Die Woche im Netz: Re:publica 2013 - mehr Action bitte!

kolumneDie Woche im Netz: Re:publica 2013 - mehr Action bitte!

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Interneterklärer und Berater Sascha Lobo wird auch in diesem Jahr einen Vortrag auf der Re:publica halten.

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Am Montag trifft sich die digitale Elite wieder in Berlin auf der Re:publica. Was sich seit 2012 getan hat und was ab Montag besprochen werden sollte.

Durch Zufall habe ich mir dieser Tage noch einmal den Überraschungsvortrag von Sascha Lobo bei der letzten Re:publica angeschaut. Sollte es noch immer Menschen geben, die ihn nicht kennen: Sascha Lobo ist Interneterklärer, Provokateur und spätestens durch seine wöchentliche Kolumne bei Spiegel Online die Stimme in der deutschsprachigen Internetwelt.

In seinem Vortrag im vergangenen Mai thematisierte er bereits die akut werdende Bedrohung der Netzneutralität. Lobo warnte davor, dass die wahre Bedrohung der Netzneutralität von unten komme, von den Nutzern selbst, wenn sie nämlich Verträge angeboten bekommen, bei denen die Nutzung von Facebook und Youtube inklusive sein könnte. Wer aus der jungen Generation denn bereit sei, mehr für etwas zu zahlen, was lobenswert ist, aber eben doch mehr koste. So könnte es dazu kommen, dass die hoch gelobte Netzneutralität de facto abgeschafft werde. Der Markt regele das. 

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Es ist schon ein seltsamer Zufall, dass die Deutsche Telekom ausgerechnet jetzt diese Pläne nun in die Praxis umsetzt. Und wir müssen festhalten, dass all das Warnen, Meckern und Fluchen in Blogs und sozialen Kanälen nichts gebracht hat. Und es stimmt schon ein wenig traurig, dass dieses sperrige Thema es zwar auch in der Bild-Zeitung geschafft hat, sich innerhalb dieses einen Jahres in Sachen Organisationsgrad und Professionalisierung der so genannten Internetpeople aber wenig getan hat. Sagen wir es ganz klar: Die Internetgemeinde überschätzt ihre Wirkung auf die öffentlichen Debatten und politischen Entscheidungsfindungsprozesse. Das Interesse der politischen Parteien ist zwar weiter gestiegen. Aber was sonst hat sich in den vergangenen zwölf Monaten getan, wenn man einmal den Vortrag von Sascha Lobo als Referenz nimmt?

Viele hatten im vergangenen Jahr die Hoffnung auf die Piratenpartei gesetzt. Doch nicht nur der 2012 ins Amt gehobene Piratenparteichef Bernd Schlömer - von Lobo ebenfalls mit ausreichend Vorschusslorbeeren bedacht - blieb in der Öffentlichkeit farblos. Vielmehr diskutierte man ausgiebig Buchveröffentlichungen von Parteimitgliedern und die Fußbekleidung des Geschäftsführers Johannes Ponader. Ansonsten nutzte die Partei die vergangenen Monate lediglich dazu, in den Umfragen wieder in den nicht prognostizierbaren Bereich abzusacken. Auf der FDP wird noch immer - natürlich auch dank der bis in den Mainstream beliebten Heute-Show - herumgehackt. Shitstorms sind nun endgültig in der Allgemeinheit angekommen und ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass es mittlerweile niemanden mehr gibt, der schon einmal mit einem zu tun hatte: entweder als Betroffener, Befeuerer, stiller Beobachter oder Draufhauer. Das Buzzword "Cloud" ist immer noch hip, das von Lobo damals schon erwähnte Big Data ist noch hipper als damals. 

Alles in allem: nicht wirklich viel anders als 2012 und wenn dann nur in Nuancen.

Und nun ist es also wieder soweit: Von Montag bis Mittwoch treffen sich die Internetpeople wieder - rund 5000 Menschen werden erwartet - in Berlin. Tausende Menschen, denen das Internet auf die eine oder andere Weise ans Herz gewachsen ist. Beruflich, privat, beides gleichzeitig. Und die Re:publica, die es spätestens mit dem Umzug von Friedrichstadtpalast und Kalkscheune in die Station geschafft hat, im Mainstream angekommen zu sein, hätte es verdient, der Startschuss für etwas Neues zu sein. 

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