Die Woche im Netz: Trends: Wohin entwickelt sich das Internet?

kolumneDie Woche im Netz: Trends: Wohin entwickelt sich das Internet?

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: Wohin entwickelt sich das Internet?


Sie kennen Mary Meeker nicht? Müssen Sie auch nicht, aber wenn Sie sich mit dem Internet beschäftigen, sollten Sie sich einmal im Jahr mit der Partnerin der Venture-Capital-Gesellschaft "Kleiner Perkins Caufield & Byers" beschäftigen. Besser gesagt mit einer Präsentation die Meeker einmal im Jahr erstellt: Sie handelt von den wichtigsten Internet-Trends des Jahres. Wer sich mit der digitalen Entwicklung beschäftigt, wird von den großen Themen sicherlich nicht überrascht sein. Doch so komprimiert, so auf den Punkt und dann doch mit der einen oder anderen Überraschung. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

1. China dominiert die Internetwirtschaft

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China hat es bereits jetzt geschafft, zum Vorreiter der Internetwirtschaft zu werden. Zum einen sind unter den zehn weltweit größten Internetfirmen neben acht amerikanischen auch zwei chinesische: und zwar Tencent (Instant Messaging, Soziale Netzwerke, Onlinemedien, Unterhaltung E-Commerce und Werbung) und dem Suchmaschinenanbieter Baidu. Gleichzeitig macht die Alibaba Group, Betreiber der B2B-Plattform Alibaba.com und des Onlineauktionshauses Taobao mittlerweile mehr Umsatz als Amazon und Ebay zusammen. In China werden mehr Android- und iOS-Geräte aktiviert als in den USA und schaut man sich an, welches Potenzial die Chinesen in Sachen Onlinenutzung bisher ausgeschöpft hat, ahnt man, wo die Reise noch hingehen kann: Gerade einmal 42 Prozent der Chinesen sind bisher online unterwegs. Und das obwohl die Chinesen absolut bereits jetzt mit and 564 Millionen Onlinenutzern die meisten hat. In den USA - Platz zwei - gibt es 244 Millionen Onlinenutzer.

2. In Indien findet das nächste große Wachstum statt
Insgesamt ist die weltweite Internetnutzung von 2011 bis 2012 um acht Prozent gewachsen. Ein Blick auf die 15 Länder, in denen die Onlinenutzung am stärksten wächst, offenbart: Die Schwellenländer sind die großen Wachstumstreiber. Wobei von 2011 bis 2012 die Internetnutzung am stärksten im Iran gewachsen ist - 205 Prozent.
Doch viel spannender ist zu sehen, wo in den kommenden Jahren noch Wachstumspotenzial herrscht: Indien. Nur elf Prozent sind dort bisher online, bei einem Wachstum von 2011 bis 2012 von 26 Prozent. Ebenfalls ein hohes Wachstumspotenzial hat Indonesien, weil bisher nur 23 Prozent der Bevölkerung das Internet nutzen. Zum Vergleich: In den USA und auch in Deutschland liegt die Zahl der Internetuser weit über 75 Prozent.

3. Mobile! Mobile! Mobile!
Für alle, die es noch nicht bemerkt haben sollten: Mobil ist das nächste große Ding. Ist es natürlich schon seit Jahren so, aber die Zahlen, die Peeker ausgegraben hat, belegen diese These nochmal eindrucksvoll. Mittlerweile liegt der Anteil des Mobile-Traffic am gesamten Internet-Traffic bei rund 15 Prozent; vor einem Jahr waren es nur zehn Prozent und vor drei Jahren gerade einmal 2,4 Prozent. Peeker geht davon aus, dass sich das Wachstum noch weiter in den nächsten Monaten beschleunigen wird. Ein Indikator dafür: wieder einmal China. Dort hat die mobile Nutzung des Internets (75 Prozent) die stationäre Nutzung (71 Prozent) bereits abgehängt. Die Prognose für Deutschland: spätestens 2015.

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