Deutsche Bahn: Hyperloop und DB Regio bauen Zug der Zukunft

Deutsche Bahn: Hyperloop und DB Regio bauen Zug der Zukunft

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Elon Musks Vision des Superschnellzugs: Die Deutsche Bahn greift nur für das Innere ihres Innovationszugs auf das Know-how der Hyperloop-Experten zurück.

von Eva Mühle

Komfortabler, innovativer, digitaler – so soll der Zug der Zukunft sein. Um ihn zu bauen, arbeitet die Deutsche Bahn ab sofort mit den Entwicklern des Superschnellzugs Hyperloop zusammen – für die Regionalbahnen.

Reisen fast so schnell wie der Schall. Wenn es nach dem amerikanischen Start-up Hyperloop Transportation Technologies (HTT) geht, könnte das bereits in drei Jahren möglich sein. Das 520 Mitarbeiter starke Unternehmen ist eins von mehreren, das aktuell am von Erfinder und Tesla-Chef Elon Musk propagierten Innovationsprojekt Hyperloop arbeitet – eine Art Rohrpost 2.0 für Menschen, die in Kapseln mit rund 1200 Kilometern pro Stunde durch Vakuumröhren transportiert werden.

Bevor es so weit ist, wird das Start-up HTT ab sofort die Deutschen Bahn bei der Entwicklung einer neuen Zuggeneration unterstützen. HTT hat mit DB Regio einen knapp einjährigen Kooperationsvertrag unterschrieben. Geplant ist der Bau eines Innovationszugs: ein normaler Doppelstockwagen, wie man ihn aus dem Regionalverkehr kennt, dessen Inneres aber modernisiert und digitalisiert werden soll.

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Aufbauend auf Marktforschungen sollen beispielsweise abgeschirmte Ruhezonen mit optimierten Sitzkomfort sowie funktionale Arbeits- und Telefonbereiche mit besserem WLAN-Empfang entstehen.

Fakten zum Hyperloop

  • Zur Person

    Elon Musk, 42, schrieb schon als Kind Computerprogramme. Ein Physikstudium brach er ab, um seine erste Firma zu gründen: Zip2. Eine andere Gründung entwickelte Paypal - 2002 übernahm Ebay das Unternehmen.

  • Die Unternehmen dahinter

    Die Idee kam von Elon Musk - bauen sollen den Hyperloop aber andere. Aktuell gibt es zwei Unternehmen, die am Hyperloop arbeiten: Hyperloop Transportation Technologies und Hyperloop Technologies.

  • Das Konzept

    Hinter dem Hyperloop-Konzept steckt die Idee für ein neues Hochgeschwindigkeitstransportsystem. Bis zu 28 Passagiere können in einer Art Kapsel Platz nehmen, die dann auf einem Luftpolster durch Röhren mit bis zu 1200 Stundenkilometern schießt. In den Röhren, die von Stelzen getragen werden, herrscht ein äußerst geringer Luftwiderstand, ein Fast-Vakuum. Die Kapseln werden aber von Elektromotoren angetrieben. Der dazu notwendige Strom soll aus Solarpanels kommen.

Zudem wird es einige technische Finessen geben, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden. "Während der Pendler im Zug arbeiten oder schlafen will, hätten Touristen gerne relevante Information zu Sehenswürdigkeiten entlang der Route", sagt Diana Scharl von DB Regio.

Bislang ist jedoch noch wenig Konkretes bekannt, was genau den Innovationszug so innovativ machen soll. Denn entwickeln und planen wird die digitalen, technischen Neuheiten die große Experten-Community von HTT. Interessierte aus der ganzen Welt können online an dem Projekt mitwirken und Ideen einreichen.

Bisher ist daher nur klar, dass eine Hyperloop-Technologie im Innovationszug zum Einsatz kommen wird: digitale Fensterscheiben, die ähnlich wie das Handy-Spiel Pokémon Go auf Augmented Reality setzen. Mit der Technologie könnten beispielsweise Informationen zum Reisestatus, passende Sehenswürdigkeiten in der Nähe oder auch Filme direkt auf das Fenster und damit die Landschaft projiziert werden. Entwickelt werden die "Augmented Windows" sowohl für die Bahn als auch für den Hyperloop vom Münchner Start-up Re'flekt.

Schnellzug Deutsche Studenten basteln am Hyperloop mit

US-Firmen treiben Elon Musks Vision vom Superschnellzug Hyperloop voran. Zahlreiche deutsche Konzerne sind beteiligt – darunter auch zwei Münchner Studenten. Aus ihrer Idee wurde ein Großprojekt.

Deutsche profitieren vom Bau des Hyperloops. Quelle: Stefan Nimmesgern für WirtschaftsWoche

Schon Anfang 2017 soll der Innovationszug fertig sein. Er wird anschließend auf einem Werksgelände im oberbayrischen Städtchen Mühldorf am Inn, rund 80 Kilometer östlich von München, von Kunden und Bahnmitarbeitern getestet. Wie es mit dem digitalen Doppelstockwagen danach weitergehe, würden die Ergebnisse der Probefahrten zeigen, so die Deutsche Bahn.

Wie viel Geld der Konzern in das Projekt steckt, dazu wollte sich die Bahn nicht äußern. Es ist aber nicht die erste Annährung an das Thema Hyperloop. So analysiert die Bahn-Tochter DB Engineering & Consulting für ein anderes Hyperloop-Unternehmen (Hyperloop One), ob sich Fracht auf der Arabischen Halbinsel wirtschaftlich per Röhre transportieren lässt.

Wer Teststrecken für den Hyperloop baut

  • Hyperloop Transportation Technologies

    Länge der Teststrecke: 8 Kilometer

    Ort: Quay Valley, Kalifornien

    Kosten: 150 Mio. Dollar

    Fertigstellung: 2018/19

    Quelle: Firmenangaben

  • Hyperloop One

    Länge der Teststrecke: 3,5 Kilometer

    Ort: Wüste bei Las Vegas

    Kosten: 80 Mio. Dollar

    Fertigstellung: Ende 2016

    Quelle: Firmenangaben

  • SpaceX

    Länge der Teststrecke: 1,6 Kilometer

    Ort: Hawthorne, Kalifornien

    Kosten: unbekannt

    Fertigstellung: Ende 2016

    Quelle: Firmenangaben

Nicht nur Bahnkunden könnten zukünftig von dem Kooperationsprojekt profitieren. Auch für die Beteiligten von Hyperloop Transportation Technologies selbst ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit von elementarer Bedeutung, um die eigenen Unternehmensziele, die Etablierung des Hyperloops als fünftes Transportmittel, nicht zu gefährden.

"Denn nur hier in der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn gelingt es uns, eine reale Betriebssituation prototypisch mit Kunden und Fahrgästen zu testen", sagt HTT-Chef Dirk Ahlborn.

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