EKG-System für die Apple Watch : Zugewinn und Gefahr zugleich

EKG-System für die Apple Watch : Zugewinn und Gefahr zugleich

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Ab 2016 soll die Apple Watch auch Elektrokardiodiagramme erstellen können.

von Lisa Oenning

Ein US-Unternehmen will ein EKG-System für die Apple Watch auf den Markt bringen. Patienten könnten dann Befunde direkt an den Arzt schicken. Die Funktion ist allerdings gefährlich, wenn Kranke sich damit selbst therapieren.

Die Apple Watch soll ab 2016 Elektrokardiodiagramme (EKG) erstellen können. Der Medizingerätehersteller Alive Cor hat dafür ein Armband mit Elektroden entwickelt. Per Ultraschall sollen die Daten ans Mikro der Apple Watch weitergegeben werden. Alive Cor hat das EKG-System in einem Video vorgestellt.

Wenn es nach dem US-Unternehmen geht, kommt die neue Funktion bereits 2016 auf den Markt. Die US-Gesundheitsaufsicht FDA muss die neue Hardware aber noch genehmigen. Eine ähnliche Anwendung gibt es bereits auf der Apple Watch. Nutzer können schon jetzt ihre Herzfrequenz messen.

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Die Fakten zur Apple-Uhr

  • Modelle

    Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse auf rund 400 Euro, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse ab 650 Euro sowie die Apple Watch Edition aus Gold ab 11.000 Euro.

  • Varianten

    Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke. Dazu hat der Hersteller diverse Armbänder im Angebot.

  • Preise

    Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11 000 und 18 000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

  • Starttermin

    Deutschland gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

  • Iphone

    Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

  • Batterielaufzeit

    Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

  • Wasserdichte

    Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

Auf der Uhr soll eine watchOS-2-App installiert werden, die das EKG erstellt. Der Träger hat die Möglichkeit, sich den Kurvenverlauf anzusehen und an den behandelnden Arzt zu übermitteln. Per Spracheingabe kann er dokumentieren, wie er sich fühlt. Auch diese Nachricht kann gemeinsam mit dem EKG an den Arzt gesendet werden. Das EKG-System soll etwa 200 Dollar kosten – allerdings ohne Apple Watch.

Christian Perings, Chefarzt in der Lünener Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin, hält die EKG-Funktion grundsätzlich für sinnvoll. Sie kann aber keinen Arztbesuch ersetzen – die Anwendung kann ihn nur ergänzen, indem sie Befunde dokumentiert. "Wenn ein Patient sich beispielsweise in unregelmäßigen und seltenen Abständen unwohl fühlt und das mit Hilfe des Systems festhält, weil er es gerade in diesen Momenten nicht zum Arzt schafft, ist sie ein sicherer Zugewinn", sagt Perings. Trotzdem sei ein Arztbesuch unerlässlich.

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Wichtig ist bei der EKG-Funktion, dass die Patienten die App nicht als Selbstmanagement verstehen. "Wenn der Patient glaubt, sich mit der Anwendung selbst therapieren zu können, ist sie gefährlich", sagt der Kardiologe. Zum Beispiel, wenn er aufgrund der Aufzeichnung ohne Absprache mit einem Arzt die Dosis seiner Medikamente verändert.

Der Chefarzt weist zusätzlich darauf hin, dass die Funktion der neuen Anwendung beschränkt ist. "Mit einem Ein- oder Zwei-Kanal-EKG, wie sie für die Apple Watch vorgesehen ist, lässt sich nur die Regelmäßigkeit des Herzrhythmus überwachen." Ein herkömmliches EKG-Gerät, wie man es aus der Arztpraxis kennt, hat hingegen 12 Kanäle – um zum Beispiel auch die Durchblutung des Herzens zu überprüfen.

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