Einbruch des PC-Marktes: Microsoft muss sich für neuen Weg entscheiden

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KommentarEinbruch des PC-Marktes: Microsoft muss sich für neuen Weg entscheiden

von Meike Lorenzen

Windows 8 erfährt viel Kritik - und das zu Recht. Doch das Betriebssystem für den Einbruch des PC-Marktes verantwortlich zu machen, geht zu weit.

Von Gegenwind zu sprechen wäre beim aktuellen Sturm der Kritik, der Windows gerade entgegen pustet, ganz sicher eine Untertreibung. Schlimm genug für das Unternehmen, dass das neue Betriebssystem Windows 8 nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen heraus kommt. Nun behauptet die Marktforschungsfirma IDC gar, das Betriebssystem habe Mitschuld am Verkaufsrückgang der stationären Rechner.

„Es scheint klar, dass die Veröffentlichung von Windows 8 nicht nur dahingehend gescheitert ist, den PC-Markt anzukurbeln“, sagte IDC-Analyst Bob O'Donnell. „Es scheint sogar, dass der Markt abgebremst wurde.“

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Doch so simpel ist die Sache nicht: Denn der PC-Markt stagniert schon seit Monaten. Der Hauptgrund dafür liegt in dem Boom von Tablets. 2012 sind in Deutschland etwa 3,2 Millionen mobile Geräte verkauft worden. Das entspricht einem Anstieg von 52 Prozent verglichen mit 2011, als der Absatz etwa 2,1 Millionen Geräte betrug. Als Prognose gab der Branchenverband Bitkom diese Zahlen bereits im Oktober bekannt, wenige Tage vor der Veröffentlichung von Windows 8. Und der Trend zum Tablet hat sich parallel auf dem gesamten PC-Markt bemerkbar gemacht. Die Umsätze mit Notebooks waren mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro leicht rückläufig. Der Umsatz mit Desktops-PCs stagnierte mit einem Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2011.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

  • Kachel-Design

    Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Auf dem Desktop liegen nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen.

  • Bedienung per Fingerzeig

    Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

  • Ein eigener App Store

    Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den „Windows Store“ eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten.

  • Cloud-Dienste

    Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

  • Vorinstallierter Virenscanner

    Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

  • Neue Prozessoren

    Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Erstmals läuft das Betriebssystem auch auf der ARM-Architektur. Diese kommt in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen.

Das waren die Voraussetzungen, unter denen Windows den PC-Markt retten sollte. Die Hoffnungen der Hersteller lagen auf den Schultern von Steve Ballmer und seinem Unternehmen. Und in einem neuen Betriebssystem, das den klassischen Windows-User erst einmal ordentlich irritierte. 

Windows 8 ist der Versuch den Spagat zwischen Tablet und stationärem PC zu schaffen und der Inbegriff des Dilemmas, in dem Microsoft derzeit steckt. Einerseits hat sich die klassische Windows-Oberfläche mit dem Teletubbies-Hintergrund, den Icons und der Ordnerstruktur über fast zwei Jahrzehnte behauptet. Das System ist von der breiten Masse der Bevölkerung nicht nur gelernt, sondern verinnerlicht worden. Andererseits ziehen Apple mit iOS und Google mit Android auf dem mobilen Markt davon, von dem sich anzeichnete, dass hier künftig das Geld zu verdienen ist. Mit Blackberry und Mozilla kommen weitere Anbieter dazu, die sich ihren Platz am Markt sichern wollen.

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