Die Woche im Netz: Facebooks Kampfansage an Google heißt "Home"

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kolumneDie Woche im Netz: Facebooks Kampfansage an Google heißt "Home"

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: Facebooks Angriff auf Google.

Netzwerk nutzt Android Facebook wird zum Smartphone-Display

Nun hat Mark Zuckerberg die Katze also aus dem Sack gelassen. Facebook will mit der Software „Home“ Android-Geräte sozialer machen - und HTC setzt mit einem neuen Smartphone auf den Trend. Ein wichtiger Schritt.

Quelle: dpa

Am Donnerstagabend zeigte Facebook sein neuestes Baby: "Home". Home ist ein Applikation, die sich ab dem 12. April erst einmal auf ausgewählten Android-Smartphones installieren lässt und die sich wie eine Zwischenschicht auf das Handy setzt. Denn auf dem Startbildschirm eines jeden Android-Handy erscheint dann Facebook. Die Statusmeldungen der Facebook-Freunde, Fotos und Direktnachrichten poppen sofort auf, auch Facebooks Sprachdienst "Voice" ist integriert. Wer eine andere App nutzen will, kann das natürlich noch tun, doch die erste Anlaufstelle auf dem Smartphone soll Facebook sein.

Das allgemeine Feedback ist gut bis euphorisch. Das zeigte auch die Reaktion auf dem Aktienmarkt - das Papier legte am Donnerstag um mehr drei Prozent zu. Peter Corbett von der Marktforschungsfirma iStrategyLabs kommentierte gegenüber dem Handelsblatt: "Das ist eine richtig große Geschichte für Facebook." Doch ist soviel Euphorie wirklich angebracht?

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Sicherlich gibt es ein paar Gründe, die dafür sprechen.

Erstens: Laut Erhebungen des Analysedienstes Socialbakers ist die Zahl der jungen Facebook-Nutzer im ersten Quartal 2013 eher rückläufig. Gut 1,2 Millionen Nutzer zwischen 25 und 34 Jahren haben sich in diesem Zeitraum von Facebook zurückgezogen. "Home" ist ganz klar ein Weg, diesem Trend entgegenzuwirken. Mit "Home" wird es insbesondere für die Heavy-User, die häufig in der jüngeren Zielgruppe zu finden sind, noch einmal richtig komfortabel. Wer ohnehin Kurznachrichten über das Netzwerk versendet und ständig seinen Newsfeed im Auge hat, wird nicht lange zögern, und am 12. April die App herunterladen. Und User, die ohnehin ständig Kurznachrichten verschicken, könnten sich vielleicht doch noch mit Facebook anfreunden.

Gleichzeitig stellt Facebook zusammen mit HTC ein Smartphone vor, dass mit 100 Dollar so günstig wie nie ist. "Home" ist darauf vorinstalliert, eine Tatsache, die preisbewusste Menschen sicherlich in Kauf nehmen, um an ein derart kostengünstiges Smartphone zu gelangen.

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