Die Woche im Netz: Netzdrosselung bremst Innovationen aus

kolumneDie Woche im Netz: Netzdrosselung bremst Innovationen aus

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: der Angriff der Telekom auf die Netzneutralität.

Im Internet gab es in dieser Woche so ungefähr ein wichtiges Thema: Alle regten sich über die so genannten Drosselpläne der Deutschen Telekom auf. Falls Sie das nicht mitbekommen haben sollten, hier noch einmal die Kurzversion: Ab 2. Mai startet die Deutsche Telekom bei Neuverträgen eine neue Tarifstruktur. Die neuen Verträge enthalten ein Inklusivvolumen - wer dies aufbraucht, muss mit einer deutlichen Reduzierung der Bandbreite auf 384 Kilobit pro Sekunde rechnen. Oder nachkaufen.

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Die Pläne offenbaren die Suche der Deutschen Telekom nach neuen Einnahmequellen. Denn der Idee dahinter ist klar: Nicht nur der Endkunde soll demnächst je nach Datenverbrauch für die Nutzung des Netzes zahlen. Die Telekom als Bereitsteller der Infrastruktur könnte so in der Lage sein, auch bei datenintensiven Diensten von Streamingportalen wie Youtube und Co. abzukassieren. Das ist nicht neu, denn bei den mobilen Tarifen machen die Netzbetreiber und insbesondere die Telekom da schon Unterschiede. So wird gegen einen Aufschlag von zehn Euro auf den Handytarif der Datenverbrauch des Musikstreaming-Diensts Spotify extra gezählt. Und dem Beispiel Spotify sollen im Idealfall weitere folgen. Das Ziel: In Zukunft werden die Unternehmen, die mit der Telekom paktieren, mehr Kunden erreichen. Wer nicht mitmacht, ist im Nachteil. 

WiWo Lunchtalk Malte Götz, warum so anti-telekom?

Jeden Tag um 12 Uhr sprechen wir im WiWo Lunchtalk für 15 Minuten über ein Thema. Heute: Malte Götz und die Deutsche Telekom.

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Angriff auf die Netzneutralität 

Der Proteststrom im Netz richtet sich vor allem darauf, dass mit der Einführung dieser gedrosselten Verträge der Grundsatz der Netzneutralität verletzt sein könnte. Was das bedeutet? Bisher wurden alle Daten im Internet gleich behandelt - egal, welcher Inhalt, wo diese erstellt und wohin sie ausgeliefert wurde. Mit Hilfe dieses Grundsatzes ist das Internet das geworden, was es jetzt ist:  Nie war es einfacher, auf das Wissen der Welt zuzugreifen, seine Meinung öffentlich frei zu äußern, zu kommunizieren, an Debatten teilzunehmen, sich weiterzubilden. 

Derzeit gibt es auf dieses Prinzip der Netzneutralität kein Recht - zumindest nicht in Deutschland, auch wenn dieser Grundsatz für das Internet, wie es jetzt besteht, so wichtig ist. Es wäre aber durchaus ratsam, wenn dies geschähe. Denn schon jetzt ist die so genannte Netzneutralität nicht gewahrt - insbesondere im mobilen Internet. Nicht alle Dienste, wie beispielsweise Skype, lassen sich da nutzen. Grund: Skype würde das mobile Geschäftsmodell, den Verbrauch von Gesprächsminuten, aushebeln. Aber klar ist: Indem bestimmte Anbieter bevorzugt beziehungsweise benachteiligt werden, findet Diskriminierung statt - das Netz ist nicht mehr neutral.

 

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