Discount-Webseiten: Warnung vor Rabatt-Webseiten

Discount-Webseiten: Warnung vor Rabatt-Webseiten

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Deutsche Internetseite von Groupon

Rabattwebseiten wie Groupon oder Living Social sind bei Käufern wie Händlern derzeit en vogue. Doch Kleinanbieter sollten die Tücken kennen. Auf was sie achten müssen.

Käufer scheinen 50-Prozent-Nachlässe für Smartphones oder Wellnessbehandlungen zu lieben. So zählt die Rabattgutschein-Seite Groupon bereits über 60 Millionen Kunden, und jede Woche kommen dem Unternehmen zufolge eine Million neue Nutzer dazu. Kleine Anbieter, die bei Groupon oder der Konkurrenz wie LivingSocial oder BuyWithMe Angebote eingestellt haben, berichten jedoch von gemischten Erfahrungen.

Utpal Dholakia, Marketingprofessor der Rice University im texanischen Houston, befragte 150 Kleinunternehmen, die von Juni 2009 bis August 2010 Rabattgutscheine bei Groupon anboten. Demnach war die Aktion für 66 Prozent der befragten Firmen gewinnbringend, für 32 Prozent lohnten sie sich nicht. Über vierzig Prozent gaben an, sie würden keine Aktion mehr veranstalten.

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Bei Groupon kann man Dholakias Ergebnisse nicht nachvollziehen. „Wir veranstalten täglich 900 Aktionen, und wir haben bei 30.000 Händlern mehrfach nachgefragt“, sagt Julie Anne Mossler, Sprecherin des Unternehmens aus Chicago. Das seien alle, mit denen die Seite bisher zusammengearbeitet habe. „Die Frage ‚Möchten Sie künftig wieder anbieten oder würden Sie uns einem anderen Anbieter empfehlen?’ wurde 95 bis 96 Prozent mit ‚Ja’ beantwortet“, resümiert Mossler. Nach ihrer Meinung hat Dholakia die Unternehmen zu früh befragt, bevor sie die Aktion endgültig ausgewertet hätten. „Seine Stichprobe war winzig“, sagt sie. „Außerdem liegt unser Fokus nicht auf der Steigerung der Rentabilität.“

Von einem Erfolg berichtet Melissa Carias. Die 33-Jährige Inhaberin des Tanz-Fitnessstudios Vivafit am Rande New Yorks hat über LivingSocial zweimal Rabattgutscheine mit einem Nachlass von 50 Prozent angeboten. Dadurch habe sie 14 Stammkunden gewonnen, sagt sie. „Anzeigen sind so teuer, und auf diese Weise erreiche ich neue Leute. Meine Aufgabe besteht dann darin, sie zu halten, damit sie mehr Stunden buchen.“

Doug Burgoyne, Gründer und Chef von Frogbox im kanadischen Vancouver, ist ähnlich begeistert. Sein Unternehmen bietet für Umzüge Leihkisten aus Plastik an, und jüngst verkaufte er 55 Groupon-Kupons für seine Filiale in Toronto. „Wenn die Boxen im Lager stehen, verdiene ich keinen Cent. Daher lohnen sich die hohen Rabatte, um bei Groupon und Living Social unterzukommen“, sagt er. Burgoyne will künftig für jeden neuen Markt Aktionen veranstalten.

Unerwartete Nachfrage, große Scherereien

Andere Unternehmen mussten sich mit einem Ansturm schwieriger Einmalkunden, Umsatzeinbußen und verärgerten Mitarbeitern herumschlagen. Brian und Lisa Wood boten vergangenen Frühling für ihren Imbisstand Big Ass Sandwichs in Portland, Oregon, einen Groupon-Rabatt an – und rutschten tief in die roten Zahlen: Die beiden verloren nach eigenen Angaben 16.000 Dollar. Sie hatten 400 Gutscheine mit 50-Prozent-Nachlass einkalkuliert, verkauften jedoch innerhalb von 48 Stunden 2000 Stück. „An einigen Tagen gingen 100 Sandwichs über die Theke und wir nahmen 150 Dollar ein“, sagt Lisa. „Ich habe immer noch nervöse Zuckungen davon.“

Dazu kam, dass die Woods ihren Stand während der Aktion wegen eines familiären Notfalls zwei Wochen schließen mussten. Obwohl sie das Angebot danach verlängerten, hätten die Leute getobt, sagt Lisa Wood. „Es war, als hätten wir ihre Kinder erschossen. Sie schrieben schreckliche Sachen auf Yelp – und das alles wegen vier Dollar!“ Über Yelp können Kunden Dienstleistungen und Geschäfte in ihrer Stadt online bewerten.

Auch bei Timothy Holt ging die Rabattwerbung nach hinten los. Er besitzt das Fischrestaurant Weird Fish im Hispano-Viertel Mission District in San Francisco und verkaufte vor einigen Wochen über die Seite Scoutmob Gutscheine für einen Nachlass von zwanzig Dollar. Wegen eines Missverständnisses seitens eines wohlmeinenden Angestellten wurden die Kupons am ersten Abend der Gültigkeit nicht eingelöst, und innerhalb weniger Tage schrieben wütende Gutscheinkäufer auf Yelp fünf erboste Ein-Sterne-Bewertungen zu Weird Fish. „Das war ein bisschen hart“, sagt Holt.

Bob Phibbs, der seit 1994 als „Retail-Doktor“ Einzelhändler berät, wurde mit ähnlichen Horrorgeschichten überhäuft, als er vergangenes Jahr in seinem Blog über Groupon schrieb. Nach seiner Ansicht sind die Kupon-Aktionen für kleine Anbieter grundsätzlich unfair oder sogar schädlich.

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