Der Test: Mini-Laptop EeePc: Alles andere als ein Spielzeug

Der Test: Mini-Laptop EeePc: Alles andere als ein Spielzeug

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Asus EEE Pc: Geringes Gewicht für einen sensationell niedrigen Preis

Das neue Mini-Notebook Asus EeePC lockt mit geringem Gewicht und einem sensationell niedrigen Preis. Ein Ersatz für Standard-PCs ist der Schrumpf-Rechner nicht, aber trotzdem attraktiv, findet Thomas Kuhn.

Bisher war die Gleichung beim Kauf von Notebook-Computern simpel: Je kompakter und leichter die tragbaren Rechenknechte, desto mehr musste man für sie zahlen. 2000 Euro und mehr sind für Klapp-Rechner mit Titan- oder Magnesiumgehäuse durchaus üblich. Das neue, seit vergangener Woche auch in Deutschland erhältliche Mini-Notebook Eee-PC des taiwanischen Produzenten Asus ist da eine echte Sensation: Gerade einmal 299 Euro kostet der 930 Gramm schwere Winzling und damit nicht mehr als ein gut ausgestattetes Mobiltelefon.

Der EeePC (das Kürzel steht für „Easy to learn, easy to work, easy to play“) verspricht den leichten – soll heißen, problemlosen – Einsatz des Rechners beim Lernen, Arbeiten und Spielen. Ist es wirklich so einfach? Ich habe es ausprobiert.

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Zunächst begeistert der digitale Winzling durch sein kompaktes, aber noch arbeitstaugliches Format: Der Rechner ist deutlich kleiner als eine DIN-A4-Seite. Zudem macht er einen robusten Eindruck. So empfiehlt sich das Leichtgewicht für den Alltag. Denn das installierte Bürosoftware-Paket Open Office erlaubt das Arbeiten mit Word-Dokumenten, Excel-Rechenblättern oder Powerpoint-Präsentationen – wenn diese mit Microsoft Office 2003 erstellt wurden.

Andererseits fällt der knapp 17,5 Zentimeter große Bildschirm mit nur 800 x 480 Punkten Auflösung recht klein aus – ein Tribut an Preis und Gerätegröße. Beim Schreiben von Texten ist das kein Problem. Die Darstellung größerer Internet-Seiten auf dem installierten Firefox-Brow-ser jedoch macht weniger Freude. Da ist eifriges Verschieben des Bildausschnittes nötig.

Mühsam ist auch das Tippen von Texten und E-Mails. Denn die Tasten sind nur etwa halb so groß aus wie die bei normalen Notebooks. Viel- und Schnellschreiber haben damit einige Mühe, schnell hat man sich vertippt. Schreibtauglicher als die Knöpfchen eines Blackberry, Palm Treo oder Nokia Communicator sind die Tasten des Asus-Winzlings aber allemal.

Als Alternative zu meinem normalen „Schlepptop“ hat der Eee-PC in jedem Fall seine Reize. Zwar fehlt ihm ein integriertes CD/DVD-Laufwerk. Dank des WLAN-Moduls kann er aber problemlos auf schnurlose Rechnernetze – im Unternehmen oder am heimischen Hotspot – zugreifen. Voraussetzung ist aber, dass man sich auf das Bedienkonzept des Rechners einlässt. Denn weil die Taiwaner ihrem Gerät statt des teuren Windows-Betriebssystems eine lizenzkostenfreie Linux-Version verpasst haben, ist die Steuerung des Computers gewöhnungsbedürftig.

Wirklich schwierig ist sie aber nicht. Nach dem Einschalten präsentieren sich die Menüs und Symbole auf dem Monitor bereits nach 32 Sekunden – einer Startzeit, von der ich bei meinem Windows-Rechner nur träumen kann. Vorinstalliert sind eine ganze Reihe nützlicher Programme, neben Open Office für Büroanwendungen unter anderem auch auf Skype-Software für Internet-Telefonate, das E-Mail-Programm Thunderbird, diverse mathematische und sprachliche Lernprogramme sowie Media-Player und einige Computerspiele. Zumindest für Linux-ungeübte Anwender ist die Programmvielfalt beschränkt. Lern-Software meiner Kinder jedenfalls läuft, da für Windows entwi-ckelt, auf dem EeePC nicht. Zwar gibt es zahlreiche populäre Programme für Büro- und Freizeiteinsatz inzwischen auch für Linux-PCs, oft sogar kostenlos. Dennoch gelang es auch mir trotz langjähriger Computererfahrung nicht immer, diese Anwendungen auf dem Rechner ans Laufen zu bringen. Zu sehr unterscheiden sich Linux-Installationsabläufe mitunter von denen aus der Windows-Welt.

Als flinker Geselle für den fixen Trip ins Web oder fürs Arbeiten an Texten unterwegs ist der Eee-PC aufgrund seines Preises aber dennoch eine sehr verlockende Offerte und insofern alles andere als nur ein Spielzeug.

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