Die Woche im Netz: Quantified self - Das permanente schlechte Gewissen

kolumneDie Woche im Netz: Quantified self - Das permanente schlechte Gewissen

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: Was Fitness-Armbänder wie das Jawbone Up bringen.


Wir haben diese Woche zweimonatiges, das Jawbone und ich. Zwei Monate, in denen ich mit einem dieser neuen Fitness-Armbänder durch die Gegend gelaufen bin. Es ist blau und ich trage es am linken Arm. Bei Tag und bei Nacht. Ich habe es nur für wenige Tätigkeiten abgenommen: zum Duschen, zum Aufladen und zum Synchronisieren mit dem Smartphone.

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Das Jawbone Up besteht aus Lagesensoren, die in einer Gummihülle stecken. Und diese messen all meine Aktivitäten. Wie viel ich mich bewegt habe, wie gut (oder kurz) ich geschlafen habe. Gut geschlafen bedeutet: acht Stunden. Viel bewegt: 10.000 Schritte. Das ließe sich auch verändern, aber ich empfand diese Maßgaben als gute Richtwerte. Und theoretisch auch: was ich gegessen habe. Dafür muss ich aber alle Mahlzeiten per Hand in die App eingeben bzw. Barcodes einscannen. Und da kommen wir auch schon zu dem Problem: Diese Funktion ist nur dann wirklich praktisch, wenn man sich vorwiegend von Fertigessen ernährt. Deshalb habe ich auch nur zwei Tage durchgehalten, meine Ernährung ebenfalls zu erfassen.

Mindestens einmal am Tag, meistens morgens, schließe ich das Band über die Kopfhörerbuchse an mein Telefon an. Die neuesten Daten werden dann in die Up-App geladen und ich kann mir anschauen, wie gut (oder schlecht) die Nacht war. Gleichzeitig gibt es immer eine Motivationsnachricht. Am Mittwochmorgen warnte mich die App, dass ich am Mittwoch immer die wenigsten Schritte absolviere. Am Abend bin ich nach Hause gelaufen und habe die 10.000 Schritte fast geschafft.

Jawbone-Up Selbstvermessungs-Hype erreicht Deutschland

Sport, Kalorien, Blutdruck - Daten rund um den menschlichen Körper lassen sich dank technischer Hilfe nahezu perfekt messen. Der Trend aus den USA schwemmt immer mehr nach Deutschland - in Form neuer Gadgets.

Das neue Fitness-Armband Up der Firma Jawbone ist nun auch in Deutschland erhältlich. Quelle: Presse

Sonderaktivitäten wie der Besuch im Fitnessstudio, meinen sonntäglichen Yoga-Kurs oder die Bahnen im Schwimmbad kann ich ebenfalls erfassen. Die muss ich aber wie das Essen per Hand in der App nachtragen.

Ein paar Wochen habe ich mich von dem Band auch wecken lassen. Denn sobald ich mich im Schlaf mehr bewege, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich mich in einer Aufwachphase befinde. Wer in einer solchen Phase geweckt wird, startet besser und entspannter in den Tag. Da ich davon nichts bemerkt habe und eher das Gefühl hatte, um weiteren Schlaf beraubt zu werden, habe ich diese Funktion wieder abgeschaltet.

Außerdem kann ich in der App sehen, was meine Jawbone-Freunde so machen. Wir sind zu fünft, von denen zwei gerade nicht aktiv sind. Das lässt zwei Schlüsse zu: Sonderlich beliebt ist das Armband nicht oder die, die es haben, wollen diese doch sehr intimen Daten eher für sich behalten. Vermutlich ist an beiden Dingen was dran.

Und warum mache ich das? Das hat zwei Gründe.

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