mancher Autofahrer sieht das nicht so eng ... und landet nicht selten im Straßengraben oder kracht auf den Vordermann. Wen wundert’s da, dass deutsche Juristen dieser Unsitte mit einem generellen Bedienverbot für Navis während der Fahrt beikommen wollen.

Dass Navigation im Auto auch ohne Blindflug am Steuer und ohne Tippen aufs Flachdisplay funktioniert, das verspricht der Elektronikspezialist Medion. Denn das Topmodell seiner Navi-Serie, das je nach Ausstattung ab 350 Euro teuere P4425, gehorcht nicht nur auf Fingereingaben, sondern ebenso auf Sprachkommandos. Dazu haben die Essener Elektroniker gemeinsam mit der Softwareschmiede Elektrobit in Erlangen und den Spracherkennungsexperten von Nuance die Menüführung des Wegweisers um eine Steuerung per Stimme erweitert.

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Das funktioniert, wie ich ausgiebig ausprobiert habe, bemerkenswert gut. Nicht nur, dass das Navi die Anweisungen selbst bei Nebengeräuschen – etwa Musik im Radio, streitenden Kindern auf dem Rücksitz oder dem Fahrtwind am leicht geöffneten Fenster, fast immer korrekt erkannt hat. Die Software arbeitet zudem gänzlich sprecherunabhängig und ohne jegliches Training sicher und weitgehend fehlerfrei. Selbst Eingaben mit wechselnden Sprechern akzeptierte das P4425 anstandslos.

Mehr noch: Im Gegensatz zu den meisten anderen Geräten, die sich zwar bereits mit dem Etikett Sprachsteuerung schmücken, bei denen tatsächlich aber nur die Eingabe von Ort, Straße und Hausnummer über Stimmeingabe funktioniert, lassen sich beim Medion-Navigator tatsächlich fast alle Funktionen per Zuruf steuern.

Vorausgesetzt, der Nutzer erweckt die Spracherkennung zuvor per Fingerdruck auf einer entsprechenden Taste am Navi aus dem Tiefschlaf. Denn ein Aufruf der Steuerung über ein sogenanntes Zauberwort, wie etwa in der Sprachwahlfunktion mancher Handys enthalten, ist nicht vorgesehen.

Immerhin: Der Aktivatorknopf ist deutlich markiert und auch ohne Hinsehen sicher fühlbar. Den Tastendruck quittiert das Navi mit einem Bereitschaftston – dann lässt sich von „Hauptmenü“ oder „neue Route erfassen“ über die Auswahl von „ökonomischer“, „schneller“ oder „kurzer Route“ bis hin zur Abfrage der „Verkehrslage“, „leiser stellen“ oder „3-D-Ansicht“ fast jede Gerätefunktion aufrufen. Sehr schön ist, dass das Gerät bei den Funktionen nicht bloß auf ein spezifisches Sprachsignal reagiert, sondern eine Reihe verwandter Befehle akzeptiert. Wem etwa die Ansage der nächsten Abzweigung zu leise erklingt, der kann die Lautstärke sowohl mit „erhöhen“, als auch mit „lauter, oder auch mit „hoch“ korrigieren.

Fast immer jedenfalls, denn an einzelnen, allerdings sehr wenigen Stellen im System, etwa beim Durchblättern der per TMCpro übertragenen Staumeldungen, haben die Entwickler – warum auch immer – die Sprachfunktion nicht installiert. Da hilft dann doch wieder nur der Fingerdruck aufs Zurück-Symbol im Display.

Immerhin: Wer sein Mobiltelefon über das integrierte Bluetooth-Modul mit dem P4425 koppelt, kann den Navigator sogar als sprachgesteuerte Freisprecheinrichtung fürs Handy nutzen. In meinem Fall funktionierte das mit zwei Telefonen anstandslos. Beim dritten ließ sich die Technik trotz aller Mühen nicht zur Zusammenarbeit bewegen.

Die verweigert Medions Top-Navi übrigens auch, wenn man den eingebauten Diebstahlschutz aktiviert. Dann lässt sich das Gerät nur noch starten, wenn der rechtmäßige Nutzer vor Gebrauch mit dem Finger über den entsprechenden Sensor streicht. Der sitzt, zur Abschreckung möglicher Diebe deutlich sichtbar, oben auf dem Gerät und arbeitete im Test anstandslos – und das nicht nur, wenn man ihn vor dem Losfahren benutzt.

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