Die Woche im Netz: Warum Netzneutralität verständlich werden muss

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kolumneDie Woche im Netz: Warum Netzneutralität verständlich werden muss

Kolumne von Franziska Bluhm

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: der schwierige Begriff der Netzneutralität.

Wichtige Dinge bedürfen einer einfachen und klaren Vermittlung. Nicht ohne Grund gibt es so nützliche Dinge wie den Elevator Pitch - also in der Kürze einer Fahrstuhlfahrt, einen potenziellen Investor von einer guten Idee zu überzeugen. Aber versuchen Sie mal, die wichtigen Dinge im Internet innerhalb einer Fahrt im Aufzug zu erklären. Selbst wenn Sie dafür den Fahrstuhl eines Hochhauses nutzen. Das fängt oft schon bei den Begrifflichkeiten an - offenbar herrscht im Internet nämlich das ungeschriebene Gesetz: Für wichtige Dinge mit Internet muss es leider nur schwierig und unverständlich sein. Vorratsdatenspeicherung, Anti-Counterfeiting Trade Agreement oder wenigstens kurz Acta, Tafta und die Netzneutralität. 

Um letztere soll es in diesem Text gehen, denn über die wird derzeit vor allem im Internet und nun wenigstens auch im Bundestag geredet. Aber dazu gleich mehr.

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Fangen wir einmal mit der Erklärung an: Was ist diese Netzneutralität, von der derzeit alle sprechen? Schon der Blick in die Wikipedia lässt eher ratlos zurück: "Netzneutralität bezeichnet die wertneutrale Datenübertragung im Internet. Soso. Einfacher erklärt: Es geht um ein Internet ohne Vorfahrtsregelungen, jede Datei wird gleich schnell durchs Internet transportiert.

Rene Obermann und Angela Merkel Quelle: dpa/Montage

Das ist wichtig, weil die Chancen für Innovationen erheblich sinken würden, wenn es keine Netzneutralität, also die gleiche Behandlung von Datenmengen unabhängig ihrer Herkunft, Größe etc. mehr geben würde. Suchmaschinen wie Google, soziale Netzwerke wie Facebook oder Wissensnetzwerke wie die Wikipedia, die unser heutiges Leben verändert haben, hätten ohne Netzneutralität vielleicht nicht entstehen können.

Und was ist mit den neuen Ideen, die unsere Zukunft beeinflussen werden? Sie hätten in einer Welt ohne Netzneutralität keine Chance. Tim Berners-Lee, der Schöpfer des Internets, hebt die Diskussion noch eine Ebene höher und rückt die Wichtigkeit der freien Rede im Internet als Argument in den Vordergrund. Auch die CSU-Politikerin Dorothee Bär formuliert, dass ein "adäquater Zugang zum Internet ein Grundrecht" sei.

Dieser Grundsatz wurde bisher in nur ganz wenigen Ländern gesetzlich festgehalten. In den Niederlanden wurde die Netzneutralität bezogen auf das Mobilfunknetz gesetzlich verankert. Doch auch die sonst so regulierungsfreundliche EU hat bisher eine gesetzliche Regelung abgelehnt mit dem Verweis, dass der Markt das schon regeln werde.

Doch reichen diese Argumente, um eine Masse davon zu überzeugen, sich für dieses Thema zu interessieren und im besten Fall zu begeistern, um Proteststürme zu organisieren? Damit das Netz so bleibt, wie es ist?

Ich glaube nicht.

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