Digitalkameras: Neue Megapixel-Rekorde auf der Photokina

Digitalkameras: Neue Megapixel-Rekorde auf der Photokina

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Im Hintergrund der Kölner Dom: Wieder bejubelt die Branche auf der Photokina neue Rekorde

Auf der Photokina bejubelt die Fotobranche in dieser Woche wieder neue Megapixel-Rekorde. Dabei spielt die Auflösung der Fotochips für die Qualität der Bilder nur noch eine Nebenrolle.

Manchmal braucht es extreme Vergleiche, um sich den technischen Fortschritt vorstellen zu können. Nur einmal angenommen also, alle zwölfeinhalb Millionen Bayern versammelten sich auf dem Rasen der Münchner Allianz-Arena. Nicht einmal sechs Quadratzentimeter blieben jedem Menschen.

Und doch reicht nicht einmal dieses Gedränge aus, um – maßstabsgerecht verkleinert – zu beschreiben, wie unvorstellbar dicht die Bildpunkte auf dem Fotosensor von Samsungs neuer Kompaktkamera NV 100 HD gepackt sind. 14,7 Millionen davon drängen sich auf dem nur 7,2 mal 5,4 Millimeter winzigen Sensor; jeder einzelne Bildpunkt nur ein Zwanzigstel so groß wie der Durchmesser eines Menschenhaares.

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Zehn, zwölf oder fast 15 Megapixel: Die Zahl der lichtempfindlichen Sensorpünktchen -– Pixel genannt – ist die wichtigste Kenngröße, wenn Käufer die Güte einer Digitalkamera beurteilen. Getreu dem Motto „Viel hilft viel!“ gilt für sie die Gleichung: „Mehr Pixel = mehr Qualität.“

Und so geht die Jagd der Kamerahersteller nach immer neuen Rekorden bei der Bildauflösung in diesen Tagen in eine neue Runde. Auf der Photokina in Köln, der größten Fotomesse der Welt, werden die Branchengrößen vom 23. bis zum 28. September die neueste Generation ihrer Digitalkameras präsentieren. Neben neuen Bedienungskonzepten wie berührungsempfindlichen Displays oder Hybridkameras – kompakter als Spiegelreflexmodelle und ohne Spiegelmechanik, aber mit Wechselobjektiven – geht vor allem der Pixel-Wettlauf in eine neue Runde.

Neue Kompaktkameras mit mindestens zehn Megapixel

Fast alle Hersteller werden neue Kompaktkameras präsentieren, die mit einer Bildauflösung von wenigstens zehn Megapixel glänzen. Sonys brandneue Alpha 900 oder Canons aktuelle EOS 5D Mark II sollen professionelle Spiegelreflexfotografen sogar mit gut 24 Millionen beziehungsweise rund 21 Millionen Bildpunkten begeistern.

Der erneute Leistungssprung soll der Branche, die 2007 erstmals Fotoapparate für mehr als zwei Milliarden Euro absetzte, einen weiteren kräftigen Schub verpassen. Immerhin werden Bildempfindlichkeiten, wie sie vor drei bis fünf Jahren bestenfalls bei mehrere Tausend Euro teuren digitalen Profi-Spiegelreflex-Kameras (DSLR) Standard waren, nun auch für weniger finanzkräftige Fotofreunde bezahlbar. Samsungs neuer Pixel-Riese etwa wird schon für rund 300 Euro angeboten.

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Wird Profitechnik also nun für Hobbyfotografen erschwinglich? Leider nicht, denn der Blick auf die werbewirksam herausgestellten Pixel-Spitzenwerte führt Kamerakäufer leicht in die Irre. Denn die Zahl der Bildpunkte belegt primär die fortschreitende Miniaturisierung im Kamerabau – und die Kunst der Ingenieure, derart winzige Strukturen fertigen zu können. Als Merkmal für die technische Qualität der Bilder, die jene hochgezüchteten Kompaktkameras aufnehmen können, sind die Pixelwerte aber nur eingeschränkt tauglich.

Zwar übertreffen Kompaktkameras mit zehn Millionen Bildpunkten inzwischen die optische Auflösung ihrer analogen Ahnen. Doch die Entwicklung stößt an Grenzen, weil mit den oft nur noch wenige Millimeter starken Kompaktkameras auch die Bildsensoren schrumpfen. Die kleinsten Chips, entsprechend ihrer Bilddiagonale 1/3,2--Zoll-Sensoren genannt, sind nur noch 4,5 mal 3,4 Millimeter groß. Knapp 60 dieser Winzlinge passen auf die Fläche eines Kleinbild-Negativs.

Die Kehrseite der Medaille:  „Wer immer mehr Pixel auf den immer kleineren Sensoren der ultrakompakten Kameras unterbringen will, muss zwangsläufig Abstriche bei der Bildqualität machen“, sagt Achim Meissner, Studiofotograf und Bildbearbeiter aus Krefeld. „Denn je kleiner der einzelne Bildpunkt wird, desto geringer wird zugleich auch seine Lichtempfindlichkeit.“ Die Folge der Schrumpfkur: Wo Kameras mit weniger, aber größeren Bildpunkten auf dem Chip noch ohne Blitz oder Stativ scharfe Aufnahmen auf den Chip bannen, drohen mit den hochgezüchteten Pixelmonstern bereits Verwackler oder verrauschte Bilder. Und nutzt der Fotograf gar noch das eingebaute Teleobjektiv voll aus, fällt die Lichtstärke erst recht in den Keller.

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