Die Woche im Netz: Eine Ode an die Hangouts

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kolumneDie Woche im Netz: Eine Ode an die Hangouts

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: Hangouts.

Auch wenn es hier im Internet seltsam daher kommen mag, ich möchte diesmal an erster Stelle den Duden zitieren: Dort steht geschrieben, dass eine "Kolumne" ein stets von "demselben Journalisten verfasster, regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichter Meinungsbeitrag" ist. Nun befinden wir uns im Digitalen und dennoch halte ich es für angebracht für das folgende kurz darauf zu verweisen, dass es sich hier um meine Meinung und nicht etwa einen gekauften oder anders platzierten Beitrag handelt. Es ist nämlich so.

Ich liebe die Hangouts bei Google+. Also eigentlich die Hangouts on Air. Denn das, was ein normaler Hangout kann, kann beispielweise auch Skype. Die Hangouts on Air können aber mehr: Sie machen Sie nämlich zum Sender. Das einzige, was dafür nötig ist: ein Google+-Account, eine Webcam und eine Internetverbindung: Schon kann es losgehen und zwar nicht nur am stationären PC, auch auf mobilen Geräten wie Tablet und Smartphone. Ob zuhause oder unterwegs - jeder kann von überall hangouten und damit sein Leben, seine Inhalte, seine Bilder in die Welt senden. 

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Natürlich gab es schon vorher Streaming-Plattformen wie beispielsweise Ustream.tv. Aber wer gesendet hat, hinterließ die Videos auf einer Plattform, die man sonst nur selten angesteuert hätte - im Gegensatz zu den Hangouts, die alle in das Massenvideoportal Youtube laufen.

Warum also diese große Liebe?

Erstens: Filmen ist so einfach. Noch einfacher als texten, weil es schnell geht, weil es authentisch ist. Interviews mit Bild erlauben es dem Zuschauer, die sprechenden Personen zu beobachten, wie sie formulieren, nervös werden, Fragen abwehren oder auch mal sympathisch sind.

Zweitens: Es ist alles live. Und die Welt kann zugucken und Einfluss nehmen. Diese Meinungen - ob direkt über Google+, auf der eigenen Webseite oder in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, können sofort aufgegriffen und diskutiert werden. Haben Sie das mal mit Fernsehen versucht?

Drittens: Keine räumlichen Hindernisse. Da es lediglich Webcam und Internetverbindung bedarf, kann wirklich jeder sich mit jedem zusammenschalten und sprechen, singen, Faxen machen. Ob er in Australien sitzt oder im Nebenraum.

Viertens: Endlich Talkshows zu den Themen, die einen interessieren. Das ist zwar der Vorteil des Internets an sich - für jede Peer Group gibt es da ja eine Community, man muss nur danach suchen -, aber durch die Hangouts on Air ist dies nun also auch im Videoformat möglich.

Natürlich gibt es technisch so gut wie nichts, was nicht irgendwelche Bedenkenträger und Verhinderer auf den Plan ruft. So scheint es notwendig, dass für wiederkehrende Formate, die sich an eine Nutzerschaft von mehr als 500 Zuschauern richten, eine Rundfunklizenz notwendig ist. Doch welcher Content, den man ins Internet stellt, tut das nicht? So kommt es, dass insbesondere hierzulande wieder mal erst über Formalien gesprochen wird als einfach einmal zu machen.

Das war auch erst kürzlich der Fall, als Bundeskanzlerin Angela Merkel ankündigte, am 17. April per Google Hangout zum großen Talk zu laden. Im Vorfeld konnten die Bürger unter bundesregierung.de Fragen an sie einreichen. Übrigens: Abschließend geklärt ist die Frage mit der Rundfunklizenz nicht, auch wenn nicht allzu viel dafür spricht, kann man bei der Merkelschen Ankündigung nicht davon ausgehen, dass es sich nun über ein längerfristig geplantes Format handeln könnte.

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